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Philipp Riederle aus Burgau

10.04.2011

16 Jahre alter Schüler: Bosse großer Firmen holen sich bei ihm Rat

Philipp Riederle
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Auf dem Kongress "The World after Advertising" in Düsseldorf sprach Philipp Riederle vor 250 Managern zum Thema Werbung im Internet.
Bild: INDEED / SIMON BIERWALD

Philipp Riederle aus Burgau ist ein Star der Internet-Szene. Der 16 Jahre alte Gymnasiast ist Deutschlands erfolgreichster Podcaster. Bosse großer Firmen holen Rat bei ihm.

Er ist ein Star der Internet-Szene, jung und erfolgreich: Philipp Riederle aus Burgau. Der 16-jährige Gymnasiast ist Deutschlands erfolgreichster Podcaster, bereits seit drei Jahren ist er im Geschäft. Im April vergangenen Jahres hat er seine Firma „Phipz Media“ gegründet, seitdem läuft der Laden wie geschmiert. Freimütig bekennt Philipp, mit seinen Aktivitäten „gutes Geld“ zu verdienen. Nach Ferienjobs wie seine gleichaltrigen Mitschüler braucht er sich jedenfalls nicht umzuschauen.

Podcast, iPhone und iPad – ältere Semester verstehen bei diesen Begriffen nur Bahnhof. Manchem Manager ergeht es ähnlich. Deshalb holen die Bosse selbst großer Unternehmen Rat bei Philipp Riederle. Mit dem Vorstand von BMW ist der 16-Jährige ebenso in Kontakt wie mit den Chefs von Vodafone und der Telekom. Auch große Medienhäuser wie der Südwestrundfunk oder Pro 7/Sat 1 haben sich schon seiner Dienste bedient.

Bei Vorträgen auf Kongressen und Fachkonferenzen lauschen – wie etwa beim Querdenkerkongress im Oktober 2010 in München – bis zu 500 Interessierte den Ausführungen des jungen Burgauers, der die 10. Klasse des Dossenberger-Gymnasiums in Günzburg besucht. Seinen ersten Vortrag hielt er mit 14 Jahren bei einer Fachkonferenz der Süddeutschen Zeitung in München zum Thema „Distribution von Podcasts“. Bei den 150 Zuhörern habe er wohl „einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen“, erklärt Philipp Riederle einen Teil seines Erfolges.

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Philipp Riederle hat eine lange Referenzliste

Immer mehr Firmen machen Werbung im Internet. Zielgruppe sind nicht zuletzt die jüngeren Kunden. Wie die Online-Generation tickt, welche Medien sie nutzt und worauf sie besonders anspricht – kaum einer weiß das besser als Philipp Riederle. Entsprechend groß ist die Zahl der Firmen, die von seinem Wissen profitieren wollen. „Ich habe schon eine sehr lange Referenzliste“, sagt Philipp lapidar.

Vor drei Jahren, im zarten Alter von 13 Jahren, hat Riederle seine ersten Podcasts – eine Art Fernsehserie im Internet – produziert. Thema war das iPhone, eine neue Entwicklung, über die es zunächst nur wenige detaillierte Infos gab. Philipp schloss die Wissenslücken und stellte Videos ins Internet, in denen er die Geräte, ihre Nutzerprogramme und mögliches Zubehör vorstellte. Die ersten Beiträge hat Philipp in seinem Kinderzimmer produziert. Etwa 500 Abrufe hatten die anfänglichen Videos zu verzeichnen. Aus dem „Kinderkanal“ ist inzwischen ein professionelles Aufnahmestudio geworden. Eingerichtet hat es Philipp im früheren Partyraum seines Opas in Jettingen-Scheppach. Etwa 150 Podcasts hat der 16-Jährige inzwischen hergestellt. Die Zahl der Abrufe ist auf 50 000 bis 60 000 pro Ausgabe nach oben gegangen.

Zahlen, die auch die Werbewirtschaft interessieren. Nicht wenige Firmen werben bereits auf Philipps Homepage www.meiniphoneundich.de für ihre Produkte. Mit diesen Einnahmen finanziert der Jungunternehmer die technische Ausrüstung seines Studios und seine laufenden Projekte. Denn neben dem iPhone widmet sich der Burgauer inzwischen auch dem iPad. Unter www.meinipadundich.de hat Philipp Riederle bis dato etwa 30 Videobeiträge über dieses Produkt der Firma Apple ins Netz gestellt.

In der Szene ist der 16-Jährige bekannt

In der Szene ist der 16-Jährige inzwischen so bekannt, dass ihn Firmen wie Apple bitten, ihre Produkte in seinen Internetbeiträgen vorzustellen und zu besprechen. „Zum Teil bekomme ich die Geräte schon, bevor sie auf dem Markt sind“, berichtet er. Und neben seinen eigenen Videos produziert der Gymnasiast im Auftrag von Firmen auch Werbevideos für deren Homepages.

Das Geschäft der Firma „Phipz Media“ brummt also. Geschäftsführer ist übrigens Philipps Vater. Da Philipp noch minderjährig ist, hat sein Vater die Geschäftsleitung übernommen, zumal dieser einschlägige berufliche Erfahrung mitbringt.

Kurz nach Gründung der Firma hatte die Günzburger Zeitung den Jungunternehmer porträtiert. Längst sind auch überregionale Medien auf ihn aufmerksam geworden. Das „Handelsblatt“ hat ebenso über ihn berichtet wie der Berliner „Tagesspiegel“. Johannes B. Kerner will ihn in seine Talkshow einladen, Pro 7/Sat 1 plant eine Reportage über ihn, bei RTL wird überlegt, Philipp Riederle im Herbst als Internetexperten bei einer Fernsehshow auftreten zu lassen. Bereits in Arbeit ist ein Fernsehbeitrag in der Reihe „typisch deutsch“ der Deutschen Welle in Berlin. Da der Sender vor allem ausländische Zuschauer bedient, muss Philipp auch Englisch parlieren. „Da bin ich schon total aufgeregt“, gibt der Profi zu.

Wie kriegt man das alles neben der Schule unter einen Hut? „Es ist schon schwierig“, räumt der junge Mann ein. „Ich muss meine Zeit sehr genau einteilen.“ Wichtig sei ihm, bei alldem auch noch Zeit für Freunde und Privatleben zu haben. Nur wenige 16-Jährige haben mit Managern großer Weltfirmen zu tun. „Da lerne ich sehr viel, aber ich will auch die Erfahrungen eines normalen Jugendlichen machen.“

Stolz auf seinen Schüler ist natürlich auch Dr. Christoph Henzler, der Direktor des Dossenberger-Gymnasiums. Er unterstützt Philipp Riederle nach Kräften – etwa, wenn es gilt, für Vorträge oder sonstige Verpflichtungen kurzzeitig von der Schule befreit zu werden. Philipps Firma sei erkennbar keine „Eintagsfliege“. Dass ein „normaler, guter Schüler“ das alles schaffe, findet Henzler „außergewöhnlich und beeindruckend“. Der Direktor: „Das muss man unterstützen.“

In zwei Jahren steht bei Philipp Riederle das Abitur an. Seine Firma will er trotzdem weiterführen, auch wenn er vermutlich etwas kürzertreten muss. „Mal sehen“, sagt der Gymnasiast entspannt.

Die Podcasts von Philipp Riederle sind im Internet zu finden unter

www.meiniphoneundich.de oder

www.meinipadundich.de

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