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Landkreis Günzburg

30.07.2020

2,8 Prozent der Erwerbstätigen im Landkreis Günzburg sind arbeitslos

Die Zahlen der Arbeitsagentur machen Hoffnung: Die Zahl der freien Stellen und Ausbildungsplätze steigt wieder und weniger sind in Kurzarbeit. Auch im Kreis Günzburg sollten Arbeitgeber die Weiterbildung der Mitarbeiter fördern.
Bild: Bernhard Weizenegger

Die Lage am Arbeitsmarkt ist stabil. Die Zahl der Kurzarbeiter sinkt weiter. Warum Arbeitgeber jetzt mehr auf die Weiterbildung ihrer Mitarbeiter setzen sollen.

Im Landkreis Günzburg bleibt die Arbeitslosenquote mit 2,8 weiterhin stabil, meldet die Agentur für Arbeit in Donauwörth. Insgesamt sind 2124 Menschen arbeitslos gemeldet, das sind 38 mehr als vor einem Monat.

Der saisonübliche Anstieg der Arbeitslosigkeit bei den Jugendlichen zwischen 15 und 25 Jahren fiel dieses Jahr eher moderat aus. Aktuell sind 275 Jugendliche arbeitslos gemeldet, 12 mehr als im vergangenen Monat und 128 mehr als vor einem Jahr erläutert Richard Paul, Vorsitzender der Geschäftsführung der Arbeitsagentur, die aktuelle Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt.

Mehr Arbeitslose als im Vorjahr

Positiv ist, dass wieder mehr Menschen eine Beschäftigung gefunden haben. So konnten im Juli 187 Menschen ihre Arbeitslosigkeit durch die Aufnahme einer Beschäftigung beenden. Dennoch haben die Auswirkungen der Corona-Pandemie verbunden mit den konjunkturellen und strukturellen Entwicklungen, die schon vor der Krise eingesetzt haben, den Arbeitsmarkt weiter im Griff. So ist die Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vorjahr deutlich um 839 Personen gestiegen“ so der Agenturleiter weiter.

Von den 2124 arbeitslos gemeldeten Personen waren 1660 (plus 69 im Vergleich zum Vormonat) bei der Arbeitsagentur und 464 (minus 31 im Vergleich zum Vormonat) im Jobcenter Günzburg gemeldet.

Ab sofort auch mobil arbeitslos melden

Neu ist die Identifizierung ohne Behördengang: das Selfie-Ident-Verfahren per Smartphone. Eine gesetzliche Vorgabe bei der Beantragung von Arbeitslosengeld ist die persönliche Arbeitslosenmeldung. Aufgrund der Einschränkungen in der Corona-Zeit hat die Bundesagentur für Arbeit ihre digitalen Angebote für Kundinnen und Kunden stark ausgebaut, damit sie ihre Anliegen unabhängig von Ort und Zeit erledigen können. Das neue Selfie-Ident-Verfahren ermöglicht es, sich von zu Hause aus arbeitslos zu melden. Nun kann sich der Meldende mit Smartphone oder Tablet identifizieren. „Das Verfahren ist ein echter Fortschritt“ erklärt Richard Paul zum neuen Online-Angebot.

Die Zahl der neu eingegangenen Anzeigen auf Kurzarbeitergeld geht deutlich zurück. Bis Mitte Juli wurden im Landkreis Günzburg insgesamt 25 Anzeigen für 566 Personen eingereicht. Im Juni waren es noch 32 Anzeigen für 710 Personen. Da eine Anzeige oft vorsorglich und für mehr Mitarbeitende gestellt wird, lässt sich noch keine Aussage zur tatsächlich realisierten Kurzarbeit treffen. Diese Angaben gibt es mit einer zeitlichen Verzögerung.

Qualifizierung der Beschäftigten verbessern

Paul appelliert an die Arbeitgeber: „Wichtig ist, dass Unternehmen nach Ende der Krise schnellst-möglich durchstarten können. Dazu gehört auch eine zukunftsorientierte Ausrichtung der Betriebe. Um Unternehmen dabei zu unterstützen, setzen wir stark auf die Qualifizierung von Beschäftigten. Die Weiterbildung der Belegschaft ist auch in Zeiten der Kurzarbeit möglich und wird von uns gefördert. Ich empfehle Arbeitgebern, die Fördermöglichkeiten intensiv zu nutzen.“

Die Nachfrage nach Arbeitskräften bewegt sich weiter auf einem niedrigen Niveau, zieht aber leicht an. So wurden im Juli 155 neue Arbeitsstellen gemeldet, das sind 37 oder 31,4 Prozent mehr als vor einem Monat. Es sind aber 234 oder 60,2 Prozent weniger als 2019.

Die Agentur für Arbeit in Günzburg.
Bild: Bernhard Weizenegger

Auch der Stellenbestand ist im Vergleich zum letzten Jahr deutlich rückläufig (minus 50 Prozent). Aktuell sind 920 offene Arbeitsstellen gemeldet. Gesucht werden Arbeitskräfte in den Bereichen Lager, Metallbearbeitung, Maschinen- und Anlagenführer, Maschinen- und Metallbau, Verkauf, Gesundheits- und Krankenpflege, aber auch Büro- und Sekretariatskräfte. Das Anforderungsniveau liegt bei etwa 81 Prozent der gemeldeten Stellen auf Fachkraftniveau oder höher. „Das Thema Fachkräftemangel ist auch in Corona-Zeiten präsent und wird uns in den kommenden Jahren ebenso begleiten. Die Fördermöglichkeiten des „Qualifizierungs-chancengesetzes“ wurden durch das „Arbeit-von-Morgen-Gesetz“ nochmals erweitert.

Attraktive Zuschüsse

„Arbeitgeber haben die Chance, mit attraktiven Zuschüssen die eigenen Beschäftigten weiterzubilden und für betriebliche Anforderungen im Hinblick auf den Strukturwandel fit zu machen“ wirbt Richard Paul.

Im Landkreis Günzburg meldeten sich seit Beginn des Berufsberatungsjahres im Oktober letzten Jahres 692 Bewerber auf Berufsausbildungsstellen. Das sind 11,1 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.

Gleichzeitig wurden von den Arbeitgebern 1052 Berufsausbildungsstellen gemeldet. Das entspricht einem Plus von 3,5 Prozent.

Zum Statistikstichtag im Juli waren noch 177 Bewerber ohne Ausbildungsstelle oder eine andere Alternative. Demgegenüber stehen 433 unbesetzte Ausbildungsstellen.

Schulabgänger haben gute Ausbildungs-Chancen

„Für Schulabgänger, die noch keine Ausbildungsstelle gefunden haben, bestehen noch eine Menge attraktiver Angebote. Es lohnt sich auch jetzt noch, sich um einen Ausbildungsplatz für den Herbst 2020 zu bewerben. Unsere Berufsberater stehen jedem, der Unterstützung braucht, gerne zur Verfügung.

Außerdem ist für Schüler, die das letzte Schuljahr vor sich haben, jetzt der richtige Zeitpunkt, um sich für Ausbildungsplätze mit Start im Jahr 2021 zu bewerben.

Denn nur Unterlagen, die rechtzeitig in den Betrieben vorliegen, haben auch die Chance, in den Auswahlprozessen einbezogen zu werden“, betont Richard Paul. (zg)

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