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Wettenhausen

03.07.2019

35 Millionen Euro für Sanierung des Klosters Wettenhausen

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Eine Sanierung des Klosters Wettenhausen würde mehr als 35 Millionen Euro kosten.
Bild: Bernhard Weizenegger

Plus Die Sanierung des Klosters Wettenhausen wird auf insgesamt 35,3 Millionen Euro geschätzt. Das ist dort alles geplant.

Die Zahlen sind imposant. Und die Ziele ehrgeizig. Nicht weniger als 35,3 Millionen Euro soll die Sanierung von Kloster Wettenhausen kosten. Einzelheiten sind am Montagabend bei der Präsentation eines umfangreichen Nutzungskonzepts erläutert worden.

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Schwester Amanda, die Priorin des Klosters der Dominikanerinnen, sprach von einer „attraktiven Zukunftsvision“. Betonung auf Vision. Denn in trockenen Tüchern ist die Finanzierung noch lange nicht. Doch die Hoffnung stirbt zuletzt. Und könnten die Pläne in vollem Umfang umgesetzt werden, wäre nicht nur der Landkreis um eine bedeutende Attraktion reicher.

Kloster Wettenhausen: Nutzung basiert auf vier Bausteinen

Das Nutzungskonzept basiert auf vier Bausteinen, wie Hubert Hafner, der Geschäftsführer der Entwicklungs-GmbH des Klosters, vor zahlreichen Gästen im Studierzimmer des Klosters erklärte.

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Baustein 1: Als „Ort des gelebten Glaubens“ soll das Kloster auch künftig ein Kloster bleiben. Schon jetzt bieten die elf Schwestern und eine Kandidatin eine Fülle von religiösen Veranstaltungen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Räumlich sei das Kloster deshalb bereits an seinen Kapazitätsgrenzen, erläuterte Schwester Theresia.

Baustein 2: Als „Ort der Gastfreundschaft“ soll das Kloster deshalb eine Reihe von kleineren und größeren Veranstaltungsräumen erhalten. Im ehemaligen Ökonomiebereich ist ein Saal mit 170 Plätzen vorgesehen, außerdem sind rund 40 Übernachtungszimmer geplant. Um Besucher und Veranstaltungsgäste bewirten zu können, ist eine Gaststätte mit etwa 150 Sitzplätzen angedacht. Das Gasthaus soll auch einen Biergarten erhalten. Denkbar, so Hafner, sei in fernerer Zukunft die Einrichtung einer Kleinbrauerei.

Baustein 3: Als „Ort für Bildung, Kultur und Tagung“ soll das Kloster künftig deutlich mehr Besucher und Gäste anziehen. Geplant sind unter anderem ein Museum sowie Räume für Sonderausstellungen und Tagungen. In Zusammenarbeit mit einer Universität sollen auch Wissenschaft und Forschung im Kloster verankert werden.

Baustein 4: Als „Ort der Natur“ will das Kloster einen großen Schaugarten bieten und ein (wissenschaftliches) Zentrum für die biologische Vielfalt von Nutzpflanzen werden - unter anderem mit einer Verkaufsstelle für Samen und Setzlinge inzwischen selten gewordener Pflanzenarten. Ganz in der Tradition früherer Klostergärten.

Bei Sanierung des Klosters Wettenhausen werden Prioritäten gesetzt

In einem Aufwasch wird das alles nicht zu verwirklichen sein. Wie komplex die Dinge sind, zeigt dies: Rund ein Dutzend Ingenieur- und Architekturbüros haben in einem Gutachten die Sanierungskosten kalkuliert, der Bericht umfasst mehr als 100 Seiten. Die Kosten lagen allein dafür bei 675.000 Euro. Einer der Zwiebeltürme des Klosters musste unlängst saniert werden, die Kosten beliefen sich auf etwa 250.000 Euro. Kein Wunder also, dass eine Komplettsanierung der Klosteranlage mehr als 35 Millionen Euro kosten dürfte. Deshalb werden nach Angaben von Geschäftsführer Hubert Hafner Prioritäten gesetzt. Heuer soll mit den Bauarbeiten an der Prälatur begonnen werden, in drei Jahren könnten die Arbeiten im Klausurbereich, dem Wohnbereich der Schwestern, der künftig auch der religiösen Begegnung dient, abgeschlossen sein. Als Nächstes sei das Gästehaus zwingend notwendig.

Ein Nutzungskonzept für das Kloster Wettenhausen präsentierten (von links) Hubert Hafner, Geschäftsführer der Entwicklungs-GmbH, Schwester Theresia, Priorin Amanda, Schwester Mechthild und Hermann Hutter, der Beiratsvorsitzende der Entwicklungs-GmbH.
Bild: Walter Kaiser

Gemeinde Kammeltal saniert den Kindergarten im Klosterbereich

Die Diözese Augsburg hat drei Millionen Euro zugesagt, also knapp zehn Prozent der Gesamtkosten. Der Kindergarten im Klosterbereich wird von der Gemeinde Kammeltal saniert. Weitere Gelder werden von Bund, Land oder Stiftungen erwartet. „Wir sind auf Zuschüsse angewiesen“, betonte Hafner. Auch Spender sind willkommen.

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