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Günzburg

20.05.2019

AOK: Gesundheit nicht nur im Darm

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Ein 20 Meter langes, begehbares Darmmodell war ein Highlight beim Tag der offenen Tür der AOK Günzburg. In Darm-„Inneren“ erklären Dr. Thomas Buchmüller (rechts) und Ex-Fußballer Jimmy Hartwig die wichtige Funktion des Organs und beantworten Gästen wie Marianne Lehre (links) und Heidi Kohnen ihre Fragen.

Plus Die AOK Günzburg setzt bei ihrem Tag der offenen Tür auf eine Mischung aus Information, Unterhaltung – und auf einen prominenten Kämpfer gegen den Krebs.

Der Appell war eindringlich. „Gehen Sie zur Vorsorge“, betonte Jimmy Hartwig mehrfach. Der ehemalige Fußball-Profi weiß, wovon er spricht. Wegen zahlreicher Krebserkrankungen habe er vor vielen Jahren „schon an die Himmelstür geklopft“, erklärte der 64-Jährige beim Tag der offenen Tür der AOK-Direktion Günzburg. Hartwig kam nach hartem Kampf mit dem Leben davon. Seitdem hat er es sich zur Aufgabe gemacht, als Gesundheitsbotschafter der AOK das Thema Vorsorge zu bewerben. Am Samstag ging es vor allem um Darmkrebs. Aber auch um viele andere Aspekte rund um die Gesundheit. Komplettiert wurde der sehr gut besuchte Tag der offenen Tür von einem vielfältigen Informations- und Unterhaltungsprogramm für Kinder und Erwachsene.

Infos im begehbaren Darmmodell

Vor dem Eingang des AOK-Gebäudes ist ein 20 Meter langer, begehbarer Darm aus Kunststoff aufgebaut. Von der Decke und den Wänden hängen Polypen, alle paar Meter ist Info-Tafeln zu entnehmen, was es mit den unterschiedlichen Darmerkrankungen und letztlich mit dem Darmkrebs auf sich hat. Hartwig und der Günzburger Internist Dr. Thomas Buchmüller führten Interessierte durch den begehbaren Darm.

Darmkrebs ist in Deutschland die zweithäufigste Krebserkrankung, die Sterblichkeitsrate ist hoch. Doch das müsste nicht sein. Denn bei einer Früherkennung stehen die Heilungschancen nicht schlecht. Das Tückische: Die Polypen, zunächst harmlose Wucherungen im Darm, können sich im Laufe von Jahren zu Krebs entwickeln. Spürbar ist das für Erkrankte nicht. Im Gegensatz zu Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa, die oft schon in jungen Jahren zu heftigen Beschwerden führen, wie Thomas Buchmüller erläuterte. Lesen Sie dazu auch: Wer muss wann zu welcher Vorsorge-Untersuchung?

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Darmkrebs: Jimmy Hartwig ruft Männer zur Vorsorge auf

Zu 30 Prozent ist Darmkrebs erblich. Wer entsprechende Fälle in der direkten Familienlinie hat, sollte umso dringender zur Vorsorge gehen. Jimmy Hartwig, einst Nationalspieler und Profi unter anderem bei 1860 München, dem 1. FC Köln und dem Hamburger SV, appellierte vor allem an die Männer, die noch immer „kleine Hosenmacher“ seien. Keine 40 Prozent von ihnen gehen zur Vorsorge, dabei sei das Ganze problemlos. In fünf Minuten sei die Untersuchung vorbei und womöglich lebensrettend. Lesen Sie dazu auch: Kassen zahlen Darmspiegelung für Männer ab 50

Bei allem Ernst des Themas: Jimmy Hartwig, stilgerecht angetan mit kurzer Lederhose, Kniestrümpfen und AOK-grünem Janker, sowie Thomas Buchmüller schritten nicht mit einer Leichenbittermiene durch den Plastikdarm. Immer wieder hatten sie einen Scherz auf den Lippen und kamen so in lockerer Atmosphäre mit den Besuchern ins Gespräch.

Persönliche Begrüßung: Marzella Bossinger (links) und Annemarie Kreis mit Jimmy Hartwig.

Gesundheit ist mehr als nur Krebs. Beim Tag der offenen Tür der AOK am Samstag gab es Informationen zu (un-)gesunden Speisen und Getränken, bei kniffligen Tests konnte nachempfunden werden, mit welchen (Koordinations-)Problemen Demenzkranke zu kämpfen haben. Auch eine ganze Reihe von Partnern der AOK hatten am Samstag Gelegenheit, sich und ihre vielfältigen Angebote zu präsentierten – Apotheken, Sanitätshäuser oder Selbsthilfegruppen wie jene zu Allergie und Asthma. Lange Schlangen bildeten sich vor den Hör- und Sehtests, auch die Messung von Blutdruck, Cholesterinwerten und Venen war möglich.

Fitness mit dem Breakdance-Meister: Benedikt Mordstein lud die Besucher zum Mitmachen ein.

Breakdance mag Älteren als sinnfreies Geturne erscheinen. Dass derlei Tanz nicht nur den Körper, sondern aufgrund der komplexen Bewegungsabläufe auch das Hirn trainiert, bewies Breakdancer Benedikt Mordstein alias B-Boy Bench. Unter seiner Anleitung übten (im Übrigen vorwiegend männliche Jugendliche) die ersten Schritte ein – schwer genug waren sie allemal, wie die älteren Zuschauer staunend feststellen mussten.

Und schließlich kamen auch die Kinder nicht zu kurz. Sie durften sich schminken, Luftballontiere basteln oder im Freigelände auf einer Hüpfburg tollen. Die Besichtigung der rundum sanierten und neugestalteten, erst vor wenigen Tagen eröffneten AOK-Räume dürfte wiederum vor allem die Erwachsenen interessiert haben. Bei alldem stand im Mittelpunkt: Man kann – vor allem vorsorgend – viel für seine Gesundheit tun.

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