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Landkreis Günzburg

21.01.2021

Abfallwirtschaftsbetrieb geht von hohem Defizit aus

Blick in einen mit Dosen gefüllten Wertstoff-Container. Der Abfallwirtschaftsbetrieb im Kreis Günzburg muss dieses Jahr eine Reihe enormer Kostensteigerungen verkraften.
Foto: Wolfgang Widemann

Plus Wie das Minus des Abfallwirtschaftsbetriebs im Kreis Günzburg reduziert werden könnte und was das für die Bürger bedeuten würde.

Die für die Bürger erfreuliche Nachricht vorweg: Die Müllgebühren bleiben in diesem Jahr stabil. Und das, obwohl der Abfallwirtschaftsbetrieb des Landkreises ein Minus von schätzungsweise 2,1 Millionen Euro einfahren wird. Doch dank noch gut gefüllter Rücklagen kann das Defizit ausgeglichen werden. Ob die Gebühren 2022 erstmals nach knapp 20 Jahren wieder einmal angehoben werden, ließen Werkleiter Anton Fink und sein Stellvertreter Bernd Oehler bei der gemeinsamen Sitzung von Werkausschuss und Kreisausschuss offen.

Mitte des Jahres könne mehr gesagt werden. Für den laufenden Betrieb rechnet Anton Fink heuer mit Ausgaben von 14,27 Millionen Euro, die Einnahmen sind mit 12,17 Millionen Euro veranschlagt. Durch einen Griff in die Rücklagen kann das Minus ausgeglichen werden, Kredite seien also weiterhin nicht nötig. Fink: „Der Abfallwirtschaftsbetrieb bleibt schuldenfrei.“ Die Müllgebühr bleibe deshalb noch unverändert. Der Werkleiter: „Betonung auf noch.“

Gebühren für Haus- und Biomüll bringen dem Abfallwirtschaftsbetrieb in Günzburg mehr als fünf Millionen Euro

Den Großteil seiner Einnahmen erwirtschaftet der Abfallwirtschaftsbetrieb aus der Grundgebühr (vier Millionen Euro) sowie aus den Leistungsgebühren für die Entsorgung von Haus- und Biomüll (5,56 Millionen Euro). Etwas mehr als 800.000 Euro bringen die Gebühren, die beim Wertstoffzentrum in Burgau-Unterknöringen erhoben werden.

Der Abfallwirtschaftsbetrieb müsse heuer eine Reihe enormer Kostensteigerungen verkraften, vor allem bei der Entsorgung von Grüngut und der Verwertung der rasant steigenden Mengen an Biomüll, erklärte Fink. Mit Kosten von knapp 900.000 Euro schlägt die Verwertung von Altstoffen zu Buche, an die Müllverbrennungsanlage in Weißenhorn müssen 2,15 Millionen Euro überwiesen werden.

Da ein Teil dieser Kostensteigerungen erst 2022 voll durchschlage, könne eine Erhöhung der Gebühren im kommenden Jahr nicht gänzlich ausgeschlossen werden. Mitte des Jahres würden Einnahmen und Ausgaben neu kalkuliert, bis dahin sei „alles offen“, erklärte Oehler.

Abfallwirtschaftsbetrieb investiert mehr als drei Millionen Euro

Bei den Investitionen sieht Fink in diesem Jahr Ausgaben von 3,35 Millionen Euro vor. 1,3 Millionen Euro werden in den Rückbau der Pyrolyseanlage und den Neubau des Abfall- und Wertstoffzentrums Burgau gesteckt, 1,2 Millionen Euro in die Sanierung alter Müll- und Bauschuttdeponien. Rund 700000 Euro werden in den Ausbau bestehender Wertstoffhöfe investiert, vor allem in Krumbach.

Der AfD-Fraktionsvorsitzende Gerd Mannes fragte nach, ob und gegebenenfalls wie das Defizit des Abfallwirtschaftsbetriebs reduziert werden könne. Landrat Hans Reichhart erwiderte, es gebe nur zwei Möglichkeiten. Entweder die Gebühren zu erhöhen oder die Serviceangebote für die Bürger „massiv“ zu reduzieren.

Die Gebühren würden für 2022 Mitte des Jahres neu kalkuliert, die Entsorgungsangebote wolle der Landkreis nicht abbauen – auch weil sonst die Gefahr bestehe, dass noch mehr Müll in die Landschaft gekippt würde. Der SPD-Fraktionsvorsitzende Gerd Olbrich erklärte, an dem „hohen Leistungsniveau“ dürfe nicht gerüttelt werden. „Unser Service wird von den Bürgern sehr geschätzt.“

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