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Kötz

26.07.2020

Abschied nach zwölf Jahren an der „Traumschule“ in Kötz

Nach zwölf Jahren, davon vier als Rektorin, verlässt Andrea Rebmann die Alois-Kober-Grundschule in Kötz, um die Schulleitung an der Grundschule in Bächingen im Nachbarlandkreis Dillingen zu übernehmen. Das Abschiedsfoto hat sie sich vor dem Lachgesicht des Schulhauses gewünscht.
Bild: Irmgard Lorenz

Plus Warum Rektorin Andrea Rebmann Kötz verlässt. Eine große Aufgabe nimmt sie mit an die neue Stelle.

Andrea Rebmann ist voller Begeisterung für die Alois-Kober-Grundschule in Kötz. Seit zwölf Jahren arbeitet sie dort, acht Jahre als Lehrerin, seit 2016 als Schulleiterin. „Die Überschaubarkeit, die familiäre Struktur, das wunderschöne Haus, eine tolle Elternschaft und so liebe Kinder ...“, Andrea Rebmann zählt auf, was sie an der Kötzer Schule so begeistert. Dennoch verlässt sie die Alois-Kober-Grundschule und tritt nach den Ferien als Schulleiterin in der Grundschule Bächingen (Landkreis Dillingen) an.

„Eigentlich verrückt!“, sagt die 55-Jährige, die aus Augsburg stammt und über Burgau und Stationen an verschiedenen Schulen im Landkreis Günzburg mit ihrer Familie schließlich nach Sontheim/Brenz gezogen und jahrelang von dort voller Freude nach Kötz gefahren ist.

Wer Andrea Rebmanns Augen leuchten sieht, wenn sie von der Kötzer Schule und dem Kollegium schwärmt, denkt nicht an Abschied, sondern eher an Neuanfang. „Meine Traumschule!“, sagt die Rektorin denn auch – und freut sich trotzdem auf die neue Aufgabe in Bächingen. „Dienstlich und privat“ habe der Schulort in nächster Nähe zu ihrem Wohnort einfach große Vorteile, sie könne dann sogar mit dem Rad zur Arbeit fahren, sagt sie.

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Andrea Rebmann beschränkt sich nicht auf Aufgaben einer Schulleiterin

Und, darauf legt die scheidende Kötzer Rektorin großen Wert, auch die Bächinger Schule sei klein und überschaubar: „Ich hab ein ganz gutes Gefühl.“ Wie auch in Kötz wird Andrea Rebmann sich nicht auf die Aufgaben einer Schulleiterin beschränken, sondern die Zweitklässler unterrichten. „Das ist der Raum, den ich gestalten kann, ein Fixpunkt für die Kinder und für mich“, sagt sie, missen möchte sie weder das Unterrichten noch die Leitungsaufgaben.

Bild: Bernhard Weizenegger

Dass sie ihre jetzige Klasse, angehende Zweitklässler abgeben muss, tut Andrea Rebmann leid. Aber die Chance auf eine wohnortnahe Schulleiterstelle wollte sie nicht ungenutzt lassen. Auch dass die Frage der Nachfolge in Kötz noch offen ist, bedauert die scheidende Rektorin. Aber sie weiß die Aufgaben bei ihrer Stellvertreterin Kathrin Kawalla, die kommissarische Schulleiterin wird, in guten Händen: „Sie wird das herausragend machen.“

Mit Rektorin Rebmann verlässt auch die Lehrerin für katholische Religion Ursula Wöhrle die Alois-Kober-Schule. Sie geht nach 20 Jahren in Kötz in Ruhestand. „Sie hat auch viele schöne Gottesdienste vorbereitet und war außerdem unser ökologisches Gewissen“, sagt die Schulleiterin.

Corona beschäftigt Andrea Rebmann auch an der neuen Schule in Bächingen

Ein Thema, das nicht nur das Schulleben radikal verändert hat, wird Andrea Rebmann auch an der neuen Stelle beschäftigen: Corona. Alle seien gespannt, wie sich Urlaub und Reisen auswirken, die Schulen müssten für alle Eventualitäten gerüstet sein. Erst kurz vor dem Schuljahresbeginn werde man erfahren, wie unterrichtet werden kann. Andrea Rebmann ist deshalb nicht bang, denn: „Wenn das Team stimmt, dann lässt sich vieles bewältigen.“

Auch wenn die digitale Ausstattung der Kötzer Schule nicht optimal war, habe vor allem Kathrin Kawalla rasch dafür gesorgt, dass die Schule über die Videoplattform Teams nicht nur Material verteilen, sondern für die höheren Klassen feste Unterrichtszeiten einrichten konnte. Mit ihren Erstklässlern hat Andrea Rebmann sich jeden Schultag zum virtuellen Morgenkreis getroffen. Beides sei bis zu den Osterferien ganz gut gelaufen, aber dann war die Luft raus.

Bild: Bernhard Weizenegger

„Kinder sind zuhause keine Schüler“, stellt die Rektorin fest, und Eltern, die Homeschooling, Haushalt und Beruf gleichzeitig bewältigen sollen, eben keine Lehrer. Die Asylkinder – es sind nur noch wenige, seit die Unterkunft in Kötz aufgelöst worden ist – habe man per Homeschooling kaum erreicht. „Die Schere hat sich gewaltig aufgetan“, sagt Andrea Rebmann. Für Kinder, die zuhause nicht intensiv gefördert werden können, habe sich Corona besonders negativ ausgewirkt.

Grundschule Kötz: Ein Tag war Präsenzunterricht, am folgenden Tag Homeschooling

Insgesamt aber ist sie froh, dass die Eltern der Grundschulkinder die Lösung „einen Tag Schule, einen Tag zuhause“ gut mitgetragen haben. Dieser Weg sei gerade im Hinblick auf Berufstätigkeit der Eltern oft nicht einfach, gebe aber den Kindern ein großes Stück Selbstständigkeit. Im Präsenzunterricht wird neuer Stoff erklärt und am folgenden Tag zuhause vertieft. Diese für die Grundschüler adäquate Lösung hätten die Eltern sehr gut unterstützt.

Überhaupt sieht Andrea Rebmann das gute Einvernehmen mit den Eltern als wesentlichen Erfolgsfaktor für ein gelingendes Schulleben. Diese Unterstützung habe sie in Kötz all die Jahre erlebt, nur die anonyme Beschwerde über Materialausgabe in der Hochphase des Corona-Lockdowns, die sei für sie und das ganze Kollegium „ein Schock“ gewesen. Andrea Rebmann gewinnt aber auch dieser nach ihren Worten „schlimmsten Zeit“ in Kötz etwas Positives ab: “Es gab so viele positive Rückmeldungen damals, das hat uns sehr ermutigt.“


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