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Leipheim

30.06.2017

Abschied von der Wundertüte

Cordula Baier verlässt nach 15 Jahren den Zehntstadel Leipheim und legt eine berufliche Pause ein.
Bild: Angela Brenner

Nach 15 Jahren als Kulturreferentin legt Cordula Baier eine berufliche Pause ein. Als sie damals anfing, war der Zehntstadel noch eine Baustelle.

Cordula Baier erinnert sich noch genau an ihren ersten Arbeitstag in Leipheim. Ihre zukünftige Arbeitsstelle, der Zehntstadel, war damals noch Baustelle und die Kulturreferentin konnte nur über provisorische Treppen in die einzelnen Stockwerke gelangen. 15 Jahre ist das nun her – seitdem hat sich viel getan. Der Zehntstadel hat sich als Veranstaltungsort in der Kulturszene in Leipheim und Umgebung etabliert und Cordula Baier hat es mit ihrem Team geschafft Jahr für Jahr ein abwechslungsreiches und immer wieder auch überraschendes Programm auf die Beine zu stellen. Doch damit ist jetzt Schluss – zumindest für Cordula Baier. Sie legt auf unbestimmte Zeit eine berufliche Pause ein.

Sie möchte mehr Zeit mit ihrer Familie verbringen

„Ich habe die Entscheidung getroffen, dass ich mehr Zeit für die Familie brauche.“ Es habe lange gedauert, erzählt die künstlerische Leiterin des Zehntstadels, bis sie sich zu diesem Entschluss durchgerungen hat. Sie möchte sich mehr auf ihre Familie konzentrieren und mehr Zeit mit ihren drei Söhnen verbringen. Am heutigen Freitag hat sie ihren letzten Arbeitstag im Zehntstadel und blickt nicht ohne Stolz auf die vergangenen 15 Jahre zurück. „Das war eine ganz spannende Zeit“, erzählt Cordula Baier. „Ich habe gespürt, dass die Leute sich darüber freuen, dass jemand da ist, der Leipheim mit Leben füllt.“ Eines ihrer ersten Projekte war die Hinterhofkultur, die 2003 zum ersten Mal stattfand. Die Künstler zogen von Hof zu Hof. So etwas hat es vorher noch nicht gegeben. „Ein engagierter Arbeitskreis half damals bei der Durchführung“, erzählt die Kulturreferentin. Heute liegt ihr Schwerpunkt auf der Arbeit im Zehntstadel. Pro Veranstaltung kommen durchschnittlich 130 Besucher, berichtet Cordula Baier. Das kann sich sehen lassen. Dabei betont sie: „Ich ermesse Erfolg nicht an großen Künstlern, die da waren. Das war nie unser Ziel.“ Vielmehr wollten sie und ihr Team überraschen und dem Publikum stets etwas Neues bieten. „Ich finde es schön, Künstler einzuladen, deren Namen vielleicht noch nicht jedem ein Begriff sind, bei welchen wir aber hohes Potenzial sehen und von deren Qualität wir begeistert sind.“

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Viele Projekte haben sich unter Baiers Leitung etabliert

Das Programm des Zehntstadels ist wie eine kleine Wundertüte: Für jeden soll etwas dabei sein, es soll die Leute überraschen und erfreuen – und stets Neues bieten. Als Beispiel nennt die Kulturreferentin das Klassik Open Air und den Bandwettbewerb „Top10stadel“, der 2004 durchgeführt worden ist. Der Kulturreferentin ist es so gelungen, auch junges Publikum in den Zehntstadel zu locken. Unter der Leitung von Cordula Baier haben sich in Leipheim etliche Kulturreihen und Projekte etabliert wie der Butterbrezel-Jazz, das Rote Foyer, die Tastentage und der Christkindlesmarkt von Kindern für Kindern.

Die Künstler, die im Zehntstadel auftreten, wählte Cordula Baier ganz bewusst aus. „95 Prozent von ihnen habe ich zuvor live gesehen.“ Sie wollte die Besucher aus ihrem Alltag herausholen und ihnen neue Impulse geben, erzählt sie. „Weil ich glaube, dass das das Leben bereichert.“ In den vergangenen 15 Jahren habe es kaum eine Saison gegeben, bei der nicht eine neue Idee oder ein neues Projekt im Programm war, das es so noch nie gegeben hat. „Das macht mich stolz.“ Auch weil sich das Team getraut hat, mal etwas Wagemutiges umzusetzen.

Doch jetzt steht erst einmal Ruhe auf dem Programm. „Ich freue mich auf Freizeit, auf Zeit mit meiner Familie und kulturelle Veranstaltungen ohne Druck zu erleben.“ Vorerst wird Cordula Baier nur als Besucher in den Zehntstadel zurückkehren. Die Leitung des Hauses übernimmt künftig ihre Kollegin Sandra Parada.

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