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Bühne

06.03.2017

Abu Dhabi, wir kommen!

Was tun, wenn plötzlich zwei Bauchtänzerinnen aus Arabien (Isabell Wörner und Doris Jedelhauser) vor der Tür stehen? Die „Wüstencasanovas“ Alois (Stefan Schäffler, links) und Siggi (Manuel Marek) haben ein Problem. Szenenfoto aus der Premiere von „Potztausend und eine Nacht“ in Gundremmingen.
Bild: Peter Wieser

Bauchtanz und ein Hauch von Arabien mit der Spielvereinigung Gundremmingen

„Potztausend und eine Nacht!“ Nicht allzu oft kommt es vor, dass im Gundremminger Auwald-Sportzentrum das Publikum munter unter orientalischen Klängen zu bauchtanzenden Schönheiten mitklatscht. Bei dem gleichnamigen Dreiakter von Jeanette Robia-Züger und Hansueli Züger, den die Theatergruppe der Spielvereinigung Gundremmingen derzeit präsentiert, jedenfalls ist das so. Am Samstag war Premiere und die war ausverkauft.

Ganz schön doof: Da gewinnt man eine Reise in den Orient und man kann sie nicht antreten – nur „weaga dem bleda Reisepass“. So jedenfalls ergeht es der sockenstopfenden Steinmeier Sofie (Josefine Lüdtke) und ihrer Nachbarin, der Haslberger Rosa (Roswitha Messerschmid). Ihre „Gommestiefl“ – die wären bei so einer Reise ja auch nicht verkehrt gewesen – hat Sofie jedenfalls umsonst hergerichtet. Deren Mann Alois (Stefan Schäffler) zeigt sich zunächst genauso enttäuscht: „Überall, wo mei Alte ohne mi nafliagt, dau isch’s schea.“ Denn Abu Dhabi sei ja auch „a bissle“ weiter als Südtirol. Letztendlich bleibt nichts anderes übrig, als dass Alois selbst, und zwar zusammen mit Rosas Gatten Siggi (Manuel Marek), sich auf das Abenteuer in tausend und eine Nacht begibt. Und ganz unangenehm ist den beiden das dann doch nicht.

Aber da gibt es noch zwei ganz andere Probleme: Ehepaar Steinmeiers Tochter Evi (Nadine Sauter) und Siggis Bruder Walter (Richard Oberlander) – „der isch ja bloß a Poschtbot’, wie es heißt“ – fühlen sich zueinander hingezogen und würden lieber mehr voneinander haben, als heimlich im Heuboden die „Heuhaufa umbeuga“. Und dem Mariele, der rot-weiß wollbesockten, in höchst falschen Tönen singenden Magd (Julia Wörner) und dem etwas verstotterten und ständig „nervevösen“ Knecht Gustl (Thomas Oberlander) fehlt zum Heiraten schlichtweg das Geld. Die Lösung rückt näher, als Alois und Siggi beduinengewandet, noch in orientalischen Träumen schwelgend, aus Arabien zurückkehren: Zwischen Fata Morgana und heißem Wüstensand sind die beiden mit zwei reizenden Schönheiten leicht „ins Trudla“ gekommen. Und diese stehen mit Fatima und Suleika (Isabell Wörner und Doris Jedelhausen) plötzlich bauchtanzend vor der Tür der Wüstencasanovas.

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Schwer hatten es die Akteure am Samstag nicht. Sie überzeugten nämlich nicht nur durch Mimik und Auftreten, sondern vor allem mit fröhlich-schwäbischen Kommentaren, die vom „orientalischen Teppichklopfer“ bis hin zu heiteren Feststellungen, wie „Du hasch doch grad amal oi Gehirnzell mehr wia a Rauhaardackl“ reichten. Und die große Bühne trug ebenfalls mit dazu bei, an einem Geschehen teilzuhaben, das nicht nur stetig das Publikum, sondern zeitweise gar die Darsteller selbst zum Lachen brachte. Neben ihrer Rolle als Rosa Haslberger führt Roswitha Messerschmid die Regie, Sonja Oberlander wirkt als Souffleuse mit. Die weiteren Personen um Petra Schmid, Abteilungsleiterin Theater, sind unter anderem Bianca Wiedemann und Stefanie Berchthold (Maske) sowie Allround-Genie Gabi Roth.

Für die weiteren Aufführungen am Freitag, 10., Samstag, 11. und Sonntag, 12. März, gibt es unter der Kartenhotline 0151/70016713 noch Restkarten.

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