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Entsorgung

11.05.2018

Abwassergebühren sinken

Die Gebühren für die Abwasserbeseitigung sinken.

Die Neukalkulation bringt in Kötz erfreuliche Ergebnisse. Warum der Gemeinderat einen erst im April gefassten Beschluss revidiert und warum sich niemand zu früh freuen sollte

Knapp eine Million Euro steckt die Gemeinde Kötz in den Jahren 2018 bis 2021 in den Kanalbau. Darin enthalten sind die Erneuerung der Kanäle in der Waldsiedlung, eine neue Kanalisation im Ortskern von Ebersbach und die Sanierung des Mischwasserkanals an der Kreisstraße GZ4/Ichenhauser Straße in Großkötz. Vor einem Monat hatte der Gemeinderat beschlossen, deshalb von den Bürgern Verbesserungsbeiträge zu verlangen. Dieser Beschluss wurde jetzt aufgehoben.

Allerdings sollte sich niemand zu früh freuen, denn letztendlich müssen alle an die Kanalisation angeschlossenen Bürger ihren Beitrag zu den Baumaßnahmen leisten. Die Gesamtkosten sinken nicht, sie werden aber auf anderem Wege von den Bürgern erhoben.

Wohl wegen des Feiertags waren nur neun Gemeinderäte anwesend, sechs hatten sich entschuldigt, einer fehlte außerdem. Die neun anwesenden Ratsmitglieder und der Bürgermeister revidierten einstimmig den Ratsbeschluss vom April und beschlossen, auf Verbesserungsbeiträge zu verzichten und die Kosten über Kanalgebühren zu decken.

Impuls für diesen Sinneswandel war die Neukalkulation der Abwassergebühren, deren Ergebnisse Bürgermeister Ernst Walter kurz so umriss: „Es sieht sehr gut aus.“ Das liegt daran, dass die Nachkalkulation der Jahre 2014 bis 2017 eine Überdeckung ergeben hat, die Bürger haben also für ihr Abwasser mehr bezahlt als dessen Beseitigung tatsächlich gekostet hat. Diese Überdeckung muss auf den Kalkulationszeitraum 2018 bis 2021 verteilt werden. Deshalb sinken also für diese vier Jahre die Abwassergebühren in Kötz. Und weil die Bürger somit ohnehin entlastet werden, will die Gemeinde für die bevorstehenden Kanalbaumaßnahmen (Waldsiedlung, Ebersbach, Ichenhauser Straße) keinen Verbesserungsbeitrag erheben, sondern diese Kosten über die Abwassergebühren einnehmen. Ein Verbesserungsbeitrag hätte eine sehr große Belastung für die Verwaltung bedeutet, machten Bürgermeister Walter und Geschäftsstellenleiterin Sabine Ertle mehrfach deutlich. Eine Verwaltungskraft wäre damit ein ganzes Jahr lang ausgelastet gewesen, sagten sie. „Es ist wirklich eine Mordsarbeit!“, sagte Walter den Gemeinderäten. „Aber wir scheuen uns nicht davor.“ Zudem hätte es aber auch einer Satzung für die Verbesserungsbeiträge bedurft, und Satzungen bedeuteten immer auch ein Prozessrisiko, argumentierten Walter und Ertle.

Nach einigen Nachfragen von Gemeinderat Michael Seitz („Die Argumentationsschiene war vor vier Wochen noch ganz anders!“) stimmten die Kötzer Gemeinderäte dann dem Vorschlag der Verwaltung entsprechend ab, ohne Gegenvotum. Auf Verbesserungsbeiträge für die Abwasserbeseitigung wird also in den Jahren 2018 bis 2021 verzichtet. Die Abwassergebühr sinkt von bislang 2,60 Euro pro Kubikmeter auf 2,12 Euro. Die Niederschlagsgebühr sinkt von 28 auf 21 Cent pro Kubikmeter. Wären die Bürger zu Verbesserungsbeiträgen herangezogen worden, hätte die Kommune die Abwassergebühr sogar auf 2,03 Euro pro Kubikmeter und die Niederschlagsgebühr auf 20 Cent pro Kubikmeter senken können. Die Grundgebühr beim Abwasser bleibt unverändert.

Während also alle, die Abwasser in Kanäle einleiten, von der Gebührensenkung profitieren, wird es für diejenigen, die ein Haus bauen oder ein bestehendes Gebäude vergrößern, teurer. Sie müssen Herstellungsbeiträge bezahlen, die von bisher 68 Cent pro Quadratmeter Grundstücksfläche auf 76 Cent angehoben werden. Pro Quadratmeter Geschoßfläche liegt der neue Herstellungsbeitrag bei 8,79 Euro. Bisher waren es 8,41 Euro. Und in vier Jahren wird wieder neu gerechnet.

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