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Kammeltal

30.06.2017

Ärger über Flickschusterei

Die Sanierungsarbeiten auf der Staatsstraße zwischen Ettenbeuren und Ichenhausen sorgen für Ärger.  
Bild: Bernhard Weizenegger (Symbolfoto)

Warum das Staatliche Bauamt Kammeltals Zweiten Bürgermeister abfertigt.

Das Verhältnis zwischen der Gemeinde Kammeltal und dem Staatlichen Bauamt Krumbach scheint nicht gerade optimal zu sein. Bei einer Nachfrage wegen aktueller Sanierungsarbeiten auf der Staatsstraße zwischen Ettenbeuren und Ichenhausen ist der Zweite Bürgermeister Johann Anwander offenbar abgefertigt worden. So berichtete er in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats.

Dieser Abschnitt der Staatsstraße werde gerade wieder „geflickt“, wie es Kammeltals Bürgermeister Matthias Kiermasz in der Sitzung des Gemeinderats am Dienstagabend ausdrückte. Daher hatte Anwander bei der Straßenbaubehörde nachgefragt, ob die seit Längerem als Holperstrecke bekannte Staatsstraße 2023 nicht komplett saniert werden könne. Die Antwort eines Sachbearbeiters des Bauamtes fiel laut Anwander ziemlich drastisch aus: „Die Gemeinde sei gut beraten, wenn sie sich um ihre Straßen kümmere, damit habe sie genug zu tun.“

„Es wird mit zweierlei Maß gemessen“

Kiermasz erinnerte daran, dass erst in diesem Jahr vom Vollausbau der Kreisstraße GZ 17 zwischen Deubach und dem Kammeltaler Ortsteil Goldbach die Rede gewesen ist, obwohl sich diese Straße nach seinem Eindruck in einem besseren Zustand befinde. Dagegen erfolge auf der Staatsstraße 2023 „ständig Flickschusterei“. Anscheinend werde bei den Arbeiten mit zweierlei Maß gemessen. Wenn Geld aus einem anderen Topf – wie vom Landkreis fließe – gehe es schnell, in anderen Fällen fänden nur Reparaturen statt, obwohl bekannt sei, in welch schlechtem Zustand sich die Staatsstraße befindet.

Zum Straßenzustand ergänzte Gemeinderat Robert Paulheim, dass die Kreuzung von Staatsstraße 2023 und Staatsstraße 2024 in Ettenbeuren „massive Unebenheiten“ aufweise, die sogar eine Gefahr für Radler darstelle. Die Gemeinde werde der Sache nachgehen, versicherte Bürgermeister Kiermasz.

Im gleichen Zusammenhang bestätigte er, dass für den Ausbau der Staatsstraße 2024 zwischen Kleinbeuren und Unterknöringen die Ausschreibung laufe. Dort soll parallel zur Straße ein Radweg gebaut werden. Probleme verursache aber derzeit noch der Grunderwerb, sagte Kiermasz auf Nachfrage unserer Zeitung.

Roswitha Schömig, die für den Straßenbau im Landkreis Günzburg zuständige Ingenieurin des Staatlichen Bauamtes, bedauerte währenddessen im Gespräch mit unserer Zeitung, dass derartige Äußerungen im Staatlichen Bauamt gefallen seien. Sie selbst wisse nichts von diesem Vorfall, wolle es aber auch nicht ausschließen. Sie bestätigte, dass auf der Staatsstraße 2023 gerade Unterhaltungsmaßnahmen durchgeführt werden. Doch dafür sei nicht das Staatliche Bauamt, sondern die Straßenmeisterei Günzburg zuständig. Es gehe um notwendige Arbeiten in den Seitenbereichen, um die Straße noch bis zur kompletten Sanierung erhalten zu können.

Eine Prioritätenliste wird abgearbeitet

Seit einer Woche läuft im Bauamt eine Zustandserhebung, mit der verglichen wird, wie sich unter anderem diese Straße entwickelt habe. Mit einer Prioritätenliste werden die Sanierungen dann abgearbeitet, so Schömig. Sollte die Verkehrssicherheit gefährdet sein, könnte eine Sanierung auch schneller durchgeführt werden. Im Landkreis Günzburg gebe es mehrere Straßen, die der Baubehörde Sorgen machten, sagte Roswitha Schömig. Darunter auch die Staatsstraße 2024 von Kleinbeuren nach Unterknörigen. Sie rechnet mit einem Start der Sanierung noch in diesem Jahr einschließlich des Neubaus eines Radweges.

Dass die Prioritäten der Straßensanierungen für Bürgermeister und Gemeinderäte manchmal schwer nachzuvollziehen seien, erklärt die Ingenieurin mit den verschiedenen Töpfen, aus denen die Geldmittel fließen. Der Landkreis Günzburg wolle bei bereitstehender Finanzierung, dass dessen Straßen möglichst schnell an die Reihe kommen.

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