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Kreis Günzburg

17.11.2017

Ärger über den Landkreis beim Treffen der Günzburger Vereine

Gespräch am Rande des Vereinstreffs (von links): Gerhard Jauernig (OB Günzburg), Till Hofmann (Günzburger Zeitung), Gerhard Skrebbas (VfL Günzburg), Philipp Rauner (TSV Wasserburg).
Bild: Peter Bannwarth/Stadt Günzburg

Zum 30. Mal gibt es den „Runden Tisch“. Warum es an einer Stelle diesmal sehr kritisch geworden ist.  

Der Ärger sprudelte aus Gerhard Skrebbas beim „Runden Tisch der Vereine“ am Mittwochabend im Sportheim des TSV Wasserburg nur so heraus: Gesellschaftspolitisch sei das, was vom Landkreis vorgeschlagen wurde, „nicht nachvollziehbar“, sagte der Vorstandsvorsitzende des VfL Günzburg. Die ursprünglichen Pläne der Kreisverwaltung sehen vor, von den Sportvereinen deutlich mehr Entgelte für die Nutzung der landkreiseigenen Hallen zu verlangen als bisher. 14 Euro pro Stunde und Hallenteil entsprechen einer über 200-prozentigen Steigerung bei Erwachsenen und über 400 Prozent mehr bei Kindern und Jugendlichen. „Damit können insgesamt die Ehrenamtlichen nicht leben“, sagte er. Und er sagte noch dazu, dass er sich vera... fühle. Das Wort führte Skrebbas nicht zu Ende.

Günzburgs Oberbürgermeister Gerhard Jauernig (SPD) verstand die Sichtweise des Vereinschefs nur zu gut. Er hat mit den Bürgermeistern von Burgau, Ichenhausen, Krumbach und Thannhausen heute Vormittag ein Gespräch mit Landrat Hubert Hafner im Günzburger Landratsamt. In diesen Kommunen stehen die Hallen, um die es geht. Jauernig erwartet „von der politischen Führung des Landkreises eine Richtlinienentscheidung“, sagte er vorab. Der Landkreis solle sich an die Sportförderung der Stadt Günzburg anlehnen. „Dort kosten Kinder und Jugendliche, die in städtischen Hallen trainieren, den Vereinen keinen Cent.“ Mit einer maßvollen Gebührenanhebung bei den Erwachsenen könne er leben.

Pikante Note am Rande: Der Landkreis beruft sich bei seinem Vorhaben auf ein Gutachten es Bayerischen Kommunalen Prüfungsverbandes – eine Art Oberster Rechnungshof auf kommunaler Ebene. Der Verbandsvorsitzende heißt: Gerhard Jauernig.

Das ficht den Oberbürgermeister nicht an. Das Gutachten sei unabhängig von seiner Person und auf Wunsch des Landkreises erstellt und vom Kreis auch bezahlt worden. Es ist für Jauernig keineswegs bindend, sondern stelle eine Empfehlung dar: „Eines von mehreren Argumenten, die es abzuwägen gilt.“

Landrat Hafner (CSU) verwies gestern auf Nachfrage darauf, dass er beispielsweise aus dem Landkreissüden durchaus Zustimmung für seine Vorgehensweise erfahren habe. „Es gibt genügend Hallen, an den denen der Landkreis nicht beteiligt ist.“ Vereine, die dort trainierten, würden vom Kreis auch nicht subventioniert. „Auch das ist ungerecht“, so Hafner.

Neben diesem Ärgernis hatten wechselweise Vereinsvertreter und die Stadt viel Lob füreinander parat. Eine der ersten Amtshandlungen von Jauernig war es vor 15 Jahren, die Günzburger Vereine im halbjährlichen Rhythmus zusammenzuholen, „damit der eine vom anderen weiß“. Termine würden auf diese Weise rechtzeitig vorher abgestimmt.

Von den 220 Vereinen in Günzburg füllten am Mittwoch 101 Vertreter den Saal beim 30. Runden Tisch. Vor der musikalischen Unterhaltung durch das Männer-Quartett „Just 4 Fun“ (Klaus Mohr, Herbert Siebenrock, Manfred Merk-Viola, Herbert Miller; musikalische Leitung: Christine Lerch) und der Bekanntgabe der städtischen Termine im kommenden Jahr verriet Till Hofmann, Redaktionsleiter der Günzburger Zeitung, was Vereine bei ihrer Öffentlichkeitsarbeit beachten sollten.

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