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Soziales

07.05.2020

Aktion Mensch fördert Traumaberatung

Die Stiftung setzt ihr finanzielles Engagement um eineinhalb Jahre fort

Gute Nachrichten für die KJF Kinder- und Jugendhilfe. Nach monatelanger Verunsicherung entschied sich das Kuratorium der Aktion Mensch für eine Weiterförderung des Projektes „Beratung und Unterstützung von traumatisierten Flüchtlingen“ um 1,5 Jahre bis Ende August 2021. Damit können Sabrina Sowa und Karlheinz Höfele ihre Beratungsarbeit fortführen.

„Die Arbeit der Mitarbeiter, zu denen im vergangenen Jahr als Elternzeitvertretung Bettina Rösch gehörte, wird gut angenommen und trägt Früchte“, sagt Einrichtungsleiter Artur Geis. Belegt wird dies im kürzlich vorgelegten Jahresbericht 2019. So konnten im Berichtsjahr 54 Flüchtlinge sowie über 300 Familienangehörige und einbezogene Helfer beraten werden. Die meisten Betreuten stammen aus Afghanistan und Syrien. Zwei Drittel der Klienten waren männlich. Im Gegensatz zu 2018 war 2019 ein Schwerpunkt mit 18 Fällen in der Altersgruppe von sechs bis elf Jahren. Damit wird deutlich, dass das Thema Trauma häufig über Generationen transportiert wird und sogenannte Traumafolgewirkungen auch bei den Kindern auftauchen, wie Geis betont.

Viele Kinder übernehmen beispielsweise die Ängste der Eltern oder fühlen sich für ihre psychisch kranken Eltern verantwortlich. Für die Berater geht es einerseits oft um direkte Stabilisierung der betroffenen Erwachsenen oder Kinder, anderseits vielfach um Psychoedukation – sprich Aufklärung über Erkrankungen und deren Symptome.

Neben der Einzelberatung der Menschen mit Fluchthintergrund gibt es verschiedene Gruppenangebote. Neben der direkten Arbeit mit Betroffenen konnte auch die Zusammenarbeit im Netzwerk von Helfern und Institutionen wie Schulen und Kindertageseinrichtungen intensiviert werden. Nach der Zusage für die Weiterarbeit freuen sich die Berater über Anfragen. Das Angebot ist grundsätzlich kostenfrei. Neben der Förderung durch Aktion Mensch werden Eigenmittel der katholischen Jugendfürsorge Augsburg benötigt. Daher sind finanzielle Unterstützungen Geis zufolge „willkommen und hilfreich“. Mitarbeiter der Traumaberatung sind telefonisch zu erreichen unter:

0175/9996696.

0151/14220247.

Auch per E-Mail ist ein Kontakt möglich: traumaberatung@kjf-kjh.de (zg)

Wegen der Corona-Krise muss der für 30. Juni geplante Fachtag mit dem Traumaexperten Lutz Besser in den Räumen der AOK Günzburg verschoben werden. Ein Ersatztermin steht noch nicht fest.

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