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Tagebuch

09.05.2020

Alpenüberquerung: Schwere Herzen und ein dickes Dankeschön

Über mehrere Monate schilderte Sabine Schneider ihre Eindrücke aus der Vorbereitung auf den Alpen-Cross der DAV-Sektion Günzburg. Die für Juli 2020 geplante Radtour musste jetzt abgesagt werden. Aber das soll nur für dieses Jahr das letzte Wort sein.
Bild: Bernhard Weizenegger

Corona-bedingt kann die vom Alpenverein Günzburg vorbereitete Radtour von Füssen nach Torbole nicht stattfinden. In die Wehmut der Sportler mischt sich Vorfreude.

Dass das Abenteuer Alpenüberquerung auf dem Fahrrad so abrupt enden könnte, daran dachte vor acht Wochen, Anfang März 2020, niemand ernsthaft. Klar, in unserer zweiten Spinning-Stunde witzelten wir noch, ob das nächste Treffen überhaupt stattfindet. Okay, wenn nicht drinnen, dann doch bestimmt draußen. Guter Hoffnung dachten wir, draußen fahren bei dem super Wetter macht doch voll Spaß.

Aber schon einen Tag später war uns klar, das geht nicht. Also cancelten wir die Ausfahrt. Doch auch danach kam alles ganz anders, als wir erwartet hatten. Und alles dauert jetzt vor allem viel länger als erwartet.

Zunächst kam in unserer Gruppe der Gedanke auf, 14 Tage Trainingsausfall seien kein Beinbruch. Brav trainierte jeder für sich weiter. Aber auch in unserer Gruppe hat Corona leider keine Ausnahme gemacht und ein paar von uns mussten zwischendurch in Quarantäne.

Alpenüberquerung: Schwere Herzen und ein dickes Dankeschön

Alles nicht schlimm, hieß die Hoffnung, auch weitere zwei Wochen ohne Training sind doch kein Problem, die von der Sektion Günzburg des Deutschen Alpenvereins für zwölf Radfahrer vorbereitete Alpenüberquerung von Füssen nach Torbole soll ja erst am 4. Juli starten. Also weiter alleine trainieren, den vorgegebenen Puls aus der Leistungs-Diagnostik einhalten.

Und so ging es Woche um Woche und jetzt musste unser Tour-Guide Oliver Kratzel die Veranstaltung schweren Herzens absagen.

Irgendwann musste man sich eben entscheiden. Die gebuchten Hotelzimmer zum Beispiel mussten rechtzeitig storniert werden. Zudem floss natürlich in die Entscheidung auch ein, dass die erforderlichen gemeinsamen Trainingseinheiten einfach nicht in absehbarer Zeit stattfinden können.

Es steckt viel Zeit und Arbeit drin

Das ist sehr, sehr schade für uns Teilnehmer. Aber noch mehr tun uns für unsere Guides Steffi Wiedenmann, Mario Kästner und Oliver Kratzel leid. Sie haben so viel Zeit, Arbeit und Herzblut in den Alpen-Cross gesteckt. Uns bleibt nur zu sagen: Danke, danke, danke!

In diesem Zusammenhang habe ich auch über das Ehrenamt insgesamt nachgedacht. Es ist ja wirklich mega, was die Macher seitens des DAV Günzburg da auf die Beine gestellt haben.

Wer jetzt denkt, „So ein bisschen Alpenüberquerung ehrenamtlich organisieren, das geht schon“, der weiß nicht, was dahinter steckt. Spontan fällt mir dazu ein:

– Ein Jahr vorher die Strecke abfahren und dafür eine Woche Urlaub opfern;

– Überlegen, wie ziehe ich das Ganze möglichst kostengünstig auf;

– Referenten (Schrauberkurs, Bike-Fitting) und Trainer (Spinning, Ausfahrten, Technikkurs) finden;

– Zimmer buchen:

– Gepäcktransport organisieren;

– Versicherungsfragen klären;

– werben;

– nochmals eine Woche Urlaub für die Tour opfern;

– die Sportler motivieren und schließlich

– immer für die Teilnehmer da sein.

Bitte, helft den Vereinen!

Aus all dem folgt mein genereller Appell für das Ehrenamt, denn ich weiß, wovon ich spreche: Wenn Euch Vereinsvorsitzende um Mithilfe bitten, dann meldet Euch bitte.

Egal, was es letztlich ist: Alles hilft. Und es motiviert alle anderen Ehrenamtlichen. Es wäre doch schade, wenn die Vereine sterben würden…

Und wir? Wir freuen uns schon jetzt auf das nächste Jahr. Da holen wir das Ganze nach.

Es wäre schön, wenn Ihr dann meinen Blog wieder verfolgen würdet. Bis dahin: Bleibt alle gesund!

Eure Sabine Schneider

Lesen Sie auch die ersten Folgen des Blogs von Sabine Schneider:

Los geht's mit einem Schrauber-Kurs

Vor der Radtour steht die Leistungsdiagnose

Was dem Rad hilft, nutzt auch dem Sportler

Was es mit dem Tagebuch auf sich hat, erfahren Sie hier:

Per Mountainbike über die Alpen

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