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Günzburg

05.11.2019

Am Auweg entsteht ein neuer Stadtteil für bis zu 1500 Günzburger

So soll es einmal aussehen, das Gelände am Günzburger Auweg. Gegenüber dem Bahnhof plant ein Investor Wohnungen für bis zur 1500 Menschen, dazu kommen Gebäude für die Nahversorgung, ein Kindergarten und weitere Einrichtungen. Ein Radweg soll an der Günz entlang zur Donaumündung führen.
Bild: Stadt Günzburg

Plus Auf dem Areal am Bahnhof sollen in den nächsten Jahren etwa 300 Wohnungen und Versorgungseinrichtungen entstehen. Die Stadt verspricht sich davon noch mehr als nur Wohnraum.

Zwei Tage lang drehte sich damals Anfang 2015 bei den Günzburger Stadträten nur um das eine: Wie geht es weiter mit dem Areal am Auweg? Man sei sich damals recht einig gewesen, dass dies der ideale Platz im Stadtgebiet wäre, um mehrgeschossigen Wohnungsbau zu realisieren, erinnerte sich CSU-Stadtrat Thomas Ermer an die Ergebnisse der damaligen Stadtrats-Klausurtagung.

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Im Dezember 2016 beschloss das Gremium dann ganz offiziell den städtebaulichen Rahmenplan für das Vorhaben. In seiner vorletzten Sitzung des Jahres 2019 hat der Stadtrat das Vorhaben nun ein großes Stück weiter gebracht: Ein vorhabenbezogener Bebauungsplan für das Gebiet wird aufgestellt. Für die zahlreichen Besucher, die sich wegen dieses ersten Punktes der Tagesordnung im Sitzungssaal eingefunden haben, war dabei besonders spannend, was Joachim Heby, der Geschäftsführer des Investors Immo-Projekt aus Kaufbeuren, über die Planungen zu erzählen hatte. Immerhin sollen dort im Laufe der kommenden Jahre Wohnungen für 1000 bis 1500 Menschen und weitere Einrichtungen entstehen.

Neues Baugebiet schafft auch Raum für Radweg an der Günz

Ein Modell, das die Planer im Foyer des Sitzungssaals aufgestellt hatten, zeigte das anschaulich: Dort, wo derzeit unter anderem noch die verfallenden Gebäude der Kaffeefabrik Strehle stehen, sind sechs Wohnhöfe vorgesehen, dahinter fließt die Günz das letzte Stück der Donau entgegen. „Entlang der Günz ist ein neuer Radweg mit Anbindung an den Bahnhof vorgesehen“, erläuterte Heby. Eine Brücke für Fußgänger und Radler soll über die Günz führen.

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Wasser spielt auch ein Stück weiter entfernt eine Rolle, wo die Stadt Grundstücke wie die Fläche der ehemaligen Tierzuchthalle – jetzt der Pendlerparkplatz – im Besitz hat. Hier wollen die Planer den Stadtgraben freilegen und eine Wasserlandschaft in der Nachbarschaft zu Gebäuden schaffen, in denen später eine Kindertagesstätte, betreutes Wohnen oder auch eine Tagesstätte für Senioren eingerichtet werden sollen. Ein geschlossener Bauriegel entlang der Gleise am Bahnhof soll als Standort für einen Nahversorger dienen, Supermarkt und Bäckerei könnten nach den Worten Hebys als Versorger für das ganze Quartier dienen. Bis zu 300 neue Wohnungen werden entstehen, dazu kommen die Menschen, die bereits am Auweg wohnen und arbeiten.

Gewerbliche Nutzung am Auweg ging über die Jahre zurück

Letztere waren früher deutlich mehr. Oberbürgermeister Gerhard Jauernig erinnerte daran, dass es eine Menge von gewerblichen Nutzungen am Auweg gegeben habe, die aus unterschiedlichen Gründen aufgegeben wurden. „Für die Stadt stellte sich die Frage, ob man das Gelände so belassen soll oder sich für eine sinnvolle, geplante neue Nutzung entscheidet.“ Spannend ist das Projekt aus Sicht des Oberbürgermeisters auch unter dem Aspekt des Klimaschutzes. Denn die Menschen, die in das neue Gebiet einziehen werden, wohnen nicht nur direkt an den beiden Flüssen als Naherholungsgebieten und mit kurzen Wegen in die Innenstadt mit ihren Einkaufsmöglichkeiten, Behörden und Schulen. Sie leben auch ganz nah an der Bahnlinie Ulm-München. Das macht die Wohnungen für Pendler mit dem öffentlichen Nahverkehr hochinteressant.

Von den Vertretern der Stadtratsfraktionen gab es einhelliges Lob für das als Günz-Donau-Park betitelte Projekt, in dem noch viel Arbeit steckt, wie Thomas Ermer ausführte. „Es wird zusätzlicher Pkw-Verkehr entstehen, den wir abwickeln müssen. Außerdem müssen wir auf Verträglichkeit mit der vorhandenen Nutzung achten.“

Pendlerparkplätze am Bahnhof in Günzburg müssen verlegt werden

Ermer meinte damit nicht nur das Günzburger Volksfest , dessen angestammter Festplatz in direkter Nachbarschaft zu den neuen Wohnungen liegt. „Ein Ersatz für den derzeitigen Pendlerparkplatz könnte weiter östlich entstehen – aber das funktioniert nur, wenn man nicht außen rum zum Bahnhof laufen muss.“ Die Verlegung zusammen mit einem Durchstich am Bahnhof, damit die Pendler weiterhin kurze Wege zum Bahnsteig haben, hat auch für UWB-Rat Hans Kaltenecker hohe Priorität. „Außerdem ist die Einbindung der vorhandenen Anwohner in die Planung von höchster Wichtigkeit“, so Kaltenecker.

Simone Riemenschneider-Blatter (SPD) lobte besonders die Vorstellung eines durchgrünten Stadtquartiers. Ähnlich äußerte sich auch GBL-Stadträtin Birgit Rembold. „Wir können als Stadt bei der Ansiedelung des Nahversorgers viel machen, darauf achten, dass wir vielleicht nicht den Discounter herholen, sondern ein hochwertiges Angebot. Damit werden wir Menschen anziehen, die das schätzen.“

Reicht der Platz der Unterführung am Auweg aus?

Für Manfred Proksch (Freie Wähler) war der einzige Wermutstropfen des Vorhabens die Tatsache, dass sich die Stadt bei der Erneuerung der Bahnunterführung nicht zu einer zweispurigen Variante hatte durchringen können. Hier wird die Unterführung durch die Bahn saniert. (Lesen Sie dazu auch: So läuft der Bau der neuen Auweg-Bahnbrücke in Günzburg ) „Eine zweite Fahrspur hätte die Stadtkasse zwar belastet, doch das wird uns wieder einholen, wenn durch das neue Baugebiet das Verkehrsaufkommen steigt“, prognostizierte Proksch. Ansonsten schloss er sich den lobenden Worten seiner Stadtratskollegen an: „Das ist ein Meilenstein in der Entwicklungsgeschichte der Stadt.“

Den einstimmigen Beschluss des Gremiums, die Bebauungspläne „Zwischen Auweg und Günz“ und „ehemalige Tierzuchthalle“ aufzustellen, bekamen die zahlreichen Zuhörer der Stadtratssitzung noch mit, danach leerte sich der Zuhörerraum zusehends. Ganz so schnell wird es mit dem Bauvorhaben nicht vorangehen – im Stadtrat geht man von einem Zeitraum von zehn Jahren aus, in denen sich das Gebiet entwickeln wird.

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