1. Startseite
  2. Lokales (Günzburg)
  3. Am Jettinger Gerätehaus fehlt ein Hydrant

Feuerwehr

08.01.2019

Am Jettinger Gerätehaus fehlt ein Hydrant

FW_Haus_Jettingen_Mrz2010_2.JPG
2 Bilder
Am Jettinger Feuerwehrhaus fehlt ein Hydrant.
Bild: Bernhard Weizenegger (Archiv)

Das bringt gefährliche Situationen mit sich. Aber der Rathauschef sagt den Löschkräften eine baldige Abhilfe zu. Die Unfallrettung wird indes immer komplizierter.

Ohne Löschwasser geht bei der Feuerwehr gar nichts. Da funktioniert nicht mal die Ausbildung des Nachwuchses. Weil am Jettinger Gerätehaus ein Hydrant fehlt, müssen Übungen der Jugend im öffentlichen Straßenbereich stattfinden, was nicht gerade zur Sicherheit beiträgt. Das kam bei der Generalversammlung der Jettinger Wehr zur Sprache, die von einem hochrangigen Politiker besucht wurde.

Weiterlesen mit dem Plus+ Paket

Dieser Inhalt ist älter als 30 Tage und steht daher nur Abonnenten mit einem Plus+ Abo zur Verfügung.
Jetzt ab 0,99 € testen

Hans Reichhart, erst seit knapp zwei Monaten ins Kabinett berufener neuer bayerischer Staatsminister für Bauen, Wohnen und Verkehr, machte am Sonntagabend im Gasthaus Sonne eine Stippvisite bei den Wehrleuten seines Heimatortes, entschwand aber wenig später zum weiteren Termin. Sein Vater, Bürgermeister Hans Reichhart und Vorsitzender des Feuerwehrvereins, sagte, es mache ihn stolz, dass so viele Jugendliche dabei seien.

Im vergangenen Jahr sei die Wehr von ganz schweren Einsätzen bei Unwetter und anderen Schadensereignissen verschont worden. Die Bereitschaft zur Weiterbildung der Rettungskräfte angesichts besonderer technischer Herausforderungen bei Einsätzen stufte er besonders positiv ein. Für dieses Jahr kündigte Reichhart größere Investitionen an, wie bei der Atemschutzausstattung für alle Wehren der Marktgemeinde im Umfang von 80000 Euro, Rückflussverhinderer bei der Entnahme von Löschwasser aus dem öffentlichen Netz, neue Atemschutzanzüge und eine neue Tragkraftspritze für die Rieder Wehr. Außerdem werde es heuer Gespräche über ein einheitliches Ausstattungsprogramm aller Wehren im Ort geben.

ecsImgBannerNewsletter250x370@2x-1315723864673274678.jpg

Die Situation bei den Übungen kann kritisch werden

Von der aktiven Wehr, vertreten durch Mathias und Dominik Fink, wurde die Problematik der fehlenden Wasserentnahmestellen in einem umfangreichen schriftlichen Antrag an Bürgermeister und Markträte zur Sprache gebracht. Dies betreffe vor allem die Ausbildung der Nachwuchskräfte. So müssten beispielsweise Übungen an Unterflurhydranten „in einem unübersichtlichen Kurvenbereich“ im Markt erfolgen. Kritisch deshalb, weil „Absperrungen trotz Blaulicht, Absperrband, Leitkegel und Warnleuchten ignoriert werden“, heißt es im Antrag. Nicht zuletzt werde die Übungsfläche als Parkmöglichkeit von Lkw genutzt: „Ein Zustand, der in der heutigen Zeit nicht mehr zeitgemäß ist.“ Bürgermeister Reichhart sicherte noch in der Versammlung eine baldige Abhilfe zu. Der Bauhof werde „zeitnah“ eine circa 70 Meter lange Anschlussleitung zum Gerätehaus legen.

Kommandant Markus Schmucker informierte über 45 Einsätze der aktiven Wehr mit 36 Kräften, darunter drei Frauen und 19 Jugendlichen, im vergangenen Jahr. Sie reichten von kleineren Aktionen wie Tierrettungen über Wohnungsöffnungen bis zu Verkehrsunfällen und zwei größeren Brandbekämpfungen wie im Juni in Wattenweiler und im September in Jettingen. Schmucker machte deutlich, dass die Alarmsicherheit der Wehr noch besser wäre, wenn, wie etwa in Ichenhausen, aktive Kräfte aus der Verwaltung mitmachten. Der intensive ehrenamtliche Einsatz Schmuckers für die Wehr wurde mit großem Beifall belohnt. Jugendwart Florian Kränzle lobte den Einsatzfleiß des Nachwuchses und die Bereitschaft der Eltern für deren Unterstützung und Verständnis.

Kreisbrandrat Robert Spiller erreicht die Altersgrenze

Die immer schwierigeren Einsatzbedingungen der Löschkräfte sprach Erwin Schneider bei der Feuerwehrversammlung an. Wegen der Konstruktion neuerer Fahrzeuge komme die Technik der Rettungsschere an ihre Grenze, so der Kreisbrandinspektor (KBI), da die Karosserien immer stabiler werden. Ebenfalls nicht zu unterschätzen seien die Risiken bei Fotovoltaikanlagen durch Stromschläge oder splitternde Solarzellen, die Feuerwehrschläuche aufschlitzten.

Beim Kreisfeuerwehrverband kommt es Anfang April zum Stabwechsel, da der amtierende Kreisbrandrat Robert Spiller in November seine Altersgrenze erreicht. Am 22. September wird schwabenweit erstmals ein Tag der offenen Tür bei allen Ortsfeuerwehren veranstaltet, um der Öffentlichkeit die ehrenamtlichen Löschkräfte umfassend zu präsentieren, informierte der KBI.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren