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29.04.2015

Amt gegen Gemeinde

Gegen die Pläne für das Gebiet Ziegeläcker in Jettingen-Scheppach gibt es weiter Protest von einigen Bürgern.

Mehrere Behörden sind mit Plänen des Marktes Jettingen-Scheppach alles andere als einverstanden. Doch der Bauausschuss lässt sich davon kaum beeindrucken

Die Gemeinde will Flächen entwickeln. Doch wie dies geschieht, gefällt nicht jedem. Das Landratsamt weist etwa darauf hin, dass beim Bebauungsplan Eichenweg, der den Bau von sechs Wohnhäusern ermöglichen soll, nicht ausschließlich Wohngebäude entstehen dürfen. So soll es keine Probleme zwischen dem Areal und dem Gewerbegebiet nebenan geben. Der Markt will die Flächen als Mischgebiet deklarieren und einen Übergang von der Wohnbebauung zum Gewerbegebiet schaffen, wie im Bauausschuss deutlich wurde.

Handeln muss die Gemeinde in jedem Fall wegen der erheblichen Bedenken beim Immissionsschutz. Es wird befürchtet, dass nachts zu viel Lärm vom Parkplatz des nahen Hotels ausgeht, wenn Kofferräume zugeschlagen werden. In diesem Fall müsste ein Abstand von 19 Metern zwischen Parkplatz und Baubereich hergestellt werden. Um gesunde Wohnverhältnisse zu garantieren, zieht es die Marktgemeinde vor, an den Nord-, Ost- und Westfassaden der geplanten Gebäude Fenster zu verbieten, die sich öffnen lassen. Da die Bürger bei der vorangegangenen Anhörung keine Anregungen oder Bedenken vorgebracht haben, wird das beauftragte Ingenieurbüro nun die erforderlichen Änderungen in den Entwurf des Bebauungsplans einarbeiten, bevor er erneut öffentlich ausgelegt wird.

Widerstand gibt es weiter gegen die Pläne im Gebiet Ziegeläcker. Vertreten durch einen Anwalt, erhalten 33 Bürger ihre Einwände gegen die Änderung des Bebauungsplans aufrecht. Sie befürchten Nachteile, weil acht Mehrfamilienhäuser entstehen sollen. Der Ausschuss wies aber darauf hin, dass die Einwände bei der vorangegangenen Beratung des Plans erörtert wurden (wir berichteten). So wurde zum Schutz der Bürger festgelegt, Zufahrt und Garagen nur aufseiten der Freihalder Straße zu erlauben. Das lehnt das staatliche Bauamt Krumbach aber ab mit der Begründung, die Freihalder Straße befinde sich in diesem Abschnitt nicht mehr innerhalb der Ortsdurchfahrtsgrenzen.

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Durch die entstehenden Einfahrten würden die „Sicherheit und Leichtigkeit“ des Verkehrs beeinträchtigt. Der Ausschuss wies nun darauf hin, dass der Straßenbereich aufgrund der Bebauung schon längst zum Ortsbereich gehöre. Außerdem ermögliche der festgeschriebene Mindestabstand zwischen Garage und Straße von fünf Metern ein sicheres Hineintasten auf die Freihalder Straße. Zur Not könnten die Verkehrsregelungen noch angepasst werden. Bei drei Gegenstimmen wurde die Satzung beschlossen.

Außerdem ging es darum, am südwestlichen Ortsrand von Jettingen unmittelbar an der Mindel den Bau eines Beherbergungsbetriebs (Urlaub auf dem Bauernhof) zu erlauben. Doch auch hier gibt es Schwierigkeiten. So eignet sich nach Ansicht des Landratsamtes die Fläche nicht. Zum einen gebe es dort gar keinen Bauernhof, zum anderen seien Gewerbebetriebe im Norden zu nah. Auch die Verkehrserschließung sei problematisch und bauliche Entwicklungen im unmittelbaren Uferbereich würden einen ökologischen Gewässerausbau verhindern.

Das Wasserwirtschaftsamt Donauwörth sieht ebenfalls Probleme, weil die Fläche im Überschwemmungsgebiet der Mindel liegt. Um das zu entkräften, beschloss der Ausschuss aber, den Baubereich so zu verkleinern, dass er aus dem Überschwemmungsgebiet fällt und hochwasserfrei ist. Außerdem gebe es noch Dämme. Darüber hinaus sei ein Schallgutachten, entgegen der Forderung, nicht nötig, weil die Ermittlung des Imissionsrichtwertes durch die Einstufung als Dorfgebiet geregelt werde. Die Satzung wurde schließlich bei einer Gegenstimme genehmigt und muss jetzt wieder dem Landratsamt vorgelegt werden.

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