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Günzburg

08.12.2020

An diesem Günzburger Kreisverkehr wird sich nach Jahren etwas ändern

Der Kreisverkehr am Verkehrsknotenpunkt auf der B16 in Günzburg an der Abzweigung zur Dillinger Straße verfügt über einen Bypass Richtung Donauwörth, der nach einer Häufung von Unfällen seit Jahren nicht genutzt werden kann.
Bild: B. Weizenegger

Plus 2010 wurde der Günzburger Kreisverkehr an der B16 errichtet. Der seit Jahren gesperrte Bypass in Richtung Norden soll wieder in Betrieb gehen. Wie das möglich gemacht wird.

Den Kreisverkehr am Verkehrsknotenpunkt B16 und Dillinger Straße gibt es seit zehn Jahren – doch wirklich rund lief es dort gerade in der Anfangszeit wahrlich nicht. Das Bauwerk in Günzburg schaffte es 2015 sogar auf Platz eins der von Komiker Mario Barth im Fernsehen vorgestellten absurdesten Kreisverkehre Deutschlands. Das hat mit einer Sonderspur zu tun, die seit Jahren nicht genutzt werden kann – doch das soll sich in Zukunft ändern.

Im Juli 2010 ging der Kreisverkehr an der Einmündung zur Dillinger Straße in Betrieb. 500.000 Euro kostete damals das Bauwerk, welches einen Außendurchmesser von 40 Metern aufweist. Für den Verkehr in Richtung Norden nach Dillingen gab es eine Sonderspur, die am Kreisverkehr rechts vorbeiführt, den sogenannten Bypass. Eine weitere Sonderspur führt von Norden kommend in Richtung Günzburger Bahnhof. Dort müssen die Fahrzeuge jedoch die Vorfahrt anderer Verkehrsteilnehmer achten. Ziel dieser Maßnahme war es, den Unfallschwerpunkt zu entschärfen und den Verkehr flüssiger zu machen – doch genau das Gegenteil ist eingetreten.

Mehr als 20 Unfälle am B16-Kreisverkehr in Günzburg

Allein im Jahr 2012 hatte es am Kreisverkehr mehr als 20 Unfälle gegeben – vor allem am Ende der Zusatzspur Richtung Norden hatte es in der Vergangenheit auffällig häufig gekracht. Im Fall des B-16-Kreisels scheint diese Spur viel zu kurz zu sein. Aufgrund der nahe gelegenen Bahnbrücke konnte kein ausreichend langer Einfädelstreifen zur Ausfahrtsspur des Kreisverkehrs gebaut werden. Autofahrer versuchten zudem oft noch schnell durch den Kreisverkehr zu fahren, um insbesondere Lastwagen, die den Bypass nutzten, zu überholen.

Es gab also dringend Handlungsbedarf und so wurde die Sonderspur Richtung Dillingen am 11. März 2013 gesperrt. Ursprünglich hieß es, man wolle diese sechs Monate lang probeweise stilllegen und dann entscheiden, was passieren soll. „Nichts dauert länger als ein Provisorium“, sagte Günter Treutlein (CSU) auf der Stadtratsitzung am Montagabend und spielte auf die seit weit über siebenjährige Sperrung dieser Sonderspur an. Die Zahl der Unfälle ist seitdem deutlich zurückgegangen und der Verkehr fließt besser als zuvor.

Stadträtin bezeichnet Bypass am Günzburger Kreisverkehr als Schildbürgerstreich

Das Staatliche Bauamt plant, die Brücke über die ICE-Strecke Augsburg-Ulm durch einen Neubau zu ersetzen. Dabei wird die B16 auf einer Länge von mehr als 350 Metern neu hergestellt. Die Fahrbahnbreite auf dem Brückenbauwerk wird auf zwei Spuren in Richtung Dillingen verbreitert, um den seit Jahren gesperrten Bypass wieder in Betrieb nehmen zu können. GBL/Grünen-Stadträtin Angelika Fischer zeigte sich erfreut, dass „der lang bestehende Schildbürgerstreich“ dann endlich der Vergangenheit angehören wird. Die Kosten für das Vorhaben sollen weit mehr als zwei Millionen Euro betragen.

An der Einmündung zum Auweg soll ebenfalls ein Kreisverkehr samt Querungshilfen für Fußgänger und Fahrradfahrer errichtet werden. Zudem wird nördlich der Bahnbrücke ein Durchlass unter der B16 eingebaut, der als Rettungs- und Notzufahrt für das dortige geplante Wohngebiet dienen soll. Die Kosten hierfür betragen voraussichtlich 1,3 Millionen Euro. Der Günzburger Stadtrat stimmte sowohl der Planung zum Ersatzneubau der Brücke einschließlich des Kreisverkehrs an der Einmündung des Auwegs sowie der Notzufahrt unterhalb der B16 einstimmig zu.

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