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Widerstand in Bubesheim

22.03.2011

Angst vor Nebelschwaden des Großkraftwerks

„Eine Behinderung des wichtigsten Zukunftsenergieträgers, nämlich der regenerativen Energien, durch dieses neue Großkraftwerk darf es nicht geben.“Aus dem offenen Brief an die Gemeinde

Die Betreiber von Solarstromanlagen befürchten unangenehme Folgen durch ein geplantes GuD-Kraftwerk auf dem Fliegerhorst-Gelände in Bubesheim.

In Bubesheim formiert sich Widerstand gegen das geplante Gas- und Dampfturbinenkraftwerk (GuD) auf dem Gelände des ehemaligen Leipheimer Fliegerhorstes in unmittelbarer Nähe. Am Freitagabend traf sich eine Gruppe Betreiber von Solarstromanlagen zu einer Besprechung. „Die Zusammenkunft war notwendig, weil sich besorgte Bürger aus unserer Gemeinde dazu angemeldet hatten“, berichtet Gerfried Losert. Unter seiner Federführung seien mehr als zwei Stunden lang wichtige Punkte angesprochen und diskutiert worden. Außerdem wurde in der Gemeinde ein Flugblatt verteilt. Titel: „Schatten über Bubesheim“.

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Bei der Veranstaltung sei das Hauptthema – die Gefahr einer vermehrten Schattenbildung über Bubesheim wegen der befürchteten erheblichen Menge an Wasserdampf in der Luft durch das GuD – intensiv besprochen worden. Dies hätte nach Meinung der besorgten Bürger zur Folge, dass bei ungünstigen Wetterlagen die Stromproduktion der Fotovoltaik durch zusätzliche Nebelschwaden, Nebel oder Wolkenbildung behindert würde. Bubesheim liege überwiegend in Hauptwindrichtung vom Kraftwerk. „Und Nebeltage haben wir schon mehr als genug“, so Losert.

Die Betreiber der Solarstromanlagen schätzen, dass davon circa 0,5 Megawatt Anlagenleistung betroffen wären, welche sich auf etwa 30 Dachanlagen verteilen. Die riesige Freiflächenanlage im Süden der Gemeinde sei dabei noch nicht mitgezählt worden. In einem offenen Brief an die Gemeinde Bubesheim heißt es: „Wir fragten uns deshalb auch, an wen wir als Betreiber unserer bestehenden Solaranlagen Schadenersatzansprüche geltend machen müssten. Wir sind überdies grundsätzlich der Meinung, dass es eine Behinderung des wichtigsten Zukunftsenergieträgers, nämlich der regenerativen Energien, durch dieses neue Großkraftwerk nicht geben darf.“

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Die Betreiber glauben, dass das nicht die einzigen negativen Folgen sein werden, sollten die Baupläne Wirklichkeit werden. „Sicherheit, Gesundheit, Wohlergehen und der Erhalt der Lebensqualität in und um Bubesheim betrachten wir als mindesten genauso wichtig. Deshalb sind wir uns sicher, dass über unser Anliegen hinaus eine große Anzahl von Bürgern zurecht besorgt ist“, so Losert.

Die Bubesheimer verstehen zwar die Rolle eines GuD im Kraftwerkspark für die Stromversorgung und dessen Vorteile gegenüber Kohle- oder Atomkraftanlagen. Sie haben aber nach eigener Aussage kein Verständnis dafür, dass es sich hier wiederum um ein Kraftwerk in der „Kategorie Monsteranlage“ handeln müsse und es wegen der unmittelbaren Nähe zu einer weiteren, anderen Art der Bedrohung von Umwelt und Menschen kommen könnte. Zudem liege Bubesheim direkt an der A8 und müsse bereits mit dem Belastungen durch Abgase und Lärm leben, die der Verkehr mit sich bringe.

Losert und Elke Göckelmann, Sprecher der Interessengemeinschaft, fordern die Gemeinde in dem offenen Brief auf, sich den Fragen und Sorgen der Bürger zu stellen und über den aktuellen Planungsstand zu informieren. Die langjährige meteorologische Gesamtsituation in der Umgebung des Kraftwerks und der nahen Wohnbesiedelung müsse neutral untersucht werden, um die Auswirkungen auf die Witterung samt globaler Sonneneinstrahlung eindeutig festzustellen.

In dem Flugblatt, das an alle Haushalte verteilt wurde, heißt es: „Das geplante Gas- und Dampfturbinenkraftwerk (GuD) erhöht die Luftfeuchtigkeit wegen der großen Menge an ausgestoßenem Wasserdampf. Es entstehen immer wieder zusätzlicher Nebel und Wolken, es bildet sich der künstlich erzeugte Schatten über Bubesheim.“ Für den Besitzer oder Investor einer Fotovoltaikanlage habe das negative Folgen. Wer der Meinung sei, dass das nicht sein dürfe oder zur Verunsicherung beitrage, der solle sich einer Gemeinschaft anschließen, die gebildet werden soll. Verantwortlich zeichnet Gerfried Losert.

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