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Günzburg

03.08.2019

Anwohner stellen sich in Günzburg Rettungskräften in den Weg

Anwohner stellten sich bei dem Weg zum Einsatz der DLRG in den Weg.
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Anwohner stellten sich bei dem Weg zum Einsatz der DLRG in den Weg.
Bild: Bernhard Weizenegger (Symbolfoto)

Nach einem Einsatz in Günzburg erhielt der DLRG-Kreisverband drei Anzeigen. Ein Anwohner stellte sogar ein Auto quer über die Straße und behinderte eine Ehrenamtliche.

Michael Gröger staunte nicht schlecht, als die Briefe des Bayerischen Polizeiverwaltungsamts ins Haus flatterten. Drei Anzeigen hat der DLRG-Kreisverband Leipheim/Günzburg/Neu-Ulm erhalten, weil Einsatzfahrzeuge Ende Mai auf der Leibistraße in Günzburg unterwegs waren.

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Den Anwohnern an der Wegstrecke gefiel wohl nicht, so vermutet der Kreisvorsitzende Gröger, dass die DLRG die Strecke, die nur für Anlieger freigegeben ist, nutzte. „Dabei waren wir mit Blaulicht und Sirene auf dem Weg zu einem Einsatz und das war die kürzeste Strecke.“ Rechtlich gebe es da nichts zu beanstanden.

Anwohner stellte Auto quer über die Straße

Eine Ehrenamtliche war mit ihrem Privatauto unterwegs – mit eingeschaltener Warnblinkanlage und einem Dachaufsetzer mit dem Schriftzug „DLRG im Einsatz“. Wie Gröger erzählt, stellte ein Anwohner sein Auto sogar quer über die Straße, um die Frau an der Weiterfahrt zu hindern. Sie musste über einen Acker ausweichen. Bei den anderen beiden Fahrzeugen handelte es sich um Dienstwagen der DLRG, die mit Blaulicht und Sirene „ganz offensichtlich im Einsatz waren“, betont Gröger. „Das anzuzeigen ist eine Frechheit“, findet er deutliche Worte.

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Er kann das Verhalten der Bürger, mit denen es nach seinen Angaben schon einmal Ärger gegeben habe, nicht verstehen. „So etwas haben wir noch nie erlebt.“ Er habe Verständnis, dass die Anwohner sich ärgern, wenn die Strecke von Privatpersonen als Schleichweg benutzt werde. „Aber ein Fahrzeug mit Blaulicht ist doch eine andere Nummer.“

DLRG legte Einspruch gegen die Anzeigen ein

Gegen die Anzeigen hat der Kreisvorsitzende Einspruch eingelegt. „Ich gehe davon aus, dass es vom Tisch ist.“ Dennoch ärgert er sich: Nicht nur, weil die Rettungskräfte auf dem Weg zum Einsatz behindert worden sind. „Das ist eine Frechheit gegenüber allen, die einmal in einer Notlage sind und auch dem Steuerzahler.“ Schließlich hänge mit den Anzeigen auch ein großer Verwaltungsaufwand zusammen.

Immer wieder ist zu hören, dass Rettungskräfte auf ihrem Weg zum Einsatz behindert oder sogar beschimpft werden. „Damit hatten wir bislang zum Glück keine Probleme.“ Schwierigkeiten gebe es allerdings immer wieder bei der Anfahrt: „Wir kommen oft nicht zum Einsatzort, weil gedankenlos geparkt wurde.“ Die DLRG arbeitet rein ehrenamtlich. Neben der Schwimmausbildung und dem Sanitätsdienst sind die Ehrenamtlichen vor allem bei Einsätzen gefragt: In erster Linie im Wasser, aber auch zur Unterstützung von anderen Rettungskräften.

Und die Zahl der Einsätze steigt. Während es im vergangenen Jahr insgesamt elf Einsätze für den DLRG-Kreisverband mit seinen knapp 400 Mitgliedern gab, sind es in diesem Jahr zum jetzingen Zeitpunkt bereits genauso viele. „Es werden immer mehr“, sagt Gröger. Gerade deshalb will er sich bei einer Alarmierung auch von niemanden aufhalten lassen. „Ich werde beim nächsten Einsatz wieder die Straße nutzen.“

Einen Kommentar dazu lesen Sie hier: Wer sich Rettungskräften in den Weg stellt, muss bestraft werden

Vor einiger Zeit berichteten auch die Feuerwehrkommandanten aus Leipheim und Riedheim über ihre Erfahrungen bei Einsätzen: „Diese Momente gehen an uns nicht spurlos vorbei“

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Die Diskussion ist geschlossen.

04.08.2019

Es gibt nur zwei Maßnahmen:
Straßenblockierer Führerschein entziehen weil er Geistig nicht fähig ist ein Fahrzeug zu führen und die Blockierer aus der Rettungskette entfernen.

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04.08.2019

Kein Wunder, wenn die Umgangsformen und Sitten verkommen und die Menschen verblöden.

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04.08.2019

Den Anwohnern freundlich winkend, zufrieden lächelnd und mit angemessener Musiklautstärke werde ich fortan zweimal täglich die Leibistraße nutzen. Vielen Dank an die ehrenamtlichen DLRG-Mitarbeiter, Sanitäter und Feuerwehrmänner, die trotz zunehmender Respektlosigkeit weiterhin Ihrer Berufung nachgehen und Menschen retten.

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04.08.2019

Was würden diese egoistischen Anwohner sagen, wenn mal einer von ihnen in Not
gerät?

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04.08.2019

wer Rettungskräften sein Auto in den weg stellt und so einen Einsatz behindert hat sich eigentlich selber zum führen eines Fahrzeuges nicht Tauglich erwiesen und ihm sollte die Fahrerlaubnis auf dauer entzogen werden !!! wenn man bedenkt das durch solchen Spinnern vielleicht ein kind stirbt weil keine Hilfe durchkommt !!! sind bestimmt alles gute christen und gehen immer schön barf in die Kirche

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03.08.2019

Das Auto querstellen ist doch Nötigung? Das sollte angezeigt werden. Dann hat der "besorgte Anlieger" hoffentlich richtig Ärger.

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03.08.2019

Wer sich einem Einsatzfahrzeug vorsätzlich in den Weg stellt müsste zu belangen sein.

Von der moralischen Verwerflichkeit reden wir erst gar nicht. Was denken sich diese Leute? Oder denken sie überhaupt?

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03.08.2019

Solchen Leuten, die Hilfskräfte behindern, gehören anstaendig bestraft und wer auch noch sein Auto in den Weg stellt, dem sollte für 4 Wochen die Fahrerlaubnis entzogen !

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