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Jettingen-Scheppach

12.08.2015

Asylunterkunft: Nachbar klagt über zu viel Müll

Auf dem Vordach des Asylheims in Jettingen sammelte sich der Müll.
Bild: Hans Burkhardt

Der Jettinger würde am liebsten sein Haus verkaufen und wegziehen. Doch das sei wegen der Situation nicht einmal möglich.

Die Asylunterkunft an der Hauptstraße in Jettingen hatte schon bei der Informationsveranstaltung im März für kontroverse Diskussionen gesorgt. Vor allem die direkten Nachbarn machten ihrem Ärger Luft: „Es ist der schlechteste Standort“, meinte ein Bürger. Hans Burkhardt fühlt sich nun bestätigt.

Sein Grundstück und Haus grenzen direkt an die Unterkunft – und am liebsten würde er alles verkaufen und wegziehen, doch wegen der Situation könne er keinen vernünftigen Preis mehr erzielen. Der Lärm sei oft unerträglich, einmal habe er schon die Polizei rufen müssen, als es nachts um vier noch immer nicht ruhiger gewesen sei. Zudem habe sich über Monate Müll auf einem Vordach der Unterkunft angesammelt, ein Teil sei auch auf seinem Grundstück gelandet.

Burkhardt geht es nicht um die Asylbewerber an sich, wie er sagt. Ihn stört, dass sich niemand um die Anwohner kümmere und frage, wie sie mit der Situation zurecht kommen. Jetzt hat er sich erneut ans Landratsamt gewandt – und immerhin sei kurz danach der Müll aufgesammelt worden.

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Mülltrennung noch nicht verinnerlicht

Richard Wiedemann vom Landratsamt versichert, Hinweisen der Anwohner durchaus nachzugehen. Doch die Flüchtlinge kämen aus einem anderen Kulturkreis und hätten die Mülltrennung noch nicht verinnerlicht. Auch könne er ihnen nicht verbieten, etwa während des Fastenmonats Ramadan abends zu kochen, was zu später Stunde aber zu Lärm führt. Es werde jedoch jetzt geprüft, ob die Fenster geschlossen und Lüfter installiert werden. Andere Bürger hätten sich allerdings noch nicht beschwert – und auch dem Zweiten Bürgermeister Hermann Högel sind bislang keine Probleme bekannt gewesen.

Hans Burkhardt befürchtet indes, dass sich die Lage verschlechtern könnte, denn einer der Eigentümer der Asylunterkunft habe noch zwei dahinter liegende Gebäude gekauft. Das Landratsamt versichert zwar, dort keine Asylbewerber einquartieren zu wollen. Wenn der Eigentümer die Räume aber beispielsweise an anerkannte Asylberechtigte vermiete, sei das seine Privatsache.

Einer der Eigentümer der Asylunterkunft an der Hauptstraße wollte sich auf Nachfrage unserer Zeitung nicht offiziell äußern, der Käufer der weiteren Gebäude sei er aber nicht. Der sei gerade verreist. Nach Informationen des Landratsamts soll dort künftig ein Mitarbeiter einer Firma, die den Eigentümern gehöre, wohnen. Den Garten sollen zur Hälfte Kinder und Familien aus der Unterkunft nutzen.

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