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21.03.2009

Auch Paula Print ist jetzt Ministrantin

Oberwaldbach (sawa) - "Ich schau mich mal bei den Ministranten um", verabschiedet sich Paula Print in der Redaktion und macht sich auf den Weg in die Oberwaldbacher Kirche. 29 Ministranten in ihren Kutten, also den Dienstgewändern, etliche Singkreiskinder, Pfarrer Karl Schödlbauer, Organist Andreas Latzko und Rita Wiedmann, die "Mama der Ministranten", haben sich dort rund um den Altar versammelt.

Paula bemerkt gleich, dass viele Gerätschaften, die im Laufe eines katholischen Gottesdienstes gebraucht werden, unter den Buben und Mädchen verteilt sind. "Ministrant kommt von dem lateinischen Verb ministrare, das dienen bedeutet. Ministranten dienen Gott und der Kirchengemeinde", erklärt der Pfarrer.

Ganz schön viele Aufgaben

"Wie wird man Ministrant?", hakt Paula nach. Kathrin, die zusammen mit Mascha, Matthias, Michael, Sebastian und Tobias zu Beginn der Fastenzeit offiziell aufgenommen wurde, erinnert sich: "Ich habe mich nach meiner Erstkommunion beim Pfarrer angemeldet." Die neuen "Minis", wie sie in vielen Pfarreien auch genannt werden, lernen dann nach und nach das Einmaleins der Eucharistiefeier. In Oberwaldbach sind jede Woche zwei Gottesdienste, dafür werden jeweils vier Ministranten auf einem Dienstplan eingeteilt. Zwei haben Altardienst, zwei machen den Opferkorb, die Liednummern müssen auf die Tafel aufgesteckt werden und die Kirchenzeitung wird verkauft. "Nach der Messe helfen sie noch beim Aufräumen", beschreibt Pfarrer Schödlbauer die Aufgaben der Neun- bis 15-Jährigen.

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Ganz feierlich wird es Paula zumute, als Diana an den Ambo, das Rednerpult neben dem Altar, tritt und die religiöse Bedeutung der wichtigsten Geräte im Ministrantendienst verkündet. Beim feierlichen Einzug an Ostern und anderen Hochfesten trägt ein Ministrant ein Kreuz als Zeichen der Auferstehung von Christus nach seinem Leiden und Sterben. Kerzen, die in großen Leuchtern von Ministranten gehalten werden, geben sich durch ihr Verbrennen den Menschen, so wie Jesus Christus, hin. Keine Messe findet ohne die großen Bücher der Heiligen Schrift und des Messbuches statt, die von den Ministranten hingelegt und aufgeschlagen werden. Ein ganz besonderer Dienst ist der mit Rauchfass und Schiffchen. Das Schwingen des Weihrauchfasses und das Inzensieren von Altar, Evangelien-Buch, aber auch von Priester und Gläubigen erfordern Übung. Das machen die Größeren.

Den Altardienst zur Gabenbereitung, wenn Wein- und Wasserkännchen, Lavaboteller und Lavabotüchlein zur Händewaschung des Priesters vom Kredenztisch an den Altar getragen werden, muss jeder können. Den Gottesdienst-Ablauf kennen die Minis auswendig. "Das wäre sonst ein schönes Durcheinander, wenn Kelch und Hostienschale fehlten, die Schellen an der falschen Stelle klingeln würden oder der Weihwasserkessel mit seinem großen Pinsel nicht parat wäre", überlegt Paula.

Alle machen mal einen Fehler

Doch die größte Überraschung kommt jetzt. Nach all den Erklärungen und schwierigen Wörtern überreicht Pfarrer Schödlbauer die nagelneue Ministrantenmedaille an Paula und drückt ihr einen Ministrantenausweis mit ihrem Foto unter den Entenflügel! "Und falls du mal einen Fehler machst, ist das nicht so schlimm, denn alle machen mal was falsch", wird Paula von einem Ministranten gleich Mut zugesprochen. Paula wird sich anstrengen. "Vielleicht gehe ich beim Sternsingern mit oder sitze am Karfreitag beim Rätschen im Leiterwagen", geht Paula im Geiste wichtige Mini-Termine durch. Spaß machen bestimmt auch die vielen Ausflüge mit der Ministrantengruppe und ihren engagierten Betreuern.

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