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Geburtstag

14.04.2015

Auch mit 80 noch ein Energiebündel

Stellvertretender Landrat, Krumbachs Dritter Bürgermeister: Auch mit 80 Jahren ist Dr. Josef Langenbach kommunalpolitisch noch sehr aktiv.
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Stellvertretender Landrat, Krumbachs Dritter Bürgermeister: Auch mit 80 Jahren ist Dr. Josef Langenbach kommunalpolitisch noch sehr aktiv.
Bild: Peter Bauer

Das Leben von Dr. Josef Langenbach steht für die Wendungen der Zeitgeschichte

Er blättert in der Krumbacher Stadtchronik, dann scheinen sich seine Blicke für Momente im Raum zu verlieren. „Es waren Berge von Schnee, aber sie waren alle schwarz“, sagt er dann. Der schwarze Schnee: Dieses bizarre Bild der Augsburger Bombennacht im Februar 1944 hat Dr. Josef Langenbach unvermittelt wieder vor sich, wenn er über die Ereignisse von damals spricht, die Angst im Luftschutzkeller, aber auch das glückliche Gefühl, überlebt zu haben. Wenn man wie jetzt Langenbach seinen 80. Geburtstag feiern konnte, sind auch derartige Lebenszäsuren wieder präsent.

23. Jahre Chefarzt in der Krumbacher Klinik, stellvertretender Landrat, Krumbachs Dritter Bürgermeister, führende Positionen in zahlreichen Vereinen: Den abstrakt klingenden Begriff „Person des öffentlichen Lebens“ hat Langenbach über viele Jahrzehnte hinweg mit einem bemerkenswerten Leben erfüllt. Immer wieder spricht er über seine Familie, die ihm Zeit seines Lebens großen Halt gegeben habe.

Langenbach ist am 11. April 1935 im badischen Kenzingen unweit des Kaiserstuhls geboren. Kenzingen? „Meine Mutter Thea war im Hotelbereich tätig“, erinnert sich Langenbach. Im Südwesten Deutschlands lernt sie Ratsschreiber Josef Langenbach kennen, Sohn Josef kommt in Baden zur Welt. Der Vater stirbt, als sein Sohn drei Jahre alt ist. „Ich weiß, dass es Lungentuberkulose war“, sagt Langenbach. An seinen Vater habe er keine Erinnerungen mehr, es bleiben Fotos.

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Seine Mutter, die aus Glött stammt, geht mit ihrem Sohn nach Schwaben zurück. In Augsburg ist sie bei der Bahn beschäftigt, als der Krieg ausbricht, der das Leben der Familie prägen wird. In der Augsburger Wohnung der Langenbachs quartieren sich nach Kriegsende amerikanische Soldaten ein. „Uns blieb noch ein Zimmer“. Seine Mutter hatte inzwischen noch einmal geheiratet, einen Musiklehrer. Langenbach erinnert sich, wie er in dem kleinen Zimmer Mathe büffelte, während der Musiklehrer daneben Geigenunterricht gab. „Das war doch recht beengt.“ Immer wieder spricht er über die große Hilfsbereitschaft der Menschen in der Kriegs- und Nachkriegszeit. Wohl auch das hat bei seiner Berufswahl eine Rolle gespielt. Nach dem Abitur am Humanistischen Gymnasium St. Stephan in Augsburg beginnt er 1953 ein Medizinstudium an der Ludwig-Maximilians-Universität in München, 1959 folgt das Staatsexamen mit „sehr gut“. Nach verschiedenen beruflichen Stationen (unter anderem in der Augsburger Hessing-Klinik) kommt Langenbach 1961 nach Krumbach. Seine Mutter hat dort das Gasthaus „Weißes Ross“ gepachtet. Wenn es die Zeit erlaubt, schenkt auch der junge Arzt Bier und andere Getränke aus.

Es folgt ein steiler beruflicher Aufstieg. 1977 wird Langenbach zum Chefarzt der Krumbacher Klinik berufen, er bleibt es 23 Jahre bis zu seiner Pensionierung im Jahr 2000. Ruhestand? Im Ehrenamt bleibt Langenbach bis heute ein regelrechtes Energiebündel. Unter anderem war er viele Jahre Vorsitzender des TSV Krumbach (inzwischen Ehrenvorsitzender). Nach wie vor steht er an der Spitze des Fördervereins für die Krumbacher Kreisklinik, in der Kommunalpolitik ist er bereits seit 1972 in zahlreichen Ämtern aktiv. „Das waren mit der Gebietsreform bewegte Zeiten damals“, sagt er. „Aber über all diese Jahre gab es glücklicherweise keinen Krieg mehr.“ Es ist ein besseres Leben als damals, als der Schnee schwarz war. Langenbachs Biografie steht beispielhaft dafür.

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