Jazz Opening

07.01.2013

Aus eins mach zwei

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Ihren ersten Auftritt bewältige die neue Nachwuchs-Big-Band „Fat Cat Combo“ mit Bravour.

Die „Jazz Spätzla“ der Offinger Musikschule hat mit zu vielen Zuschauern und zu vielen Musiken Luxusprobleme – deswegen gab es dieses Jahr erstmals zwei Konzerte und zwei Big Bands

Offingen Not macht erfinderisch. Bei den „Jazz Spätzla“, der Big Band der Offinger Musikschule, sogar in zweifacher Hinsicht. Statt Not könnte man auch Luxus-Problem sagen. Denn viele Dirigenten und Chorleiter würden sich wünschen, sie hätten die „Sorgen“ von Musikschulleiter Klaus Schlander – zu viele Besucher und zu viele Nachwuchsmusiker. Beim wunderbaren Jazz-Opening 2013 in der Offinger Mindelhalle wurden am Wochenende zwei Konzerte geboten, die ihresgleichen in der Region suchen. 700 Besucherinnen und Besucher waren jedenfalls restlos begeistert. Durch den Abend führten charmant die Moderatoren Susanne Stumpf und Florian Soor.

Mit nur einem Konzert hatten die „Jazz Spätzla“ in den vergangenen Jahren das musikalische Jahr eröffnet. Um die 600 Besucher hatten dabei die Mindelhalle in Offingen gefüllt. „Zu viele“, sagte das Landratsamt. Mehr als 350 Zuhörer könnten aus Gründen der Sicherheit nicht zugelassen werden. Aus der Not machte Schlander eine Tugend. Er und seine Band gaben zwei Konzerte – beide waren am Freitag und Samstag restlos ausverkauft.

Das zweite „Problem“: Bei den „Jazz Spätzla“ ist es wie bei einem großen Fußballklub. Der Nachwuchs hat kaum eine Chance, in das renommierte Starensemble aufzusteigen. Um Frust erst gar nicht aufkommen zu lassen, hat „Trainer“ Klaus Schlander kurzerhand eine zweite Band gegründet – die „Fat Cat Combo“. Erst seit September sind die 14, im Durchschnitt 15 Jahre alten Musikerinnen und Musiker, in der neuen Band vereint. Ihren ersten großen Auftritt hatten sie am Wochenende. Und sie haben ihn mit Bravour bewältigt. Da wächst Beachtliches heran, wie mit den Interpretationen von „One Clock Jump“ oder „Peter Gun“ mit Anleihen bei den „Blues Brothers“ eindrucksvoll unter Beweis gestellt wurde.

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Eine Klasse für sich sind nach wie die „Jazz Spätzla“. Wer von der Sorge umgetrieben war, nach wiederholten Eröffnungskonzerten nur Bekanntes zu hörten, wurde eines Besseren belehrt. Klaus Schlander und die Seinen hatten ein weitgehend neues Programm auf die Beine gestellt – eine Mischung aus Bewährtem und verborgenen musikalischen Schätzen. Die Bandbreite reichte von Swing und Soul über Funk und Rock bis hin zu Tanzmusik und bayerischen Klängen mit „Brenna tuat’s guat“.

In einer Halle mit 350 Besuchern ist die Stimmung zunächst kühler als in einem mit 600 Gästen proppenvollen Konzertsaal. Klaus Schlander und der Big Band gelang es aber mühelos, das Publikum nach und nach auf Touren zu bringen. Und das mit technisch anspruchsvollen Titeln wie Stevie Wonders „I wish“ oder der Titelmelodie der TV-Kultserie „The Simpsons“. Ihre Interpretation wurde ebenso frenetisch beklatscht wie Schlanders Lieblingslied „In the Ghetto“ von Elvis Presley, Chick Coreas „Spain“ oder Schmusiges wie „Everlasting Love“ und „Save the last dance for me“.

Die „Jazz Spätzla“ wären nur die Hälfte ohne ihre Sängerinnen und Sänger – Monika Mayer, Juliet Eberle, Melanie Mendel, Alexander Kussmaul und Klaus Schlander erwiesen sich neuerlich nicht nur als stimmgewaltig, sondern auch als Animateure von hohen Graden. Dass die Big Band zudem eine verschworene Gemeinschaft ist, erwies sich an den überraschenden musikalischen Liebesgrüßen, die die „Jazz Spätzla“ ihrem Chef Klaus Schlander dargebracht haben.

Bei ihrem ersten Konzert am Freitagabend waren die Musiker und Sänger derart aus der Puste, dass sie die Zugaben kaum noch auf die Reihe brachten. Am Samstag wurde deshalb eine weitere kleine Pause eingelegt – bevor mit „Knock on Wood“, „Proud Mary“ oder dem unwiderstehlichen Ska-Stück „Oranges and Lemons again“ das begeisterte Publikum vollends zum Klatschen, Tanzen und Mitsingen gebracht wurde. Da sorgte der anschließende Besuch an der Cocktailbar für die willkommene Abkühlung.

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