Newsticker
Bundes-Notbremse: Ausgangsbeschränkungen fallen weniger streng aus
  1. Startseite
  2. Lokales (Günzburg)
  3. Aus für das Medienzentrum

Digitalpakt

07.11.2019

Aus für das Medienzentrum

Mit dem Ausbau der digitalen Angebote kündigt der Landkreis den Vertrag in Ichenhausen

Für die weitere Digitalisierung seiner Schulen erhält der Landkreis vom Freistaat Fördermittel in Höhe von knapp zweieinhalb Millionen Euro. Mit dem Ausbau der digitalen Angebote für die Schulen und andere Bildungseinrichtungen neigt sich umgekehrt das Medienzentrum in Ichenhausen seinem Ende zu. Einzelheiten wurden bei der Sitzung des Schul-, Kultur- und Sportausschusses erläutert.

Im Rahmen des Digitalpakts Schule stellt der Bund den Ländern bis 2024 insgesamt fünf Milliarden Euro zur Verfügung. Davon entfallen 778 Millionen auf den Freistaat Bayern. Der frühe Vogel fängt den Wurm. Weil der Landkreis frühzeitig einen Förderantrag gestellt habe, seien die rund 2,5 Millionen vom Land bereits bewilligt worden, erklärte Kreiskämmerer Gernot Korz auf Nachfrage von Grünen-Rat Maximilian Deisenhofer. Denn schon seit Monaten ist das Geld des Freistaats aufgebraucht.

Nach Angaben von Korz ist die Landkreisverwaltung derzeit dabei, mit den Verantwortlichen seiner weiterführenden Schulen den jeweils konkreten digitalen Bedarf zu ermitteln und daraus schlüssige Konzepte zu entwickeln – etwa für die Verkabelung der Schulgebäude, die WLAN-Infrastruktur oder die Beschaffung digitaler Soft- und Hardware für den Unterricht.

Eher althergebracht analog als digital war bis vor Kurzem das Medienzentrum des Landkreises in Ichenhausen. Schulen und andere Bildungseinrichtungen konnten dort seit 30 Jahren Filme, VHS-Kassetten oder DVDs ausleihen. Damit ist bald Schluss. Der Landkreis hat den Mietvertrag für das ehemalige Rabbinatsgebäude der Stadt Ichenhausen, in dem das Medienzentrum untergebracht ist, Ende November 2020 gekündigt, künftig wird es nur noch Online-Angebote und Beratungsleistungen für Schulen und andere Bildungseinrichtungen geben. Anstelle des bisherigen Medienzentrums ist ein Interkommunales Zentrum für Medien und digitales Lernen geplant. Wo sein Sitz sein wird, ist nach Angaben von Gernot Korz noch offen. Das Interkommunale Zentrum soll über einen Zweckverband der Städte und Gemeinden des Landkreises getragen werden. Bis auf die Stadt Günzburg haben alle Kommunen ihr Interesse bekundet, um auch Grund- und Mittelschulen mit den nötigen und zeitgemäßen digitalen Unterrichtsangeboten versorgen zu können. Was eine Beteiligung an dem Zweckverband anlangt, ist auch der Landkreis derzeit noch „zurückhaltend“, wie Korz erklärte.

Noch seien etliche Fragen unbeantwortet, betonte neben dem Kreiskämmerer auch die Günzburger Stadt- und Kreisrätin Simone Riemenschneider-Blatter (SPD). Dagegen appellierten Maximilian Deisenhofer, Herbert Blaschke (FDP) und Hubert Fischer (Freie Wähler) an die Stadt Günzburg und den Landkreis, dem Zweckverband beizutreten.

Unabhängig davon seien Städte und Gemeinden mit dem geplanten Zweckverband „auf dem richtigen Weg“, befand CSU-Kreisrat Hans Reichhart. Die weitere Digitalisierung aller Schularten sei im Interesse der Schüler wie auch der Lehrkräfte.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren