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Jettingen-Scheppach

19.10.2016

Ausbildung mit Wohlfühlfaktor

Die Ausbildungswerkstatt der Firma Robatherm in Jettingen-Scheppach ist ausgezeichnet worden. Das Foto zeigt rechts Fabian Kempfle, Leiter der gewerblichen Ausbildung, mit dem Industriemechaniker-Azubi Markus Hindelang an einer modernen CNC-Maschine.
Bild: Bernhard Weizenegger

Warum die Firma Robatherm schon dreimal einen Kammersieger gestellt hat.

Jettingen-Scheppach Im Zeitalter des allgemeinen Fachkräftemangels ist der Wettbewerb um guten Nachwuchs härter geworden. Da müssen sich die Unternehmen schon etwas einfallen lassen. Robatherm gibt sich besonders viel Mühe – und wird dafür belohnt. Wie berichtet, hat der Lüftungsexperte schon zum dritten Mal einen Kammersieger der Handwerkskammer Schwaben gestellt und dafür die silberne Ehrennadel bekommen. Was macht Robatherm anders als andere?

Nicht alles, aber möglicherweise so manches. Das Unternehmen nimmt schon frühzeitig Kontakt mit Schulen auf, wie Marketingleiter Robert Sauter und Martin Grüner, Leiter der kaufmännischen Ausbildung, im Gespräch erläutern. Mit der Burgauer Mittelschule etwa ist das Unternehmen eine Patenschaft eingegangen. Robatherm offeriert zahlreiche Praktika, um die jungen Leute für das Unternehmen zu interessieren. „Beim Kampf um die Talente muss man sich frühzeitig positionieren und etwas bieten“, sagt etwa Martin Grüner, „wir müssen aufzeigen, dass wir ein guter Arbeitgeber sind.“ Das scheint zu funktionieren. Wie Grüner und Sauter beteuern, bekomme das Unternehmen entsprechend gute Bewerber, die schon mal in die Firma hineingeschnuppert haben. In den vergangenen beiden Jahren nutzen 100 Schülerinnen und Schüler diese Möglichkeit. Robatherm hält sich zugute, einen erstklassigen Ruf als Ausbildungsort zu haben.

Das lässt sich auch an den Auszeichnungen ablesen, denn Robatherm stellte nicht nur in den vergangenen vier Jahren drei Kammersieger, sondern auch zweimal den besten Azubi in den Landkreisen Neu-Ulm und Günzburg. Hinzu kommt, dass nach den Worten von Sauter im Schnitt jeder zweite Auszubildende eine Belobigung von der Berufsschule bekomme. Damit die jungen Leute, die in fünf Berufen vom Fachinformatiker bis zur Industriekauffrau ausgebildet werden, gute Leistungen bei den Abschlüssen hinlegen, werden sie im letzten halben Jahr vor den Prüfungen in Theorie und Praxis intensiv darauf vorbereitet, etwa mit entsprechenden Aufgaben aus den vorangegangenen Jahren. Sauter: „So können sie guten Gewissens in die Prüfung gehen.“

Derzeit macht Robatherm 38 junge Frauen und Männer fit für ihren künftigen Beruf, was einer Ausbildungsquote von rund zehn Prozent entspricht. Damit sei das Unternehmen einer der größten Ausbilder der Region. Und es hat im Werk Jettingen-Scheppach eine Lehrwerkstatt eingerichtet, in der keine alten, ausrangierten Maschinen stehen, sondern hochmoderne Gerätschaften der neuesten Generation. Auch ergonomisches Design sei bei der Gestaltung der Ausbildungsplätze wichtig gewesen. Ohnehin spielt der Wohlfühlaspekt im Unternehmen eine große Rolle, was sich in den modernen Produktionshallen in Jettingen-Scheppach eindrucksvoll sehen lässt. „Die Menschen gehen doch lieber in einer modernen Atmosphäre zum Arbeiten als in alte, triste Fabrikhallen“, sagt Grüner. Er und Sauter versichern, das Unternehmen werde sich auch weiterhin stark bei der Ausbildung des Nachwuchses engagieren, und sie so gut schulen, dass mal wieder ein Kammersieger dabei ist: „Wir sind stolz darauf, das kann man sich nicht kaufen, das kann man sich nur erarbeiten. Wir wollen auch künftig Kammersieger stellen.“

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