1. Startseite
  2. Lokales (Günzburg)
  3. Badeunfall im Silbersee: Jetzt ist die Rechtsmedizin gefragt

Landkreis Günzburg

19.04.2019

Badeunfall im Silbersee: Jetzt ist die Rechtsmedizin gefragt

Der Badebetrieb an diesem Gewässer wird nicht beaufsichtigt, steht auf einem Schild am Badeufer des Silbersees bei Remshart. Der Landkreis Günzburg ist für die Verkehrssicherheit am See verantwortlich.
Bild: Bernhard Weizenegger (Archiv)

Plus Warum der Zivilprozess gegen das Landratsamt Günzburg in Sachen Silbersee um 250.000 Euro Schadensersatz und Schmerzensgeld weitergeht.

Im Zivilverfahren beim Landgericht Memmingen um einen tragischen Badeunfall am Silbersee im nördlichen Landkreis Günzburg ist noch keine endgültige Entscheidung gefallen. Ein Gutachten der Ulmer Rechtsmedizin soll nun klären, ob die Querschnittslähmung eines 34-Jährigen tatsächlich eine Folge des Aufpralls auf einen im Seegrund stehenden Pfahlstumpf war. Das sagte ein Sprecher des Landgerichts unserer Zeitung auf Anfrage.

Der schwer verletzte Familienvater hatte, wie berichtet, das Landratsamt Günzburg als Eigentümer des Silbersees auf Schadensersatz und Schmerzensgeld in Höhe von 250000 Euro verklagt. In zwei Verhandlungsterminen beim Landgericht konnte noch nicht abschließend geklärt werden, ob die Kreisbehörde ihrer Verkehrssicherungspflicht nicht nachgekommen ist.

Seit dem Unfall ist der Familienvater querschnittsgelähmt

Der Familienvater war Anfang Juli 2015 bei einem Kopfsprung im seichten Wasser mit dem Kopf auf einen harten Gegenstand geprallt und ist seit dem Unfall querschnittsgelähmt. Nach Ansicht des Klägers ist am Seegrund ein Holzpflock als Überbleibsel eines früheren Steges zurückgeblieben, auf dem er mit dem Kopf aufgeschlagen sei. Deshalb sei das Landratsamt, seit circa 19 Jahren Eigentümer des beliebten Badesees und seit 2010 auch zuständig für den Unterhalt der Liegewiese, in der Haftung für die Unfallfolgen.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Beim Termin der 3. Strafkammer des Landgerichts mit Richter Simon Rimpl ließ sich aber nicht zweifelsfrei klären, ob die Unfallstelle im Bereich eines früheren Steges war. Ein Bekannter des Klägers, der damals bei dem folgenschweren Kopfsprung in der Nähe war, sollte als Zeuge vernommen werden, war aber nicht zum Prozess gekommen.

Beim nächsten Termin wird das Ergebnis bekannt gegeben

Am Gründonnerstag hat die Zivilkammer verkündet, dass dem Beweisantrag des Klägeranwalts stattgegeben wird. Die Ulmer Rechtsmedizin soll im Gutachten klären, ob die Verletzung eine Folge des Aufpralls auf einen Holzstumpf oder auf einen anderen harten Gegenstand am Seeboden war. Beim nächsten Termin wird das Ergebnis bekannt gegeben.

Das Verfahren muss damit aber noch nicht zu Ende sein, denn das beklagte Landratsamt kann gegen das Gutachten Einwände erheben, wie ein Sprecher des Landgerichts sagte. Sollte ein Urteil ergehen, ist auch im Zivilverfahren eine Berufung oder Revision möglich, über die dann das Bayerische Oberlandesgericht oder der Bundesgerichtshof befinden müsste.

Lesen Sie hier die Vorgeschichte: Tragischer Badeunfall: Ein Mitverschulden ist nicht ausgeschlossen

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren