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Landkreis Günzburg

15.10.2020

Bahnausbau Ulm-Augsburg: Welche Strecke kommt zum Zug?

Ein ICE hält am Bahnhof in Günzburg – wird das auch in Zukunft so sein? Am Freitag werden in Augsburg mehrere Varianten zur Bahntrasse Ulm–Augsburg den betroffenen Kommunen vorgestellt.
Bild: Bernhard Weizenegger

Plus Bayerns Bahnchef erklärt am Freitag, welche Trassen zwischen Ulm und Augsburg infrage kommen. Erste Details sind schon durchgesickert. Wie wirkt sich das auf den Kreis Günzburg aus?

Wie geht es weiter mit dem Bahnausbau zwischen Augsburg und Ulm? Gibt es eine Schnellbahn an der Autobahn oder folgt die Trasse zumindest teilweise der bestehenden Strecke? Seit Jahren sorgt diese Frage für politischen Zoff. Im Landkreis Günzburg beispielsweise bangen viele Menschen um den überregionalen Anschluss ihrer Stadt. Am Freitag nun könnte es Antworten geben. Denn Bayerns Bahnchef Klaus-Dieter Josel will die bisherigen Ergebnisse der Planungen für das Milliardenprojekt vorstellen. Erste Details sind schon durchgesickert.

In den Räumen der Regierung von Schwaben soll der Beauftragte des Konzerns für Bayern vor einem Koordinierungsrat für das Projekt sprechen, der erstmals zusammentritt. In dem Gremium sitzen Vertreter aus Politik und Wirtschaft. Auch sie sind gespannt, was Josel präsentieren wird. Wenig später sollen dann Kommunalpolitiker und Medien informiert werden, wo sich die Bahn den Ausbau der Strecke vorstellen kann.

Bahntrasse Ulm-Augsburg: Neue Schnellstrecke entlang der Autobahn?

Dem Vernehmen nach wird Josel eine Handvoll Korridore benennen, durch die in Zukunft Züge in weniger als einer halben Stunde zwischen Augsburg und Ulm fahren können. Aber bringen diese Korridore eine Vorentscheidung in der Frage, die im Raum Günzburg seit Jahren für Zoff sorgt: Schwenkt die Bahn auf eine Schnellstrecke entlang der Autobahn um oder hält sie sich an die bisherigen Vorgaben des Bundesverkehrswegeplans? 2022/23 will die Bahn, so der bisher veröffentlichte Fahrplan, in das behördliche Raumordnungsverfahren gehen. Endgültig entscheiden soll über den Verlauf der Bundestag. Doch schon am Freitag dürfte klar werden, welche Gebiete die Bahn nicht mehr im Visier hat.

Der Augsburger Landrat Martin Sailer (CSU), der in dem Koordinierungsrat sitzt, erwartet noch keinen endgültigen Fingerzeig, ob die Bahn der Autobahnvariante oder der Bestandsvariante den Vorzug geben will. Seit Jahren ist eine Strecke entlang der Autobahn im Gespräch, auf der Fern- und Güterverkehr rollen sollen. Sie hat vor allem innerhalb der Wirtschaft und der Politik in Augsburg Freunde, während die neue Trasse auf dem Land auf erbitterten Widerstand treffen würde.

Landrat Hans Reichhart: ICE-Halt in Günzburg ist zugesagt

Der Günzburger Landrat Hans Reichhart spricht von vielen Gesprächen mit der Bahn, in denen es ein sehr positives und konstruktives Miteinander gegeben habe: „Die neue Trasse soll die Belastung für die Region so gering wie möglich halten und gleichzeitig einen Mehrwert geben. Je weiter sich der Neubau an der bestehenden Trasse orientiert, desto geringer ist die Neu-Belastung.“ Zudem sei dem Landkreis Günzburg der Erhalt des ICE-Halts in Günzburg zugesagt worden. „Darauf legen wir großen Wert“, sagte Reichhart im Gespräch mit unserer Redaktion.

Günzburgs Oberbürgermeister Gerhard Jauernig hebt eines hervor: „Eine Verbesserung für die Fernreisenden darf nicht zur Verschlechterung der Bevölkerung vor Ort führen, sondern der Ausbau muss vielmehr zu einer Verbesserung des bisherigen Angebotes führen.“ Die Stadt Günzburg begleite deshalb die Planungen für den Ausbau der Strecke Augsburg–Ulm „sehr wachsam und kritisch“. Jauernig unterstreicht, dass die Stadt Günzburg diesen Ausbau nur dann zustimmend begleiten werde, wenn sich für die Bürger von Stadt und Landkreis keine Verschlechterungen ergeben.

Oberbürgermeister Gerhard Jauernig: Fernzüge in Günzburg müssen Pendlern zur Verfügung stehen

„Das bedeutet, am bestehenden Günzburger Bahnhof in der Kernstadt müssen auch zukünftig die Fernzüge im zugesagten Takt halten und den Günzburgern und Pendlern zur Verfügung stehen. Ich werde in engem Schulterschluss mit Landrat Dr. Reichhart unser politisches Gewicht zur Begleitung dieses Projektes zum Wohle unserer Stadt einsetzen“, teilt Jauernig auf Anfrage unserer Zeitung mit. Nicht nur er ist sehr gespannt, welche Varianten die Bundesbahn am Freitag vorstellen wird. Denn immer wieder im Gespräch ist der Gedanke, dass Fernverkehrszüge künftig nicht mehr am heutigen Bahnhof Günzburg halten, sondern an einem neuen Haltepunkt außerhalb des Stadtgebiets stoppen sollen.

„Gut, dass der Fortschritt endlich sichtbar wird. Ich erhoffe mir, dass der Dialog mit der Region jetzt eine konkrete Grundlage erhält“, teilt der Grünen-Landtagsabgeordnete Max Deisenhofer mit. „Mit diesem wichtigen Fernverkehrsprojekt muss aber ein spürbarer Fortschritt im Nahverkehr einhergehen. Nur so bekommen wir die breite Zustimmung unserer Bürger“, sagt Deisenhofer.

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16.10.2020

Präsentation der heutigen Veranstaltung:

https://www.ulm-augsburg.de/downloads.html?file=files/downloads/200907_ULA_PK-Rat_Druckauflösung_Homepage.pdf

Weiter hinten in der Präsentation sieht man die bisher festgelegten Korridore; direkt an der Autobahn entlang führt nur wenig - auf Ulm zu ist die Autobahn ohnehin viel zu weit nördlich.

Die Anbindung Günzburgs wird im heutigen Bahnhof immer mit einer langsameren IC Linie erfolgen, die außerhalb des 26 Minuten Taktrasters fährt.

Für mich nicht nachvollziehbar, warum sind Günzburg so grundsätzlich gegen einen außerhalb der Stadt liegenden Fernbahnhof mit vielen Parkplätzen wehrt, der ggf. auch zu Pendlerzeiten noch weitere Halte schnellerer Linien (ggf. Pendler-IRE) ermöglichen würde. Sind die Leute in Günzburg wirklich alle zu Fuß und mit dem Fahrrad zum Bahnhof unterwegs? Gerade die lila Variante würde einen sehr stadtnahen Bahnhof ermöglichen, den man ggf. auch mit einer verdichteten Mindeltalbahn zwischen Ichenhausen und Günzburg anbinden könnte.

Und nicht vergessen - es geht auch um die Regio-S-Bahn Ulm und deren Taktstabilität in Richtung Günzburg und Donautalbahn.

Einfach mal reden und verhandeln - dieser Günzburger Landrat Reichhart wirkt mir da auf mich zu starr und devot.

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16.10.2020

Genauso starr wie die Günzburger sind auch die Augsburger und deren Landrat mit ihrem dritten Gleis die tun sich alle nichts. Meiner Meinung nach wäre die beste Variante lila westlich von Burgau und östlich die türkise Variante. Mit einer vernünftigen Anbindung des Nahverkehrs (Mindelthalbahn) zwischen den dann zwei Günzburger Bahnhöfen (Fern- und Nahverkehr) und eine Umsteigemöglichkeit mit vernünftiger Umsteigezeit nicht zu lang oder kurz vom Nah- in den Fernverkehr in Augsburg. Am besten am gleichen Bahnsteig und der eine Zug muss auf den anderen Warten. Das man bei Bedarf mit dem Fernverkehr ab Augsburg weiter nach München fahren kann.
Zudem ist der Nahverkehr im Vergleich zum Fernverkehr viel zu teuer das letzte mal als ich geschaut habe war das Nahverkehrsticket Monatsticket so teuer wie das Fernverkehrsticket. Dies macht keinen Sinn entweder teuer und schnell oder günstiger dafür langsamer momentan darf ich teuer und langsam nutzen, da Umsteigen in Günzburg zeitlich uninteressant ist. Zumal müsste ich um nach GZ zu kommen erst von Augsburg weg fahren.

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17.10.2020

Richtig, die Kreis Augsburg CSU agiert hier genau so naiv und beratungsresistent.

Mit der Forderung 3. Gleis sollen nur die Konflikte bei den Ortsdurchfahrten minimiert und die Kostenlast beim Bund belassen werden, damit die Parteifreunde in München keine zugewiesenen Mittel für den Bahn-Regionalverkehr nach Augsburg schicken müssen und renovierte Regional-Bahnhöfe als "Abfall" des ICE Ausbaus entstehen.

Aber so wie die Zeitvorgabe 26 Minuten, Streckenlänge und die FFH Gebiete an der Donau manche Wünsche im Bereich Günzburg erodieren, geht es seit gestern mit 26 Minuten, Streckenlänge und den erforderlichen 4-gleisigen Ortsdurchfahrten Neusäß, Westheim und Diedorf auch dem Unfug aus der Region Augsburg an den Kragen ;-)

Außerdem gibt es nun mit den 26 Minuten keine Lösung mehr, die beide quertreibenden CSU Verbände Günzburg und Augsburg-Land gemeinsam durchsetzen könnten. Wenn sich einer der beiden durchsetzt, scheitert automatisch das Ziel des anderen. Ein integrierter Taktfahrplan und Mathematik können so grausam sein ;-)

Sieht m.E. nun recht vielversprechend aus.


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16.10.2020

Es gibt hier nur eine vernünftige Lösung und das ist die Autobahn Variante.
Diese hat die Vorzüge, dass die Landschaft nicht weiter zerschnitten wird als sie schon ist, mit den Lärmschutzmaßnahmen wird auch gleich der Autobahn Lärm gedämmt, der Naturschutz Aspekt ist hier auch am sinnvollsten weil u. A. In die westlichen Wälder nicht weiter eingegriffen wird und zum Schluß ist es die kürzeste Variante.
Nun möchte ich zuerst erwähnen, dass ich mit der Bummelbahn vom Günzburger Landkreis täglich nach Augsburg pendle. Diejenigen welche sich von den anderen Varianten die durch Günzburg oder Dinkelscherben eine Verbesserung des Nahverkehrs erhoffen widerspreche ich hier aus folgenden Gründen: es wird in Günzburg nicht zu weiteren ICE Halten kommen, da ja eine Reisezeitverkürzung geplant ist und das nur erfolgen kann indem der Halt bei den Sprintern eben nicht erfolgt. Diejenigen die sich östlich von Dinkelscherben dadurch super tolle Bahnhöfe erhoffen will ich sagen was hat eine ICE Strecke damit zu tun vom ICE sehe ich diese Bahnhöfe genau eine halbe Sekunde. Und zum Thema heiliges drittes Gleis ab Dinkelscherben drei Gleise reichen nicht aus um den höheren Fernverkehr und den 15 Minuten Takt zu gewährleisten erst recht nicht wenn auch noch mehr Güterverkehr auf die Strecke kommen soll bestes Beispiel die Takt Reduzierung von 15 auf 30 Minuten ab Friedberg wie sie gerade beschlossen wurde und das auf 4 Gleisen.
Die meisten schauen immer nur auf sich und wenn sie einen Vorteil vielleicht erhalten können und alle andere zig Nachteile erhalten ist es egal. Wäre denn ein Fernverkehr halt in Günzburg außerhalb der Stadt so schlimm, natürlich, für die aus Günzburg, die müssten eine Minute länger fahren als vorher, aber alle aus dem Umland könnten den Bahnhof wesentlich einfacher erreichen und man könnte auf dem freien Feld endlich mal Parkplätze für die Pendler schaffen. Wäre es für die aus dem Augsburger Landkreis so schlimm wenn der ICE der sowieso nur an den Bahnhöfen vorbei rauscht wo anders fährt. Sie erhoffen sich dass man dadurch eine Straßenbahn ähnliches Angebot mit ihrem dritten Gleis schaffen kann, das passt aber wie gesagt nicht auf die drei Gleise. Im Zweifel wird der Nahverkehr ausgebremst. Das erlebe ich beinahe täglich wenn der Bummelzug in Burgau 15 Minuten außerplanmäßig zwischengeparkt wird, da der meist verspätete ICE dann nochmal einen Minute mehr verspätet wäre, bevor der Bummelzug weiterfahren darf. Man ist als Bummelbahn Kunde (Landbewohner) eben nur Menschen zweiter Klasse.
Die im Augsburger Umland wissen gar nicht wie schön sie es haben 15 oder 30 Minuten Takt und nicht wie diejenigen, wo weiter in den Westen fahren müssen, im Stundentakt. Und dann fahren die auch noch ausgerechnet in den überfülltesten Zügen welche bis nach Ulm fahren und nicht auf einen anderen Zug 15 Minuten früher oder später umsteigen könnten.

Ja der Fernverkehr sollte ausgebaut werden und das auf die effektivste Weise und das ist die Autobahn Trasse. Darauf soll dann auch der Güterverkehr Rollen. Was aber nicht vergessen werden darf ist das gesamte Umland im Landkreis Günzburg und Augsburg. Was bringt der schönste Fernverkehr wenn nur die Großstädte was davon haben. Das Umland welche die neue Trasse erdulden muss, muss in Form eines optimierten Nahverkehrs entschädigt werden und damit meine ich längere Züge, damit endlich mal alle einen Sitzplatz bekommen, einen Halbstundentakt für die Züge nach Ulm. Und die Züge müssen so getaktet sein, dass man auch vom Nahverkehr in den Fernverkehr umsteigen kann. Damit das Umland auch vom Fernverkehr profitieren kann. Nah und Fernverkehr muß Hand in Hand gehen sonst wird es keine Verkehrswende geben.

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16.10.2020

>> Dieser Ausbau hätte den Charme, dass er in einem halbwegs überschaubaren Zeitraum Verbesserungen für den Nahverkehr mit sich brächte, eine Modernisierung von Bahnhöfen und besseren Lärmschutz. Der Haken: Die jetzt schon stark belastete Strecke müsste ausgebaut werden, während sie in Betrieb ist. Zudem gilt es zum Beispiel im Bereich von Diedorf und Neusäß Engstellen mit zusätzlichen Gleisen zu passieren. <<

Man sieht ja aktuell mit Friedberg, was solche Lösungen mit "Charme" bringen!

Wer Verbesserungen beim regionalen Schienenverkehr nur als Abfall einer ICE Strecke betrachtet, wird am Ende keine echte Verbesserung bekommen.

Die Region Augsburg braucht in erster Linie einen Regionalverkehr mit echtem Takt und die dafür nötigen Strecken - "moderne" Bahnhöfe haben praktisch keine Auswirkung auf die Fahrgastzahlen und Lärmschutz ist bei Güterzugstrecken sowieso Pflicht.

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