1. Startseite
  2. Lokales (Günzburg)
  3. Bahntrasse: Politiker stehen zusammen

Landkreis Günzburg

03.04.2016

Bahntrasse: Politiker stehen zusammen

Soll der Günzburger Bahnhof künftig nur noch ein Haltepunkt für Regionalzüge werden? Dagegen wehrt sich die Region.
Bild: Bernhard Weizenegger (Archivbild)

Die Diskussionen über den Verlauf der neuen Bahntrasse gehen weiter. Die Entscheidungsträger wollen nur einen Ausbau der bestehenden Strecke.

Die Reihen schließen sich: Um zu verhindern, dass Günzburg und damit der Landkreis vom Fernverkehr der Bahn abgehängt wird, haben sich am Samstag hiesige Abgeordnete und Bürgermeister sowie Landrat Hubert Hafner, der dafür eigens seinen Urlaub unterbrach, im Jettinger Rathaus getroffen, um eine gemeinsame Marschrichtung festzulegen. Mit dabei war auch der verkehrspolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Ulrich Lage. Wie Teilnehmer nach der Strategiesitzung hinter vorgehaltener Hand berichteten, sei das Ergebnis sehr gut gewesen. Einigkeit ist offenbar das Wort der Stunde. Angeblich vollzieht sogar die IHK eine Art Schwenk, denn die hat die Dinge bisher etwas anders gesehen.

Wie berichtet, ist im Entwurf des Bundesverkehrswegeplans eine Neubaustrecke der Bahn zwischen Neu-Ulm und Dinkelscherben vorgesehen, die zwar den Zugverkehr beschleunigen soll, jedoch für viele Menschen der Region den entscheidenden Nachteil hat, dass Günzburg vom Fernverkehrsnetz abgehängt würde. Das wollen die politischen Entscheidungsträger im Landkreis nicht hinnehmen, das wurde offenbar auch auf dem rund zweistündigen Treffen vom Samstag deutlich. Es habe „grundsätzliches Einvernehmen“ geherrscht, sagte hinterher ein Teilnehmer. Von der ersten Sekunde an sei klar gewesen, dass es keine Querschüsse geben werde. „Die Region hält zusammen, wenn es um die Wurst geht“, sagte gestern ein anderer Teilnehmer des Treffens gegenüber unserer Zeitung.

Demnach werde ein Ausbau der Strecke begrüßt. Allerdings dürfe Günzburg nicht vom Fernverkehr abgekoppelt werden. Spekulationen, wonach beim Legoland ein Fernbahnhof eingerichtet werden könnte, erteilten die Teilnehmer des Treffens eine Absage. Der Bahnhof der Großen Kreisstadt müsse der Haltpunkt für die Fernzüge bleiben. Statt einer Neubautrasse entlang der Autobahn solle vielmehr die bestehende Strecke begradigt werden, denn das sogenannte Offinger Knie zwingt die Züge, das Tempo stark zu drosseln. Diese Eingriffe sollten so landschaftsschonend wie möglich erfolgen, hieß es, weshalb die nach der Begradigung überflüssig gewordenen Trassenteile zu renaturieren seien. Wichtig schien den Beteiligten nicht zuletzt auch ein vernünftiges Verhältnis von Kosten und Nutzen.

ecsImgBannerNewsletter250x370@2x-1315723864673274678.jpg

Wie zu erfahren war, muss es dennoch hinter den Kulissen geknirscht haben, denn die IHK hat bisher eine andere Haltung vertreten. Sie positionierte sich bisher klar für eine Neubautrasse entlang der Autobahn. Das wiederum hatte zu einiger Verstimmung bei hiesigen Politikern gesorgt, da der Kammer offenbar nur an einer raschen Verbindung der großen Zentren gelegen sei und sie sich nicht darum kümmere, dass das flache Land abgehängt werde. Angeblich habe es energische Gespräche im Hintergrund gegeben, weshalb die IHK nun wohl von dieser Haltung abrücken werde.

Morgen wird sich der Kreisausschuss mit dem Thema Bahntrasse befassen. Dabei soll ein gemeinsames Papier abgestimmt werden, das die Haltung der Region zum Ausdruck bringt.

Themen Folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Lesen Sie dazu auch
Copy%20of%20FS_TEA_AZ_B-GZ_SE1_321928006(1).tif
Europawahl

Die Wahl gegen Gleichgültigkeit

ad__nl-chefredakteur@940x235.jpg

SECHS UM 6: Unser Morgen-Newsletter

Die sechs wichtigsten Neuigkeiten um 6 Uhr morgens sowie ein Ausblick auf den
aktuellen Tag – Montag bis Freitag von Chefredakteur Gregor Peter Schmitz.

Newsletter bestellen