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Erdbeben

05.05.2015

Banges Warten auf Nachricht von Sanze

Sanze Lama (links) ist Mitarbeiter der Günzburger Ladakh-Hilfe in Nepal. Nach dem Erdbeben vor einigen Tagen bangte der Verein um sein Leben. Die Versorgung von Patienten ist durch die Naturkatastrophe extrem schwierig geworden.

Nach der Naturkatastrophe in Nepal hoffte die Günzburger Ladakh-Hilfe lange auf ein Lebenszeichen von ihrem Mitarbeiter. In seiner Heimat ist alles zerstört

Lange mussten die Mitglieder des Günzburger Vereins Ladakh-Hilfe um ihren Mitarbeiter Sanze Lama bangen: Er lebt mit seiner Familie mitten im Zentrum des Gebiets, das vom Erdbeben betroffen war.

Der Verein hatte im Jahr 2013 zum ersten Mal über ehemalige Freiwillige aus Ladakh Kontakt mit dem jungen Nepalesen Sanze Lama. Er hilft in den entlegenen Gegenden des Rasuwa Gebietes, nordwestlich von Kathmandu, behinderten, armen und kranken Kindern und ihren Familien.

Die Günzburger Vereinsvorsitzende Karola Wood half dem studierten Sozialarbeiter mit Ratschlägen und Ermutigung. Seine einzige kleine Schwester war nach einem Unfall schwer behindert und starb nach zwei Jahren an der Behinderung. Deswegen engagiert sich der zuverlässige und warmherzige Mann mit seinem ganzen Leben für die Dorfbevölkerung, aus der er selbst stammt.

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Er kümmerte sich um schwer verletzte Opfer nach einem Busunfall, bei dem einige der Insassen ums Leben kamen. Privatspenden aus Günzburg für die medizinische Versorgung halfen den Opfern wieder auf die Beine. Es ging weiter mit Unterstützung für die Versorgung mehrerer kranker Kinder, der Bau eines Hauses für eine bettelarme Familie ohne Unterkunft und die Bezahlung der Schuluniformen und -materialien für viele arme Kinder. „Sanze zeigte sich in allem sehr zuverlässig und rechnete gewissenhaft ab“, berichtet die Günzburgerin Karola Wood. Er gründete anfangs 2014 die NGO „Emmanuel-Foundation“, mit deren Hilfe er die Arbeit in den entlegenen Gebieten, die nur zu Fuß zu erreichen sind, ausbaut. Mehrere engagierte Mitarbeiter helfen ihm dabei.

In der Woche vor dem Erdbeben hatte die Ladakh-Hilfe den letzten Kontakt zu Sanze: Mitarbeiterin Barbara Forst besuchte Nepal und Sanze und informierte sich über seinen Dienst. Karola Wood ist froh, dass die Mitarbeiterin danach rechtzeitig das Land verlassen hat. „Sie flog am Freitag vor dem Erdbeben nach Tibet, war also aus der Gefahrenzone.“ Doch was war mit dem jungen Nepalesen Sanze? „Wir machten uns große Sorgen, denn das Rasuwa Gebiet liegt mitten im Erdbebenzentrum. Aber von Sanze und seinen Mitarbeitern hörten wir erst nach langem Bangen am Montag“, berichtet Wood. „Sie hatten überlebt und waren alle gesund.“

Die Berichte über die Zustände in den entlegenen Gebieten sind jedoch furchtbar. Fast alle Häuser sind eingestürzt, Straßen verschüttet und zerstört. „Niemand hilft den Menschen, die Hab und Gut verloren und viele Opfer zu beklagen haben“, schildert Wood. „Es gibt viele Verletzte. Vier der behinderten Kinder kamen ums Leben.“ Die Leute schlafen auf den Feldern, haben keine Zelte, Essen oder sauberes Trinkwasser, es regnet und die Nächte sind kalt. „Sanze Lama berichtet, dass er am Donnerstagmorgen die erste kleine Hilfslieferung von Nahrungsmitteln und Kleidung zusammengestellt und auf den Weg geschickt hat.“

Die Ladakh-Hilfe engagiert sich für diese Menschen und bittet um Mithilfe bei einer Spendenaktion, deren Erlös zu 100 Prozent nach Nepal überwiesen und von Sanze Lama und seinen Mitarbeitern direkt in notwendige Hilfe für diese betroffenen Menschen umgesetzt werden soll. (zg/rjk)

an das Günzburger Vereinskonto bei der Sparkasse Günzburg-Krumbach BIC: BYLADEM1GZK, IBAN: DE237205184 00008187981 mit dem Vermerk „NEPAL“.

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