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Wettenhausen

08.12.2018

Baustelle Klostermuseum

Priorin Sr. Amanda Baur im Gespräch mit „Museumsintendantin“ und Ichenhausens Stadtarchivarin Claudia Madel-Böhringer und Landrat Hubert Hafner in den Räumen, die das Klostermuseum künftig beherbergen sollen. Im Hintergrund begutachten Hubert Hafner jun. (Geschäftsführer der Kloster-Entwicklungs-GmbH) und Architekt Peter Kern (Mindelheim) den freigelegten Holzboden.
Bild: Bernhard Weizenegger

Priorin Schwester Amanda Baur und Landrat Hubert Hafner haben die Vereinbarung für die Finanzen unterschrieben. Das tut sich hinter den Kulissen der neuen Einrichtung in Wettenhausen.

Es sind kleine und große Schätze, welche die Bauarbeiten ans Tageslicht bringen: Hinter einer Spanplatte in einem der ehemaligen Gästezimmer des Klosters zum Beispiel kommt nicht nur die erwartete Türe zum Vorschein: An ihr pinnt auch ein handgeschriebener Zettel mit der Jahreszahl 1968 – eine Notiz einer der Schwestern über die vorgenommenen Arbeiten. „Auch als wir den Boden im Zimmer nebenan entfernt haben, kamen Zettel zum Vorschein“, erzählt Claudia Madel-Böhringer. Die Archivarin der Stadt Ichenhausen kennt sich aus in Wettenhausen: Hier ist sie zur Schule gegangen – und hat nicht nur deshalb die besten Voraussetzungen dafür, jetzt als „Intendantin“ des neuen Klostermuseums zu wirken. Durch ihre langjährige Arbeit in Ichenhausen kann sie auch Zusammenhänge herstellen, die ein anderer vielleicht gar nicht sehen würden. Zum Beispiel, wenn in den Inventarlisten aus der Zeit der Säkularisation Namen von jüdischen Familien aus Ichenhausen als Käufer von Gegenständen des Klosters auftauchen. Die Aufgabe von Claudia Madel-Böhringer in Wettenhausen ist es, die kleinen und großen, materiellen und immateriellen Schätze des Klosters zu sichten und auszuwählen, was sich wie im neuen Klostermuseum präsentieren lässt.

Der Landkreis gibt jährlich 50 000 Euro

Ein Stück der finanziellen Voraussetzungen dafür haben am Freitag Priorin Schwester Amanda Baur und Landrat Hubert Hafner geschaffen – sie unterzeichneten die vom Kreistag beschlossene Vereinbarung zur Errichtung und zum Betrieb eines Klostermuseums im Kloster Wettenhausen. Kernpunkt: ein Zuschuss des Landkreises von 50000 Euro jährlich. „Wenn auch ein Aufzug gebaut wird, legt der Landkreis weitere 10000 Euro drauf“, sagt Hafner im Gespräch mit unserer Zeitung. Sein Sohn Hubert Hafner, Geschäftsführer der Kloster Entwicklungs-GmbH, hat die Pläne dafür schon in der Hand. „Wir haben die Baupläne für die räumlichen Veränderungen diese Woche bei der Gemeinde eingereicht“, sagt Hafner. Wenn alles klappt, wird sich der Gemeinderat noch dieses Jahr damit befassen.

Einfach sind die baulichen Maßnahmen jedoch nicht – denn die Belange von Denkmalschutz und Brandschutz treffen häufig aufeinander. Kompromisse müssen gefunden werden. Beispielsweise muss die Statik im Treppenhaus zum zweiten Obergeschoss erhöht werden und der Vorraum des Kaisersaals soll auch für Veranstaltungen nutzbar gemacht werden. „Dazu müssen wir im Bereich der Trenngitter einen Rauchabschluss mit Glaswand einsetzen“, erklärt Architekt Peter Kern (Mindelheim). Während das im zweiten Stock noch einfacher geht – die Medaillons in der Stuckdecke dort sind leer – zieren ein Stockwerk tiefer wertvolle Bilder die Decke. Und die müssen auch mit Glaswand geschützt werden. Es werde eine sehr individuelle Lösung werden, sagt der Planer.

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Bei so vielen Schätzen wird die Auswahl schwer

Auf Claudia Madel-Böhringer warten im Stockwerk darüber mit seinen rosa, weiß und blau bemalten Stuckdecken ganz andere Herausforderungen: „Wir haben hier einen historischen Raum, der an sich schon prächtig wirkt. Da darf man mit der Gestaltung nicht zu sehr einwirken.“ Die Lösung: Vieles vom Mobiliar des Klosters wird für die Präsentation der Exponate genutzt. Das wiederum freut Priorin Schwester Amanda Baur besonders: „Genau darüber sind wir so froh, dass diese Dinge erhalten bleiben. Das Museum passt einfach zu uns.“

Einen ersten Vorgeschmack aufs Klostermuseum wird es bereits zur Weihnachtszeit beim Krippencafé geben: Wenn die Klosterkrippe wieder aufgebaut und ausgestellt ist, sollen auch einige eigens aufgestellte Vitrinen bereits Exponate des künftigen Museums präsentieren. „Museums-Intendantin“ Claudia Madel-Böhringer kann dabei regelrecht aus den Vollen schöpfen: „Es sind so viele Stücke da, dass es neben der Dauerausstellung auch für viele, viele Sonderausstellungen reichen wird.“

Lesen Sie hier den Kommentar von Rebekka Jakob zu diesem Thema.

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