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Leipheim

12.05.2015

Behält die Stadt das Haus 114 doch?

Der VfL Leipheim will die Hälfte des Gebäudes 114 von der Stadt übernehmen.
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Der VfL Leipheim will die Hälfte des Gebäudes 114 von der Stadt übernehmen.
Bild: Manuela Antosch

Der VfL Leipheim will einen Teil des Gebäudes im Erbbaurecht übernehmen, der Bürgermeister denkt über eine Vermietung nach. Beide hoffen auf eine baldige Lösung.

Der VfL Leipheim will weiterhin ins Gebäude 114. Das haben die Vorstandsmitglieder und die Abteilungsleiter vergangene Woche einstimmig beschlossen. Der Verein möchte den West- und Südflügel im Erbbaurecht übernehmen. Dort soll dann zuerst das Domizil der Boxer ausgebaut werden, später sollen die Abteilungen Schach und Turnen und die Geschäftsstelle einziehen. So stellt es sich der Sportverein vor. Doch ob die Stadt bei dieser Idee mitspielt, ist fraglich.

Der VfL hat schon vor mehr als einem Jahr einen Antrag an die Stadt gestellt. Am 13. Februar 2014 schrieb der Vorsitzende Hartmut Hühn in einer E-Mail an Bürgermeister Christian Konrad: „Die Stadt (...) möge prüfen, ob der Teil des Südflügels ab Durchfahrtstor in westlicher Richtung und Westflügel des Geb. 114 dem VfL Leipheim 1898 e. V. in Erbbaurecht, analog der Sportanlagen an der Langenauer Straße, überlassen werden kann.“ Hühn hat zwar am Tag danach eine Antwort bekommen, dass der Antrag inhaltlich geprüft und mit dem Stadtrat besprochen werde. Danach ist aber nichts mehr geschehen.

„Wir haben schon den Eindruck, dass der Stadtrat uns fördern will“, sagt Hühn. „Dafür sind wir auch dankbar. Aber der entscheidende Schritt fehlt noch.“ Deshalb hat der VfL seinen Antrag vom Februar 2014 jetzt noch einmal gestellt – erweitert auf den ganzen Südflügel. Die Variante Erbbaurecht habe sich an der Karl-Gottwein-Sportanlage seit Jahren bewährt. Wenn der Stadtrat dem zustimmen und den Vertrag schließen würde, dann würde der VfL in einem zweiten Schritt ein Finanzierungskonzept erstellen, das dann durch die Delegiertenversammlung genehmigt werden muss, sagt Hühn. Wie die Finanzierung aussehen könnte, das stehe noch nicht genau fest. Er ist sich aber sicher, dass das klappt – in kleinen Schritten und mit viel Eigenleistung, so wie in den vergangenen Jahren bei der Sanierung des Sport- und des Tennisheims.

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Doch Bürgermeister Konrad ist von der Idee Erbbaurecht nicht begeistert. Erstens sei es kaum möglich, nur einen Teil eines Gebäudes so zu vergeben, zweitens würde sich die Stadt dann auf viele Jahrzehnte binden. Für Konrad ist derzeit ein langfristiger Mietvertrag am ehesten denkbar – das hat jetzt auch der Tauchsportverein so beantragt. Das Problem ist dann allerdings, dass die Stadt Eigentümerin des Gebäudes bleibt und damit unter anderem für den Unterhalt zuständig ist. Das ist das, was Konrad eigentlich vermeiden wollte. Er wird dem Stadtrat nun vorschlagen, 60000 Euro für eine Grundlagenuntersuchung in den Haushalt einzustellen, kündigt er gegenüber unserer Zeitung an. Damit soll berechnet werden, was das Haus 114 als öffentliches Gebäude kosten würde – inklusive Elektrik, Brandschutz, Versicherung und so weiter. Dann muss der Stadtrat entscheiden. „Ich fordere alle auf, ergebnisoffen zu denken“, sagt der Bürgermeister. „Eventuell könnte es auch günstiger sein, das Gebäude abzureißen, und ein neues hinzustellen.“

VfL-Vorsitzender Hühn wünscht sich jedenfalls, dass die Stadt bald eine Entscheidung trifft, „damit wir endlich anfangen können“. Dann könnten auch die Heizung und die sanitären Anlagen für die Boxer eingebaut werden, auf die sie schon seit zwei Jahren warten. Dafür ist übrigens nun auch der Bürgermeister auf Sponsorensuche: Er hat zahlreiche örtliche Firmen angeschrieben und um Unterstützung für die Boxabteilung gebeten.

Hühn betont: Er sei den Vertretern der Stadt sehr dankbar, dass sie sich bisher für die Interessen der Vereine eingesetzt haben. Doch er gibt auch zu: „Die Aufbruchstimmung ist mittlerweile gedämpft, Resignation macht sich breit.“ Seit der Stadtrat im Dezember 2013 klargemacht hatte, dass die Vereine das Gebäude in Eigenregie herrichten müssen, sind einige Interessenten wieder abgesprungen. Beim Gebäude 114 geht es aber nicht nur um ein Haus der Vereine. Auf der gegenüberliegenden Seite könnte auch das städtische Jugendhaus einen festen Platz bekommen. Und Hühn geht sogar noch weiter: Er könnte sich vorstellen, dass auch die Bewohner des nahen Seniorenheims die Grünanlage mitbenutzen können.

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