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25.02.2015

Bei Aufnahme Asylsuchender soll es gerechter zugehen

Während in manchen Gebieten sehr viele Asylbewerber untergebracht sind, halten sich andere Regionen noch sehr zurück.
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Während in manchen Gebieten sehr viele Asylbewerber untergebracht sind, halten sich andere Regionen noch sehr zurück.
Bild: Patrick Pleul/dpa (Symbolbild)

Günzburger Kreisräte ärgern sich, dass andere Landkreise ihre Quote nicht erfüllen. Aber auch bei uns gibt es weiße Flecken. Warum sich Hafner von den Kirchen mehr erwartet.

671 Asylsuchende sind inzwischen im Landkreis Günzburg untergebracht. Und die Zahl der Flüchtlinge wird sich in den kommenden Monaten weiter erhöhen. Der Fachbereichsleiter Kommunales und Soziales am Landratsamt, Dr. Richard Wiedemann, gab den Räten im Kreisausschuss folgende Prognose: „Ich halte eine Zahl von 1000 bis 1100 Asylbewerbern am Jahresende für realistisch.“

Wiedemann informierte detailliert über die gegenwärtige Situation. Die meisten Flüchtlinge im Landkreis kommen aus Nigeria und Afghanistan, gefolgt von Syrien und dem Kosovo. Die Regierung von Schwaben betreibt in Leipheim, Edelstetten, Kötz und Reisensburg vier Gemeinschaftsunterkünfte, der Landkreis hat 14 dezentrale Unterkünfte geschaffen. Landrat Hubert Hafner ( CSU) rechtfertigte die Praxis seiner Behörde, dass die Kommunen erst nach der Unterzeichnung der Mietverträge informiert werden. Dies habe den Erfolg bei der Suche nach Wohnraum für die Asylsuchenden deutlich erhöht. Die Anfrage bei allen Bürgermeistern der 34 Landkreis-Kommunen nach Unterkünften für Flüchtlinge habe keinen Erfolg gebracht. Es habe kein Angebot gegeben, stellte Hafner fest. Und er wiederholte auch seine Feststellung, dass von katholischen und evangelischen Pfarreien ebenfalls keine Angebote gemacht worden seien.

Jauernig appelliert an die Kirchen

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In der Debatte forderte unter anderem SPD-Kreisrat Gerhard Jauernig, der auch Bezirksvorsitzender des Städtetags ist, eine gerechte Lastenverteilung ein. Landkreise wie Günzburg erfüllten die Quote bei der Unterbringung von Asylsuchenden zu 100 Prozent, andere Kreise im Süden Schwabens dagegen nicht. Vielleicht gebe es doch kirchliche Träger, die Räume zur Verfügung stellen können, mutmaßte Jauernig. „Ich appelliere da an die Christlichkeit der Kirchen.“

Hans Reichhart (CSU) machte auch auf Landkreis-Ebene noch „weiße Flecken“ aus – Kommunen, in denen bisher keine Asylsuchenden untergekommen sind. Deutschland könne es sich nicht leisten, Wirtschaftsflüchtlinge aus sicheren Ländern wie dem Kosovo aufzunehmen. Die Plätze müssten den politisch Verfolgten zur Verfügung gestellt werden, meinte der Jettinger Rathauschef. Ähnlich argumentierten Herbert Blaschke (FDP) und Gerhard Jauernig, der davor warnte, Flüchtlinge in Turnhallen unterzubringen. Denn dies könne die wohlwollende Stimmung gegenüber Asylsuchenden zum Kippen bringen, meinte der Günzburger Oberbürgermeister.

Nicht jedes Dorf ist für eine Asylunterkunft geeignet

Wiedemann sagte, dass der Landkreis die Unterbringung von Flüchtlingen in Turnhallen vermeiden wolle. „Weitere Unterkünfte werden aber nötig sein“, sagte der Landratsamts-Mitarbeiter. Und da sei die Behörde auf Angebote angewiesen. Das Landratsamt versuche, die Unterkünfte gleichmäßiger auf den Landkreis zu verteilen. Weiße Flecken gebe es beispielsweise in einigen Kommunen der Verwaltungsgemeinschaft Krumbach sowie in Gundremmingen, Offingen und Rettenbach. Aber auch in Bubesheim, Kammeltal und Waldstetten sind noch keine Asylsuchenden untergebracht (siehe Grafik). Allerdings sei auch nicht jedes Dorf für eine Asylbewerberunterkunft geeignet, sagte Wiedemann. Von Lauterbach bei Aichen etwa sei es für Flüchtlinge schwer, das Landratsamt in Günzburg zu erreichen.

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