Newsticker

Corona-Pandemie verschlechtert weltweite Ernährungslage
  1. Startseite
  2. Lokales (Günzburg)
  3. Bei jedem Tor hat die Scheune gebebt

04.07.2010

Bei jedem Tor hat die Scheune gebebt

Zwischen Spannung und Freudentaumel feierten die Fußballfans ihre deutsche Mannschaft bei tropischen Temperaturen im WM-Stadel in Haldenwang. Foto: Emil Neuhäusler
2 Bilder
Zwischen Spannung und Freudentaumel feierten die Fußballfans ihre deutsche Mannschaft bei tropischen Temperaturen im WM-Stadel in Haldenwang. Foto: Emil Neuhäusler
Bild: Emil Neuhäusler

Haldenwang Es wurde gezittert, bis das erlösende zweite Tor fiel, und alle guten Aktionen der deutschen Mannschaft wurden bejubelt und mit Gesängen gefeiert - bei afrikanischer Tropenhitze unterm Stadeldach: Knapp 200 Fußballbegeisterte verfolgten am Samstagnachmittag den überragenden deutschen Sieg gegen Argentinien im WM-Stadel in Haldenwang auf einer Großleinwand.

Das Public Viewing in Haldenwang ist eine gemeinsame Aktion des Faschingsvereins Haldenwanger Gaudi und des Burschenvereins Haldenwang. Premiere war bei der Europameisterschaft 2008. Damals, erklärte Faschingspräsident Rudi Wolf, kamen insgesamt 1400 Zuschauer, eine Zahl, die jetzt schon beim Viertelfinale erreicht wird. Nach seinem Besitzer Günther Kreuz heißt das Gebäude in normalen Zeiten "Kreuzstadel". Dem 73-jährigen Besitzer sei es aber, so Wolf, eine große Freude, seine Räumlichkeiten der Förderung eines attraktiven Vereinslebens zur Verfügung zu stellen. Die Vereine ihrerseits helfen kräftig bei Renovierungs- oder Verbesserungsarbeiten mit. Nach den Erfahrungen von 2008 wurden gegen die große Hitzeentwicklung zusätzliche Fenster und ein Ventilator eingebaut.

Geöffnet ist der Stadel an der Hauptstraße für jedes WM-Spiel. Einlass ist eine Stunde vor dem Anpfiff, damit die Stammgäste ihre Lieblingsplätze einnehmen können. Am Eingang darf bei Einsatz eines Euro ein Ergebnistipp abgegeben werden. An Tagen ohne exakte Ergebnisvorhersage geht der Erlös an einen sozialen Zweck. Präsident Wolf lag mit seinem 4:1 Tipp an diesem Tag nur knapp daneben.

Der große Reiz des Public Viewing ist das gemeinsame Erlebnis. In selbstverständlicher Einigkeit erhob sich am Samstag der ganze Saal geschlossen, sang kräftig die deutsche Nationalhymne mit und stimmte dann in den Applaus im etwa 4000 Kilometer entfernten Stadion mit ein. Dann begann das große Zittern. Mit "Au" und "A" wurde bei Fehlpässen der deutschen Elf gelitten, erfolgreiche Dribblings wurden beklatscht oder mit Schlachtgesängen honoriert, und bei jedem Tor ging alles in die Luft, da bebte die Scheune.

Es herrschte eine Stimmung, wie sie direkt am Spielfeldrand nicht besser sein könnte. Noch beim Hinausgehen wurden Verabredungen für das nächste Spiel getroffen und vereint in der Sicherheit: "So werden wir Weltmeister", eilten viele zu ihren beflaggten Autos, um sich zum Siegerkorso nach Burgau aufzumachen.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren