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Tradition

20.11.2019

Beim Jettinger Kathreinmarkt bleiben die Fieranten aus

Ein Markt ohne Markt? Das will sich der Bürgermeister gar nicht vorstellen.
Foto: Bernhard Weizenegger (Archiv)

Die Gemeinde arbeitet jetzt an einem neuen Konzept - und fragt sich, wie es soweit kommen konnte. Denn eine Marktgemeinde ohne Markt ist unvorstellbar.

Eine Marktgemeinde ohne Markt? In Jettingen-Scheppach war genau das zuletzt der Fall: Der groß angekündigte traditionelle Kathreinmarkt Anfang November fiel zum ersten Mal aus. Die örtlichen Geschäfte hatten zwar geöffnet, die Fieranten mit ihren Ständen in den Straßen fehlten jedoch. Nachdem sich nicht einmal ein Dutzend angemeldet hatte, zogen auch die wenigen, die an dem Tag in die Gemeinde gekommen waren, wieder ab. Bürgermeister Hans Reichhart kann sich das nicht erklären, nachdem es bei den Märkten zuvor nie an Anmeldungen von Fieranten gemangelt hatte. „Es war ein Schock für uns“, sagt Reichhart.

Der erste Marktsonntag in diesem Jahr, ein Fastenmarkt im Februar, hätte für die Marktgemeinde Jettingen-Scheppach nicht besser laufen können. Im Amtsblatt der Gemeinde, dem Marktboten, stand schon vorab zu lesen, dass sich eine stattliche Zahl von Fieranten angemeldet hatte. Bürgermeister Hans Reichhart erinnert sich gerne daran zurück: „Diese Veranstaltung war großartig besucht.“ Bei den nächsten Terminen hätten sich im Schnitt auch stets zwölf bis 16 Händler angemeldet.

Gekommen, gesehen - und wieder gefahren

Im Vorfeld des Kathreinmarkts hätte sich jedoch der Zulauf in Grenzen gehalten, maximal acht bis zehn Fieranten hatten laut Reichhart ihr Kommen zugesagt. Schließlich habe sich einer nach dem anderen wieder abgemeldet, sodass auch im Markboten im Gegensatz zu den bisherigen Ankündigungen keine Fieranten erwähnt wurden. Leser erfuhren nur, dass die örtlichen Geschäfte zwischen zwölf und 18 Uhr öffnen können. Die hielten sich auch daran, es mangelte aber an Fieranten.

Ein paar wenige steuerten Reichhart zufolge zwar die Marktgemeinde am Morgen an, bauten aber angesichts der Leere ihre Stände gar nicht erst auf und fuhren schließlich wieder ab. „Das haben wir selbst auch erst an diesem Tag mitbekommen“, sagt der Rathauschef. Vor allem den sogenannten Marktmeister Mathias Endris, der auch Kämmerer der Gemeinde ist, habe das tief getroffen.

Eine Marktgemeinde ohne Markt ist unvorstellbar

Eine Erklärung dafür, warum die Marktgemeinde zu Beginn des Jahres bei den Fieranten noch hoch im Kurs stand und jetzt auf einmal nicht mehr gefragt ist, hat Reichhart nicht. „Wir fragen uns auch, woran es liegt. Wir hatten immer sehr treue Fieranten“, sagt Reichhart. Die Erfahrung habe ihn aber gelehrt, dass die Zahl der Fieranten abnimmt und es immer schwieriger wird, neue zu gewinnen.

Eine Marktgemeinde ohne Markt ist für den Bürgermeister aber nicht vorstellbar. Deshalb hätten auch gleich die ersten Gespräche mit Gewerbetreibenden stattgefunden. Weitere Gespräche mit Marktleuten sollen folgen. Alle seien sich bislang einig, dass ein neues Konzept hermüsse, um die Märkte zu beleben. „Wir wollen an den Veranstaltungen festhalten und setzen alles daran, dass sie attraktiver werden“, so Reichhart. Die ein oder andere Zusatzattraktion müsse man bieten, beispielsweise Musikkapellen.

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