Newsticker
RKI meldet 12.257 Neuinfektionen und 349 Todesfälle
  1. Startseite
  2. Lokales (Günzburg)
  3. Bekenntnis zur Innenstadt: Optik und Schmuck Oßwald in Burgau wird erweitert

Handel- und Gastro-Serie (9)

14.12.2020

Bekenntnis zur Innenstadt: Optik und Schmuck Oßwald in Burgau wird erweitert

Tobias Oßwald ist längst ein fester Bestandteil des Optik- und Schmuckgeschäfts an der Burgauer Stadtstraße. Er will den Laden einmal von seinen Eltern Gerlinde und Hans übernehmen.
Bild: Bernhard Weizenegger

Plus Tobias Oßwald baut das Optik- und Schmuckgeschäft in Burgau mit seinen Eltern aus – bewusst am Standort. Er will das Geschäft in fünfter Generation weiterführen.

Einzelhändler, Gastronomen/Hoteliers und „Lebensmittelhandwerker“ wie Bäcker und Metzger machen eine Innenstadt und ein Dorf lebendig. Doch schon vor Corona haben viele um die Zukunft gekämpft, vielerorts haben Betriebe mangels Nachfolger schließen müssen. Corona hat die Probleme verschärft. In einer Zeit, in der durch das Virus und seine Folgen Innenstädte und Dörfer weiter auszubluten drohen, will unsere Zeitung einen Kontrapunkt setzen und über die berichten, bei denen die Nachfolge geregelt ist. So heißt unsere Serie auch, der Einfachheit halber auf Überbegriffe fokussiert: „Handel und Gastronomie mit Zukunft“.

Bei Optik und Schmuck Oßwald in Burgau ist inzwischen die fünfte Generation dabei

Wer durch die Burgauer Innenstadt geht, dem bietet sich ein Bild, wie man es inzwischen aus vielen Kleinstädten kennt: leere Läden. Aber es gibt sie noch, die feinen Restaurants und die Fachgeschäfte. So wie Optik und Schmuck Oßwald an der Stadtstraße. Seit 1899 gibt es den Betrieb, mit Tobias Oßwald ist die fünfte Generation dabei. Dass gerade groß umgebaut wird, ist auch ein Bekenntnis zur Innenstadt.

Im vergangenen Jahr feierte das Geschäft also das 120-jährige Bestehen. Seit gut 30 Jahren wird es von Gerlinde und Hans Oßwald geführt, seit zwei Jahren ist Sohn Tobias mit in der Geschäftsführung, in den kommenden Jahren soll der Übergang nach und nach vollzogen werden. Menschen helfen zu können mache ihm viel Spaß, sagt der 28-Jährige, und der Schmuck sei auch ein schöner Aspekt, weshalb er diesen Bereich künftig beibehalten und ausbauen will. Außerdem will er weiterführende Messungen zur Augengesundheit forcieren.

Das Geschäft in Burgau wird auf den modernsten Stand gebracht

Mit dem Umbau wird die Verkaufsfläche von derzeit rund 160 Quadratmetern in etwa verdoppelt, ein zweiter Messraum hinzugefügt. Und auch sonst wird alles auf den modernsten Stand gebracht, Mitarbeiter und Kunden sollen sich hier wohlfühlen können – weshalb man in Corona-Zeiten auch in Luftreiniger investiert hat. Vier bis fünf Voll- und drei bis vier Teilzeitkräfte sind hier tätig, es sollen weitere hinzukommen.

Denn die qualitativ hochwertige Beratung ist das, womit sich der Betrieb gerade von Filialisten abheben will. Und weil die Innenstadt eine Gemeinde ausmache, wird am Standort festgehalten – auch wenn es vielleicht alles in allem günstiger wäre, auf der Grünen Wiese zu bauen. Doch, so betont Hans Oßwald, 63, er bekomme ohnehin fast alles, was er brauche, in Burgau – und mit der Entwicklung des neuen Stadthauses inklusive Supermarkt und Ärzten tue sich ja ohnehin einiges im Städtchen.

Das Vertrauen der Kunden ist den Oßwalds besonders wichtig

Er sieht es so, dass es zweierlei Arten Mensch gebe: Die einen schauten nur auf den möglichst günstigen Preis, die anderen auf Qualität und Beratung. Und die seien dann auch bereit, etwas mehr dafür auszugeben. Interessant sei: Seit der Sohn mit im Geschäft ist, kämen mehr Kunden, denn er verkörpere die nächste Generation – übrigens ließen sich auch Ältere gerne von ihm bedienen. Vielleicht gerade deshalb. Ihn freue das. So sei es auch gewesen, als sein Vater ihm und seiner Frau nach und nach den Laden übergeben habe: Das Vertrauen der Kunden solle nach und nach auf die nächste Generation übergehen.

Tobias sagt, gerade weil ihre Kunden mehr als anderswo erwarteten, sei es so wichtig, jetzt zu investieren. Und weil er irgendwann ohne seine Eltern im Betrieb klar- kommen müsse, brauche er gute Mitarbeiter. Die Menschen gingen immer seltener zum Augenarzt, da komme einem Optiker eine noch größere Verantwortung zu. „Wir wollen dem Augenarzt nichts wegnehmen, sondern ihm zuarbeiten“, ergänzt der Vater. „Wir wollen die Kunden dafür sensibilisieren, wie wichtig die medizinischen Checks sind. Zusammen mit dem Arzt wollen wir die Gesundheit der Menschen, die zu uns kommen, im Blick haben.“ Außerdem, sagt wiederum der Sohn, will er auch hochwertigen Schmuck anbieten und den Trauringbereich ausbauen, hier soll das Aussuchen für die Paare zu einem intimen Erlebnis werden.

Der Sohn wollte das Geschäft seiner Eltern freiwillig übernehmen

Zur Übernahme gezwungen hätten sie Tobias nie, betonen Hans und Gerlinde Oßwald, beide Augenoptikermeister, sie zudem Goldschmiedin. Das Leben sei zu kostbar, um etwas zu machen, was einem keinen Spaß mache. Und so habe sich die Tochter auch für etwas anderes entschieden.

Aber dem Sohn macht es Spaß, betont dieser, Bachelor of Science der Optometrie. Neben der Möglichkeit, eigene Ideen schon jetzt einzubringen seien es die Kunden, denn jeder sei anders. Und so sei auch jeder Tag anders, obwohl man doch immer dieselben Tätigkeiten ausübe.

Lesen Sie dazu auch:

Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Das könnte Sie auch interessieren