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Vermisstenfall in Kötz

12.03.2020

Bereitschaftspolizei und Reiter: Suche mit Großaufgebot

Mehr als 100 uniformierte Beamte sind am Donnerstag unterwegs, um Spuren im Fall Constantin Popa zu finden.
Bild: Alina Heindl

Plus Etwa 150 Einsatzkräfte wollen Hinweise zum Verschwinden von Constantin Popa finden. Deshalb sind sie erneut im Bereich Kötz unterwegs.

Vor der Günzhalle in Großkötz parken am Donnerstag zahlreiche Polizeifahrzeuge. Mehr als 100 uniformierte Beamte warten auf Anweisungen. Hunde werden aus den Dienstwagen gelassen. Dann reihen sich die Polizisten am Feld neben der Halle auf, in ihren Händen sogenannte Stöberstöcke, die an Skistöcke erinnern. Auf ein Kommando bewegt sich die Reihe an Polizisten vorwärts. Den Blick auf den Boden gerichtet, stochern sie in der Erde.

Die Polizei sucht Hinweise zum Verschwinden von Constantin Popa. Der 30-Jährige mit rumänischer Staatsangehörigkeit wurde seit dem 31. Januar dieses Jahres nicht mehr gesehen (wir berichteten). Er war nach Angaben der Polizei vermutlich zu Fuß auf dem Weg zu seiner Arbeitsstelle, ist aber nie dort angekommen. Nachdem persönliche Gegenstände Popas in der Nähe des Günzufers gefunden worden waren, gab es dort Anfang Februar bereits einen Sucheinsatz. Die Gegend an der Günz zwischen Kleinkötz und Großkötz wurde damals von Polizei, Feuerwehren, Rettungsdiensten und der DLRG auf der Suche nach dem Mann durchkämmt. Auch mit einem Polizeihubschrauber und einem Boot wurde der Bereich abgesucht. Aber Popa blieb verschwunden.

Ein Gewaltverbrechen wird nicht mehr ausgeschlossen

Inzwischen können die Ermittler anhand der bisherigen Erkenntnisse ein Gewaltverbrechen nicht mehr ausschließen. Die Staatsanwaltschaft Memmingen hat deshalb die Kripo Neu-Ulm mit weiteren Ermittlungen beauftragt. Eine Ermittlungsgruppe wurde eingerichtet.

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Aufgrund der vorliegenden Indizien durchkämmt die Polizei am Donnerstag in einer weiteren Suchaktion ein mehrere Quadratkilometer großes Gebiet zwischen Kleinkötz und Großkötz nahe der Günz. Dafür sind eine Hundertschaft der Bereitschaftspolizei sowie Hundeführer und vier Kräfte der Münchner Reiterstaffel angereist. Insgesamt circa 150 Polizisten sind im Einsatz, sagt Dennis Kramer von der Kripo Neu-Ulm, der Sachbearbeiter des Falls. Die Pferde werden eingesetzt, da man auf ihnen hoch sitzt und so einen größeren Bereich des Bodens im Blick habe, erklärt er. So kommen die Einsatzkräfte schneller voran. Sie suchen beispielsweise den Acker ab. Ihre Vorgesetzten weisen sie an, nach links und rechts zu schauen und aufzupassen, dass sie etwa in einer Linie sind. Finden sie einen Gegenstand oder einen Fetzen, halten alle an. Dann kommt Dennis Kramer.

Buttermesser und Handschuh werden gefunden

Er betrachtet das Fundstück näher, nimmt es mit Handschuhen auf und steckt es in eine Tüte. Die Linie der Polizisten zieht inzwischen weiter, über eine kleine Brücke. Bevor sie sich der Wiese vor ihnen widmen, steigen sie durchs Gestrüpp hinab zum Günzufer und suchen dort. Dann geht es quer über eine Wiese und einen Acker. Die Hunde gehen am Ufer entlang.

An diesem Tag werden unter anderem noch ein Buttermesser und ein Handschuh auf den Feldern gefunden. Nach Abschluss der Untersuchungen sei aber nichts dabei gewesen, was mit dem Fall in Verbindung steht, sagt Dominic Geißler vom Polizeipräsidium Schwaben Südwest. Die Polizei bittet Menschen, die sich regelmäßig im Bereich der Günz an der Ortsverbindung zwischen Klein- und Großkötz aufhalten, dort auffällige Beobachtungen gemacht haben, Popa gesehen haben oder sonstige Angaben zum Fall machen können, sich unter Telefon 0731/8013-620 zu melden.

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