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Jettingen-Scheppach

23.06.2020

Betrügerring gesprengt: Auch Firma in Jettingen-Scheppach ist Opfer

Die Kriminalpolizei hat einen internationalen Betrügerring hochgehen lassen. Der Schaden geht in die Millionen.
Bild: Alexander Kaya (Symbolfoto)

Eine internationale Betrügerbande hat europäische Firmen um Millionen gebracht. An der Festnahme mehrerer Mitglieder war die Kripo Neu-Ulm maßgeblich beteiligt.

Die internationale Zusammenarbeit der Kriminalpolizei Neu-Ulm und der Staatsanwaltschaft Memmingen mit belgischen sowie französischen Justiz- und Polizeibehörden hat die Festnahme mehrerer Mitglieder einer international agierenden Betrügerbande ermöglicht.

Wie die Polizei mitteilte, hatten die Verdächtigen Firmen im In- und Ausland um hohe Geldbeträge gebracht. Indem sie sich als tatsächlich existierende Großkunden der jeweiligen Unternehmen ausgaben, bestellten die Beschuldigten Ware im teilweise sechsstelligen Bereich. Diese Lieferungen, meist hochwertige Elektronikartikel und Zubehör, wurden dann zum Teil im Ausland abgefangen und umgeleitet.

Zudem verfügten die vermeintlichen Täter über die entsprechende Logistik, um ihre Beute zeitnah an Abnehmer zu verkaufen. Nach Informationen unserer Zeitung ist von diesen Machenschaften auch eine Firma aus Jettingen-Scheppach betroffen gewesen. Wie die Staatsanwaltschaft Memmingen auf Anfrage weiter ausführte, ist es möglich, auch während des Liefervorgangs die Zustelladresse noch zu ändern. Als man den Betrügern auf die Spur gekommen sei, habe man eine weitere Bestellung entsprechend präpariert.

Betrügerring gesprengt: Auch Firma in Jettingen-Scheppach ist Opfer

Ein Schaden von mehreren Millionen Euro

Die Polizei teilte in diesem Zusammenhang mit, das Unternehmen habe sich äußerst kooperativ gezeigt und damit maßgeblich zum Ermittlungserfolg beigetragen. „Für sie entstand ein Schaden von etwa 275 000 Euro – das ist natürlich nur ein Bruchteil des Gesamtschadens.“

Insgesamt hat die Betrügerbande einen Schaden von mehreren Millionen Euro verursacht. Besagte Firma aus dem Landkreis Günzburg ist das einzige betroffene Unternehmen in Bayern. Auch in Hamburg und Hessen waren die Täter erfolgreich, der Großteil der Opfer hat den Hauptsitz jedoch in Belgien.

Von Westafrika aus agierten die maßgeblichen Organisatoren

Die Bande habe eine sehr professionelle Arbeitsteilung gehabt, erklärte Polizeisprecher Dominic Geißler vom Polizeipräsidium Schwaben Süd/West. „Ein Team war für Lieferung und Logistik zuständig, ein anderes ausschließlich für die Akquise und wieder ein anderes hat die Finanzströme gelenkt.“ Die maßgeblichen Organisatoren hätten von Westafrika aus agiert. Bislang gibt es laut Staatsanwaltschaft nur einen vagen Hinweis auf das afrikanische Land.

Mit Unterstützung des Bayerischen Landeskriminalamts konnte die Neu-Ulmer Kriminalpolizei mit internationalen Behörden im Zuge einer europaweiten verdeckten Ermittlung mehrere Täter in Belgien und Frankreich festnehmen. Aktuell laufen unter Einbindung von Interpol weitere Ermittlungen zur Aushebung des Betrugsnetzwerks. Voraussetzung für diesen Ermittlungserfolg gegen die international agierende Tätergruppierung sei eine schnelle und zielorientierte Zusammenarbeit verschiedenster nationaler Justiz- und Polizeibehörden sowie deren Verbindungsbeamten gewesen, die nicht an Ländergrenzen geendet habe, teilt die Polizei mit.

Der Schaden wird wohl eher nicht wieder gut gemacht

Ob der angerichtete Schaden je wieder gut gemacht wird, scheint zweifelhaft zu sein. „Aus der Erfahrung heraus kann ich sagen: Das ist eher schwierig“, so der Memminger Staatsanwalt Sebastian Murer. Die strafrechtliche Aufarbeitung werde, derzeitiger Stand, im Ausland betrieben. (zg, lrs, ioa)

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