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Günzburg

22.11.2019

Bezirkskliniken: Hier entsteht die neue Radiologie

Architekt Martin Feldengut erläutert Bauminister Hans Reichhart, MdL Alfred Sauter, Gesundheitsministerin Melanie Huml, Bezirksrätin Stephanie Denzler und Thomas Düll (Bezirkskliniken) die Planungen für das neue Radiologische Zentrum am Bezirkskrankenhaus Günzburg.
Foto: Rebekka Jakob

Die beiden Baustellen des BKH Günzburg kommen voran. Gesundheitsministerin Melanie Huml informiert sich über den Stand der Arbeiten.

Fast auf den Tag genau vier Jahre ist es her, da versprach Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml bei einem Besuch in Günzburg: Den Plänen für ein neues Radiologiezentrum mit Computertomografie, Kernspin und Röntgen stehe der Freistaat aufgeschlossen gegenüber. Jetzt hat sich die Ministerin vom Fortschritt der Arbeiten überzeugt, von denen damals anlässlich des 100-jährigen Bestehens des Günzburger Bezirkskrankenhauses die Rede war. Dort, wo Ende des kommenden Jahres der Magnetresonanz-Tomograf in Betrieb gehen soll, jetzt allerdings noch lose Kabel von den Betonwänden hängen, ließ sich die Staatsministerin über den aktuellen Stand der Arbeiten auf dem Klinikgelände informieren.

Der Neubau entsteht in Sichtweite der bisherigen radiologischen Praxis

Und die gehen gut voran, sagt Architekt Martin Feldengut, der die Ministerin zusammen mit Bauminister Hans Reichhart, dem Landtagsabgeordneten Alfred Sauter, Bezirksrätin Stephanie Denzler und Oberbürgermeister Gerhard Jauernig durch die beiden aktuellen BKH-Baustellen führte. Anhand der Planzeichnung machte Feldengut deutlich, wie kurz die Wege innerhalb des neuen Radiologischen Zentrums der Bezirkskliniken künftig sein werden. Direkt in Sichtweite des Neubaus ist die bisherige Radiologische Praxis, mit der das BKH zusammenarbeitet.

Auch dies war laut dem Vorstandsvorsitzenden der Bezirkskliniken, Thomas Düll, Ende der 1980er Jahre ein Günzburger Sonderweg: „Wir haben damals das erste Kooperationsmodell dieser Art in Bayern gestartet“, so Düll. Mittlerweile sei die vorhandene Radiologie jedoch auch bereits ohne die Patienten des Bezirkskrankenhauses ausgesprochen gut ausgelastet. „Und wir brauchen direkten Zugriff auf diese modernen Einrichtungen.“

Neuer Speisesaal des BKH mit 400 Quadratmetern

Ein Stück weiter entfernt ist die zweite BKH-Baustelle, aus der Ende des nächsten Jahres ein laufender Betrieb werden soll: Hier bauen die Kliniken ein neues Casino, in dem die Mitarbeiter verköstigt werden können.

Auf 400 Quadratmetern entsteht der neue Speisesaal des Bezirkskrankenhauses Günzburg.
Foto: Rebekka Jakob

400 Quadratmeter groß ist der neue Speisesaal als größter Raum, auf einer Terrasse kann man bei schönem Wetter auch draußen Mittagspause machen.

Der künftige Küchenchef des Hauses hat von seinem Arbeitsplatz durch ein großes Fenster freien Blick in die Sporthalle, die in den Boden gebaut wurde. 15 mal 27 Meter groß ist sie, und in ihren Dimensionen schon gut zu erkennen. Für die Kliniken ist es die erste eigene Sporthalle – sie erhoffen sich laut Düll einen mehr als positiven Effekt für die Patienten, die sich dann auch bei schlechtem Wetter sportlich betätigen können. Ein wichtiger Teil der Therapie, erklärt Thomas Düll. Die Halle wird teilbar sein, sodass auch zwei Gruppen gleichzeitig dort Sport treiben können.

Unterirdisch verlaufen 1,7 Kilometer Versorgungsleitungen

Ein Stockwerk tiefer wird es ebenfalls um Bewegung gehen, sagt Martin Feldengut: Neben Umkleidemöglichkeiten und Technikräumen entsteht unter der Halle auch ein neuer Bahnhof für das Versorgungssystem der Kliniken. Regionalleiter Wilhelm Wilhelm erklärt, was es damit auf sich hat:

Die neue Turnhalle des Bezirkskrankenhauses wird in den Boden gebaut. Hier sollen ab Ende des nächsten Jahres Patienten und Mitarbeiter Sport treiben können.
Foto: Rebekka Jakob

„Unterirdisch verlaufen 1,7 Kilometer unserer Versorgungsleitung, auf denen Container transportiert werden. Bisher ist dabei vor allem der Rücklauf schwierig.“ Mit dem neuen Bahnhof kann das benutzte Material zwischengeparkt werden, bevor es zur Reinigung weitergeleitet wird. Das ganze funktioniere ausgesprochen energiesparend, sagt Wilhelm: „Wir haben dafür lediglich Stromkosten von 2500 Euro – verglichen mit den Kosten, die der Rücktransport mithilfe von Lkw kosten würde, ist das sehr gering.“

Den Besuch der Staatsministerin und ihrer Kollegen aus der Landes- und Regionalpolitik nutzte Thomas Düll auch für ein Gespräch über aktuelle Probleme in der Gesundheitspolitik – an einem Ort, den es so bald nicht mehr geben wird: Das Begegnungszentrum, derzeit noch direkt gegenüber dem Neubau von Casino- und Mehrzweckhalle, wird im kommenden Jahr verschwinden. Es soll wie berichtet Platz machen für den Neubau des Bettentraktes der Psychiatrischen Klinik. Dass sich die Ministerin auch den weiteren Verlauf der Arbeiten an dem Jahrhundertprojekt des Bezirkskrankenhauses anschauen wird, gilt als sicher. Immerhin hatte Melanie Huml auch dieser erneute Besuch im Bezirkskrankenhaus Günzburg zutiefst beeindruckt.

Ministerin Huml: Vor allem Psychiatrie braucht Versorgung in der Fläche

Huml machte im Gespräch deutlich, wie wichtig in einem Flächenland wie Bayern eine breit gestreute Kliniklandschaft sei. „Ich sage nicht, dass jedes Haus bei uns so bleiben muss, wie es ist. Bestimmt wird es bei einigen Kliniken auch noch Zusammenlegungen geben. Aber gerade in der Psychiatrie ist es so wichtig, dass wir eine Versorgung anbieten, die bei den Leuten ist.“ Vor allem Menschen, die sich in eine länger dauernde Behandlung begeben, brauchten die Chance, dass in dieser Zeit durch die räumliche Nähe familiäre und soziale Verbindungen aufrecht erhalten werden können.

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