1. Startseite
  2. Lokales (Günzburg)
  3. Bibertal braucht mehr Platz für Kinder

Bibertal

11.01.2019

Bibertal braucht mehr Platz für Kinder

Der Nachwuchs in Bibertal drängte nicht nur beim Neujahrsempfang 2018 auf die Traubesaal-Bühne, sondern beschäftigt aktuell auch den Gemeinderat. Der Neubau eines Kindergartens mit zwei Gruppen wurde erstmals diskutiert.
Bild: Sandra Kraus

Die Gemeinde wächst, deshalb muss es mit einem Kindergartenneubau jetzt schnell gehen.

Mit guten Wünschen eröffnete Bibertals Bürgermeister Oliver Preußner die erste Gemeinderatssitzung des Jahres: „Ein vor allem gesundes neues Jahr, sodass es ein richtig gutes Jahr wird für sie, für uns und für die Gemeinde.“ Zurück in der Tagesordnung ging es um die Jahresrechnung des Jahres 2017.

Kämmerer Joachim Winkler präsentierte die Zahlen aus einem Jahr, das finanziell das beste in der Geschichte Bibertals war. Fast 1,8 Millionen Euro wurden im Verwaltungshaushalt erwirtschaftet und konnten an den Vermögenshaushalt zugeführt werden. Nach Abzug von 180000 Euro, mit denen Schulden getilgt worden waren, blieb der Gemeinde eine respektable freie Finanzspanne von 1,6 Millionen Euro. Die wichtigsten Investitionen im Jahr 2017 waren die Erweiterung des Kinderhauses Kissendorf (170 000 Euro), der Straßenbau im Gewerbegebiet Stellefeld in Opferstetten (100000 Euro), die Straßensanierung in Silheim (180000 Euro) und der Kauf von Grundstücken (600000 Euro). Mit Schulden in Höhe von einer Million Euro bei knapp 4800 Einwohnern errechnete sich eine pro Kopf-Verschuldung von 224 Euro, die deutlich unter Landesschnitt vergleichbarer Gemeinden in Bayern liegt. „Man muss zufrieden sein mit 2017, so erfreulich wie es gelaufen ist“, schloss Kämmerer Winkler.

Die Kläranlage soll auf Vordermann gebracht werden

Dem Vorsitzenden des Rechnungsprüfungsausschusses, Wolfgang Beyer, war zu Ohren gekommen, dass das Jahr 2018 ähnlich gut oder sogar noch besser gelaufen wäre. Da bei aktuell vier Millionen Euro Rücklagen noch 880000 Euro Schulden vorhanden seien, legte er dem Gremium ans Herz die anstehenden Kanalreparaturen anzugehen, die Kläranlage auf Vordermann zu bringen, den Fremdwasseranteil zu senken und die Wasserverluste zu minimieren. Diesem Redebeitrag stimmte Gemeinderat Fritz Deutschenbaur sofort zu, auch er sprach diese Themen wiederholt am Ratstisch an.

ecsImgBannerNewsletter250x370@2x-1315723864673274678.jpg

Ohne Diskussion stellte der Gemeinderat einstimmig die Jahresrechnung 2017 fest und genehmigte die außer- und überplanmäßigen Ausgaben.

Mit ganz anderen Zahlen, nämlich den Geburtenzahlen und -prognosen, ging es weiter. Bürgermeister Oliver Preußner präsentierte die Prognose der Bevölkerungsentwicklung mit Blick auf den Bedarf an Kinderkrippen- und Kindertagesstätten-Plätzen. Mithilfe des Hildesheimer Planungsmodells hatte die Fachstelle für Jugendhilfe und Bildungsplanung des Landratsamts Günzburg die Gemeinde untersucht. In den vergangenen Jahren ist die Zahl der Neugeborenen in Bibertal gestiegen und es sind mehr Menschen zugezogen als weggezogen. „Zwei absolut positive Tatsachen, auf die wir jetzt reagieren müssen. Wir haben tatsächlich steigenden Bedarf an Plätzen in Kindertagesstätten und müssen die Angebote für Familien ausbauen, damit auch künftig in Bibertal Familie und Beruf unter einen Hut gebracht werden kann. Die Zeit drängt“, bezog Preußner ganz klar Stellung.

45 Krippenplätze und 155 Kindergartenplätze

Momentan hat Bibertal 45 Krippenplätze und 155 Kindergartenplätze in den zwei Einrichtungen in Kissendorf und Bühl. Das Hildesheimer Planungsmodell ergab zehn fehlende Krippenplätze für die unter Dreijährigen. Wirklich dramatisch könnte es im Kindergartenalter werden. Ganz ohne Zuzug könnten schon bald 30 Plätze fehlen, ziehen weiterhin so viele Menschen zu wie bisher, könnten in fünf Jahren knapp 90 Kindergartenplätze fehlen. Schon jetzt ist die Lage kritisch, freie Kindergartenplätze sind 2020 in Sicht. So sahen es auch die Gemeinderäte. Wolfgang Beyer (SPD) sagte: „Für alle, die in Bibertal aufwachsen, müssen wir Plätze anbieten.“ Carola Pröbstle (CSU) pflichtete bei: „Wir brauchen Plätze, das ist Fakt!“ Von Manfred Kammerer (FW) kam: „Wir müssen ran!“ Um keine Zeit zu verlieren, gaben die Räte informell ihre Zustimmung, dass Bürgermeister Oliver Preußner mit Architekten für einen Kindergartenneubau spricht, Standortvorschläge für den Norden Bibertals, wo auch die meisten wohnen, einholt und sich nach Fördermitteln umschaut. „Wir müssen sehr schnell sehr konkret werden“, mahnte Preußner.

Mehrzweckhalle in Kissendorf ist weiter einsturzgefährdet

 

So schnell soll es auch bei der momentan wegen Einsturzgefahr geschlossenen Mehrzweckhalle weitergehen. Noch im Januar könnte eine zusätzliche Sitzung möglich sein. Ein heißes Eisen packte 3. Bürgermeister Hubert Wolf an. Wolf plädierte dafür, den seit 20 Jahren gewünschten Radweg von Anhofen nach Kissendorf, notfalls mit rechtlichen Mitteln in die Tat umzusetzen. „Ja ich würde mir den Radweg auch wünschen, aber der Gesetzgeber hat das Recht des Eigentümers über seinen Grund und Boden sehr hoch gehängt. Ein Radweg kann dieses Grundrecht nicht aushebeln. Und ich werde nicht jemand den Schwarzen Peter zuschieben oder ihn an den Pranger stellen, weil er das ihm zustehende Recht ausübt,“ bremste Bürgermeister Preußner. Andererseits war allen klar, dass ein Radweg, die eine oder andere gefährliche Situation verhindern könnte. Auch für Manfred Kammerer ist die momentane Situation „brandgefährlich“, er bot sich an, Bürgermeister Preußner bei Gesprächen mit den Grundstückseigentümern zu begleiten.

Themen Folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren