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Gundremmingen

22.10.2016

Bis 2040 soll Atomkraftwerk abgebaut sein

Bis zum Jahr 2040 soll das Kernkraftwerk Gundremmingen endgültig abgebaut sein.
Bild: Bernhard Weizenegger

In einer Kurzbeschreibung der Betreibergesellschaft steht, wie das funktionieren soll.

Die Blöcke B und C des Atomkraftwerkes werden Ende 2017 beziehungsweise Ende 2021 stillgelegt. Bis Gundremmingen tatsächlich „atomfrei“ ist, wird aber noch etliche Zeit vergehen. Um das Jahr 2040 sollen das Atomkraftwerk komplett abgebaut und die radioaktiven Teile entsorgt sein. Das geht aus einer 43-seitigen „Kurzbeschreibung“ der Betreibergesellschaft hervor. Sie soll in Kürze öffentlich ausgelegt werden. Mitte der Woche war der Bericht Landrat Hubert Hafner zugegangen, wie er den Mitgliedern des Kreistags bei deren Sitzung am Donnerstag in Waldstetten mitteilte.

Im Detail wird in der Kurzbeschreibung, die unserer Zeitung vorliegt, ausgeführt, in welchen Schritten die beiden Blöcke des Atomkraftwerkes nach und nach abgebaut werden. Von besonderer Bedeutung für die Öffentlichkeit sind natürlich die Aussagen mit Blick auf die radioaktiven Stoffe und Bauteile der Anlage. Ein Großteil der Abbrucharbeiten, basierend nicht zuletzt auf den Erfahrungen beim Rückbau des alten Blocks A, so heißt es in dem Bericht, werde innerhalb der schützenden Gebäude beider Blöcke vorgenommen. Die vorgeschriebenen Grenzwerte würden dabei nicht überschritten, wird versichert.

Auswirkungen auf Mensch und Natursollen überwacht werden

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Allerdings: „Ein geringer Anteil“ der radioaktiven Stoffe im Atomkraftwerk könne über Luft und Wasser freigesetzt werden – aber „kontrolliert und in den dafür vorgesehenen Pfaden“. Auch dabei würden die vorgegebenen Grenzwerte unterschritten. Zudem würden die möglichen Auswirkungen auf Mensch und Natur regelmäßig überwacht. Wörtlich heißt es in dem Bericht: „Das Gefährdungspotenzial ist während des Abbaus gegenüber dem im Leistungsbetrieb erheblich reduziert“.

Der Großteil der Blöcke B und C könne auf konventionelle Weise entsorgt werden. Nur der kleinere Teil müsse in ein – bis heute freilich nicht vorhandenes - atomares Endlager gebracht werden. Denkbar wäre, so heißt es in dem Bericht weiter, zum Beispiel die hochradioaktiven Brennelemente in Castor-Behältern in das Zwischenlager in Gundremmingen, in Mitterteich oder in das mögliche Endlager Konrad zu bringen. Seien alle „atomtechnischen Teile abgebaut“, könne mit dem stufenweisen Abbruch der unbedenklichen Bauteile begonnen werden.

Was passiert bei Brändenoder einem Absturz?

In die Rückbau- und Abbruchpläne seien auch diverse Krisenszenarien eingearbeitet – etwa bei Bränden, Erdbeben, Problemen mit den Brennelementen, Leckagen oder dem Absturz von Lasten, wie es in dem Bericht heißt. Es sei aber auch in diesen Fällen Sorge dafür getragen, dass mögliche Emissionen unter den Grenzwerten blieben.

Fazit der Verfasser des Berichts: Es würden alle Vorkehrungen getroffen, damit beim Abbau des Atomkraftwerkes bis etwa 2040 keine Gefahren für Mitarbeiter, Bevölkerung und Umwelt auftreten könnten. Die Kurzbeschreibung, so erklärte der Landrat im Kreistag, wird in Kürze öffentlich ausgelegt, damit interessierte Bürger Einblick nehmen können. Die genauen Termine sollen per amtlicher Bekanntmachung mitgeteilt werden.

Anmerkung der Redaktion: Die Brennelemente werden nach Angaben des Kraftwerk-Betreibers nur im Standortzwischenlager untergebracht - die beim Abbau anfallenden radioaktiven Abfälle in andere Lager. Zudem werde es bis 2040 keine grüne Wiese auf dem Areal geben, sondern das Kraftwerk nur aus der atomrechtlichen Überwachung entlassen.

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