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Günzburg

21.11.2018

Black Friday: Warum Mode Schild dagegen ist

Mit der Aktion „Green Friday“ will Judith Ganser beim Günzburger Modehaus Schild bewusst einen Kontrapunkt zu Rabattschlachten und unnötigem Konsum rund um den „Black Friday“ setzen.
Bild: Bernhard Weizenegger

Warum das Günzburger Modehaus Schild stattdessen einen „Green Friday“ veranstaltet - und wie das Familienunternehmen Kunden zum nachhaltigen Einkauf anregen will.

Man kann sich diese Woche fast nicht davor retten: „Cyber Monday“, „Shopping-Week“ und „Black Friday“ heißen die Werbeaktionen, die vor allem Online-Händler rund um das amerikanische Thanksgiving-Fest auf allen Kanälen aggressiv bewerben. Das Günzburger Modehaus Schild setzt diese Woche bewusst einen Kontrapunkt dagegen: Bei Schild ist am Freitag, 23. November, Green Friday – und es geht ausdrücklich nicht darum, an diesem Tag besonders viel zu verkaufen. Judith Ganser, Mitglied der Geschäftsführung in dem Familienunternehmen, erklärt, was hinter der Idee steckt.

„Eigentlich ist die Vorweihnachtszeit, der Advent, doch eine Zeit der Besinnung“, sagt die Günzburgerin. „Doch gleichzeitig geht es im Handel um unnötigen Konsum und Rabattschlachten.“ Dagegen möchte das Modehaus mit seiner Aktion ein Zeichen setzen: „Für jeden Einkauf bei uns an diesem Tag – ob es nun für einen oder für 100 Euro ist – pflanzt die Organisation Plant for the Planet einen Baum.“

Schild unterstützt mit einem Euro pro Einkauf die Organisation, die sich zum Ziel gesetzt hat, weitere 1000 Milliarden Bäume auf die Welt zu pflanzen. Kinder im Alter von neun bis zwölf Jahren sind die Botschafter der 2007 vom damals neunjährigen Felix Finkbeiner gegründeten Organisation – einige werden dann am Samstag, 24. November, als Botschafter bei Schild vor Ort sein und Konzepte für eine bessere, nachhaltige Welt präsentieren.

Das Günzburger Modehaus kann nicht auf Shopping um jeden Preis setzen

Natürlich ist für Judith Ganser klar: „Das Weihnachtsgeschäft ist für uns die wichtigste Phase des Jahres.“ Dass das Modehaus Schild in den Wochen vor dem Fest den größten Umsatz macht, weil sich Kunden mit Geschenken, aber auch mit festlicher Kleidung für Weihnachten und den Jahreswechsel eindecken, leuchtet ein. Das Familienunternehmen kann sich aber den Luxus leisten, nicht auf Shopping um jeden Preis zu setzen. Ganser: „Bei uns steht kein Konzernkontroller da, der uns am Jahresumsatz misst.“

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Modehauses können deshalb auch so beraten, dass der Kunde tatsächlich nachhaltig einkauft, wenn er das möchte. „Lieber verkaufen wir einmal nichts, anstelle etwas sinnloses verkauft zu haben.“ (Wie kämpfen Händler um Kunden? Das lesen Sie hier)

Der Kunde soll die Wahl haben - auch beim Preis

Judith Ganser ist es dabei wichtig, dass auch das Angebot im Laden zum Thema Nachhaltigkeit passt. „Wir bieten Kollektionen von Firmen an, die in Deutschland produzieren, darunter sind viele Familienunternehmen.“ Wäsche von Mey beispielsweise gehöre dazu, auch bei den Männersachen gibt es Kleidung Made in Germany. Daneben sind aber eben auch große Marken vorhanden, die vielleicht etwas preiswerter sind, aber eben auch nicht hier herstellen. Der Kunde soll die Wahl haben, auch beim Preis. „Wir können und wollen natürlich niemandem vorschreiben, was er zu kaufen hat.“

Ganser ermuntert die Kunden dazu, nachzufragen, wo die Kleidung herkommt. „Bei inhabergeführten Marken wird einfach auf die Produktion geachtet – das sieht man dann auch in der Qualität.“ Ein Gespür dafür kann jeder selbst bekommen, wenn er sich Zeit nimmt für den Einkauf und die Sachen genau anschaut, rät sie. „Bei einem Feinstrickpulli zum Beispiel sieht man, wie das Maschenbild aussieht, wie dicht es gestrickt ist. Mehr Faden bedeutet auch größere Haltbarkeit.“

Bei Schild kann man auch eine andere Aktion unterstützen

Das gelte auch für die Nähte: Gute Wäsche zum Beispiel weise eine elastische Naht auf – nicht mit Gummifaden genäht, sondern mit einem besonderen Nahtmuster. Nachhaltig einzukaufen muss auch nicht unbedingt teurer sein – denn der vermeintlich günstige Preis eines Kleidungsstücks ist oft ein Trugschluss. „Eine hochwertige Jacke ist fünf oder sechs Jahre schön. Damit ist man dann am Ende günstiger als mit den 100-Euro-Jacken, die man nach einer Saison wegwirft“, sagt Judith Ganser.

Wer übrigens am Green Friday und am Samstag gar keine Kleidung einkaufen möchte, kann bei Schild übrigens auch anderweitig die Aktion „Plant for the Planet“ unterstützen: Dort gibt es nämlich auch „Die gute Schokolade“ zu kaufen, deren Erlös ebenfalls für neue Bäume verwendet wird. Und damit für die Aktion, die neue Bäume auf die Welt bringen soll, keine Bäume gefällt werden müssen, hat Judith Ganser auch vorgesorgt: „Die Einladung zur Teilnahme an unsere Kunden geht nicht auf Hochglanzpapier raus – sondern per E-Mail.“ (Lesen Sie hier, welche Aktion man noch bei Schild unterstützen kann)

Was ist eigentlich der "Black Friday"?

Zahlreiche Händler auch in Deutschland werben mit Sonderangeboten zum „Black Friday“. Traditionell ist dies in den USA der Freitag nach Thanksgiving – dieser Feiertag fällt immer auf den vierten Donnerstag im November. Der darauf folgende Brückentag wird von vielen Amerikanern für ein verlängertes Familienwochenende genutzt und gilt als Start für die Weihnachtseinkäufe.

Die Geschäfte machen an diesem Tag große Umsätze, viele öffnen schon am frühen Morgen und bieten Sonderangebote, Rabatte und Werbegeschenke. Im vergangenen Jahr sollen Amerikaner rund um Black Friday laut Angaben der Marktforschungseinrichtung Adobe Analytics fast acht Milliarden Dollar ausgegeben haben. Das bedeutet demnach eine Steigerung im Vergleich zum Vorjahr um etwa 18 Prozent. Der Black Friday gilt in den USA als wichtiger Indikator dafür, wie das Weihnachtsgeschäft ausfallen wird.

Seit der Verbreitung des Internethandels werben am auf den Black Friday folgenden Cyber Monday viele Online-Händler mit Spar- und Gratis-Aktionen. Dadurch schwappte der Trend auch nach Europa.

Ergebnis Das Resultat der Spendenaktion wird unter www.plant-for-the-planet.org und www.modehaus-schild.de veröffentlicht.

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21.11.2018

Wer "Hallo Wien" feiert und Allerheiligen nicht mehr kennt bzw. nur bei "Sale" oder am "Black-" oder "Green Friday" einkauft, hat so eine weiche Birne, dem kannst du alles verkaufen. RIP.

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