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Leipheim

02.12.2020

Bloggerin aus Leipheim betreibt Online-Shop

Daniela Ferreira Pais arbeitet von ihrem Zuhause in Leipheim aus. Wichtigste Utensilien sind dabei ihr PC und ihr Smartphone.
Bild: Lara Schmidler

Plus Daniela Ferreira Pais aus Leipheim erzählt, wie ihr Instagram-Account ihr ganzes Leben verändert hat.

Die Wohnung von Daniela Ferreira Pais ist bereits weihnachtlich geschmückt. Auf dem Esszimmertisch steht ein großer Adventskranz, den die 42-Jährige am Wochenende gemacht hat. Dafür war sie im Dekorationsgeschäft „Depot“, wo sie bis vor einem Jahr selbst noch gearbeitet hat. Im direkten Verkauf ist sie jetzt nicht mehr - stattdessen verdient sie ihr Geld im Internet.

Die Leipheimerin betreibt jetzt einen Online-Shop

Seit Ende Februar betreibt sie einen Online-Shop, nebenbei bloggt sie auf ihrer Instagram-Seite „ela–mylife 2.0“ über Koch- und Backrezepte, Mode und Heimdekoration. Inzwischen hat sie dort mehr als 20.000 Abonnenten. Gerechnet hatte sie damit nicht, als sie vor rund vier Jahren einen Instagram-Account einrichtete.

Die Motivation dafür kam aus einer für Ferreira Pais unglücklichen Situation. In ihrer dritten Schwangerschaft mit dem heute neunjährigen Ruben nahm die Leipheimerin wegen einer Schilddrüsenunterfunktion 30 Kilogramm zu. „Ich war total unzufrieden mit mir und das Gewicht ging nicht mehr weg.“ Anderthalb Jahre versuchte sie erfolglos, abzunehmen – dann meldete sie sich bei Weight Watchers an. Um möglichst viele Punkte nach dem Zählsystem der Abnehmgruppe einzusparen, suchte sie nach Alternativen für Zucker und stieß dabei auf Erythrit, einen Zuckeralkohol, der deutlich weniger Kalorien hat als normaler Haushaltszucker. Innerhalb von sechs Monaten verlor Ferreira Pais mit ihrer Ernährungsumstellung und regelmäßigem Sport 20 Kilogramm.

Die Rezepte kamen auf Instagram gut an, immer mehr Abonnenten kamen dazu

Einige Zeit später beschloss sie dann, ein Nutzerkonto, neudeutsch Account, im sozialen Netzwerk Instagram zu eröffnen. „Ich habe einsam und allein abgenommen, niemand hat verstanden, warum ich Gewicht verlieren wollte und dass ich unglücklich war.“ Über Instagram habe sie darum mit anderen, die ebenfalls unglücklich seien, Rezepte teilen und Mut machen wollen, damit niemand in einer solchen Situation allein sein müsse. Und die Idee kam gut an. „Mein Handy hat ständig geblinkt, ich habe so viele Benachrichtigungen bekommen.“ Irgendwann habe der Akku ihres Smartphones sogar aufgegeben, sie musste ihn austauschen. „Ich hätte nie gedacht, dass es so gut angenommen werden würde.“

Die Zahl ihrer Abonnenten stieg schnell. Als es etwa 5000 waren, bekam die 42-Jährige die ersten Kooperations-Anfragen von Unternehmen. Annehmen würde sie davon nur, wovon sie auch wirklich überzeugt sei, versichert sie. Wie etwa die Kooperation mit Stefanie Kroboth, Inhaberin des Online-Handels „Biorausch“.

Im Online-Shop verkaufen die Frauen ihr eigenes Erythrit in verschiedenen Geschmäckern

Die beiden Frauen arbeiteten gut zusammen und irgendwann fragte Kroboth bei Ferreira Pais, ob sie einen zweiten Shop übernehmen würde. Diese stimmte zu und eröffnete das Online-Geschäft „Elas Shop“, für das sie aktuell zusätzlich eine kleine Verkaufsfläche im Raum Günzburg sucht. Seit Mai verkaufen die Frauen neben Deko-Artikeln und Kosmetik auch verschiedene Sorten Erythrit unter ihrer eigenen Marke „unperfekt perfekt“.

Die Arbeit an ihrem Shop und besonders auf ihrer Instagram-Seite nimmt viel Zeit in Anspruch, Ferreira Pais arbeitet jeden Tag daran – auch am Wochenende. Und obwohl ihr Account dadurch stetig weiter wächst, will sie diesen auch in Zukunft nur als Hobby weiterführen. Ihre Arbeit sei der Shop. Sie ist glücklich über das, was sie geschaffen hat. „Ich hätte nicht gedacht, dass sich so viel Gutes aus etwas zunächst Schlechtem entwickeln würde.“ Sie bekomme viele positive Rückmeldungen von Menschen, die in einer ähnlichen Situation sind, wie sie es gewesen ist.

Boshafte Kommentare kann sie an sich abprallen lassen

Natürlich sei sie als öffentliche Person im Internet auch ab und an Zielscheibe von boshaften Kommentaren und Verleumdungen. So bekomme sie immer wieder gehässige Seitenhiebe zu ihrem Äußeren. „Am Anfang habe ich mir so etwas noch zu Herzen genommen und bin darauf eingegangen“, erzählt sie.

Inzwischen könne sie solche Nachrichten an sich abprallen lassen. „98 Prozent meiner Abonnenten sind tolle Menschen.“

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