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Landkreis Günzburg

13.01.2020

Blühflächen sind nicht einfach zu haben

Der Landkreis will etwas für die Natur tun. Aber der Teufel steckt im Detail.
Bild: Bernhard Weizenegger (Archivbild)

Wo könnte der Landkreis sie schaffen? Vor allem rund um seine Gebäude – und an den Kreisstraßen. Doch gerade dort gibt es ein Problem.

Der Teufel steckt bekanntlich im Detail. Das gilt auch für den Artenschutz. Wie können Bienen und andere Insekten geschützt und in ihrem Bestand wieder aufgebaut werden? Eine Formel lautet: weitere Blühflächen schaffen. Doch ganz so einfach ist das nicht. Einige der Gründe dafür nannte Tina Sailer, die Kreisfachberaterin für Gartenkultur und Landschaftspflege des Landkreises, bei der gemeinsamen Sitzung von Umweltausschuss und Kreisausschuss am Montagnachmittag.

Die Möglichkeiten des Landkreises, weitere Blühflächen zu schaffen, sind ohnehin begrenzt. Denkbar ist das rund um seine Gebäude – also etwa Landratsamt oder die weiterführenden Schulen – und entlang der Kreisstraßen. Letztere haben eine Länge von etwa 205 Kilometern.

Alles auch eine Frage des Geldes

Links und rechts der Kreisstraßen, also an den Seitenstreifen oder den Böschungen, kämen durchaus beachtliche Grundstücksgrößen für weitere Blühflächen zusammen. Ein Problem: Die Fuhrparks des Staatlichen Bauamtes Krumbach sowie der Straßenmeistereien Günzburg und Krumbach sind in hohem Maße auf die sogenannte Mulchmahd ausgerichtet. Heißt: Gras und andere Pflanzen werden gemäht, das Mähgut bleibt liegen und führt so zu einer Düngung des Bodens. „Damit ist ein artenreiches Blühen aber nicht möglich“, erklärte Tina Sailer.

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Die Fuhrparks auszutauschen kostet Zeit und vor allem Geld. Ein Kostenfaktor wäre zudem die Entsorgung des abgemähten Grünguts. Fortschritte seien deshalb nur nach und nach möglich, betonte die Fachberaterin. Eine Möglichkeit wäre, generell weniger zu mähen, nur noch die Seitenstreifen zu mulchen und die Böschungen vom Mähgut zu säubern. Dazu sei mehr Personal nötig, was wiederum ins Geld geht.

Der Freistaat will ein eigenes Programm auflegen

Bayern habe angekündigt, für die Straßen in staatlicher Verwaltung ein eigenes Programm zur „ökologischen Aufwertung von Straßenrändern“ aufzulegen. Tina Sailer: „Da ist was in der Mache.“ Sie regte an, mit Maßnahmen an den Kreisstraßen noch zu warten, bis nähere Einzelheiten des Programms der Landesregierung bekannt sind. In der Hoffnung, dass davon auch der Landkreis profitiert.

Zielführender sei es vorab, weitere Blühflächen auf den Grundstücken bei landkreiseigenen Gebäuden anzulegen. Entsprechende Maßnahmen wolle der Fachbereich für Gartenkultur und Landschaftspflege heuer angehen, kündigte Sailer an. Damit könne nicht nur den Insekten geholfen werden, die Blühflächen könnten auch als positives Beispiel und damit als Anregung für die Bürger dienen. Landrat Hubert Hafner und der Burgauer FDP-Kreisrat Herbert Blaschke erklärten, immer wieder gingen bei Landkreis und Gemeinden Beschwerden von Bürgern ein, denen naturnahe Flächen zu unordentlich seien. „Das müssen wir aushalten“, erwiderte der SPD-Fraktionsvorsitzende Gerd Olbrich. Zum Schutz von Tier- und Pflanzenwelt.

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