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Landkreis Günzburg

20.03.2020

Blutspenden auch in Zeiten der Corona-Krise?

Auch in schwierigen Zeiten sind Blutspenden wichtig.
Bild: Bernhard Weizenegger (Archiv)

Auch jetzt sind die Krankenhäuser auf Spender angewiesen. Was man hierzu wissen sollte und wer nicht zum Spenden gehen darf.

In mehreren Nachbarländern herrschen bereits Ausgangssperren, Grenzen sind geschlossen und auch in Deutschland sollen die Menschen ihre Wohnungen möglichst wenig verlassen. Nur für das absolut Notwendige, hieß es aus der Regierung. Gehört Blutspenden dazu? Ja, meint der Pressesprecher des Roten Kreuzes, Patric Nohe. „Blut zu spenden ist etwas anderes, als in ein Café oder ins Kino zu gehen, es ist kein verschiebbarer Ausflug, sondern lebensnotwendig“, betont er auf Anfrage.

„Wir verzeichnen in Bayern einen leichten, aber kontinuierlichen Rückgang an Spenden.“ Zahlen gebe es dazu zwar noch nicht, „aber in der letzten Woche waren wir leicht unter dem Plan“. Von einem Notstand spreche er jedoch nicht – noch nicht. Für einen medizinischen Engpass gibt es zwar Blutreserven, diese weisen allerdings eine geringe Haltbarkeit auf. Nach 42 Tagen laufen sie ab, es gibt keinen Puffer. „Deshalb muss Nachschub kommen“, erklärt Nohe. Wichtig sei dabei, dass dieser kontinuierlich eingehe. Denn wenn auf einmal viele Menschen zum Spenden kämen, sei wegen des baldigen Ablaufdatums des Bluts niemandem geholfen.

Der Abstand zwischen den Liegen wird vergrößert

Es werde alles getan, um das Ansteckungsrisiko so gering wie möglich zu halten. Die aktuell sowieso geltenden Verhaltensregeln sollten auch beim Blutspenden eingehalten werden. Das bedeutet: kein Händeschütteln, in die Armbeuge niesen und entsprechenden Abstand zu anderen Menschen halten. Der Abstand zwischen den Liegen sei ebenfalls ausreichend groß. Angestellte trügen Handschuhe.

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Doch wer darf denn jetzt eigentlich noch Blut spenden? Grundsätzlich sollen das nur Personen, die sich völlig gesund fühlen. Spendenwillige werden gefragt, ob sie mit Kontaktpersonen zusammen oder in einem Risikogebiet waren. Wenn eines dieser Kriterien zutrifft, darf der Betroffene nicht spenden. Auch mit Schnupfen oder Husten soll man fernbleiben. „Ausschließlich fitte und gesunde Leute dürfen Blut spenden“, betont Nohe. Diese Maßnahmen seien im Zuge der Corona-Verbreitung verschärft worden. Neu sei außerdem, dass bei jedem Besucher zuerst die Temperatur gemessen werde.

Das Blut wird nicht eigens auf Corona untersucht

Wird gespendetes Blut im Anschluss auf Corona untersucht? „Nicht explizit. Es gibt keinerlei Hinweise darauf, dass das Corona-Virus durch das Blut übertragen wird“, erklärt Nohe. Dennoch werde natürlich jede Spende wie gewohnt auf Krankheiten überprüft.

In Günzburg findet am Montag, 23. März, zwischen 16 und 20.30 Uhr der nächste Blutspendetermin im Pfarrzentrum Sankt Martin statt. Wer unsicher ist, ob er spenden darf, kann auf der Website des Roten Kreuzes einen Fragebogen ausfüllen. Damit die medizinische Versorgung weiterhin gewährleistet werden könne, solle auch jetzt auf jeden Fall weiter Blut gespendet werden, sagt Nohe. „Wir sind darauf angewiesen.“

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