1. Startseite
  2. Lokales (Günzburg)
  3. Bubesheim fehlt es an Geld

Finanzen

27.06.2019

Bubesheim fehlt es an Geld

Bild: dpa

Zum zweiten Mal in Folge hat die Gemeinde keine Mittel für Investitionen erwirtschaftet. Der Verkehr an der Kreuzung in der Ortsmitte macht weiter Sorgen

Ernüchternde Zahlen präsentierte Kämmerin Silvia Quenzer dem Bubesheimer Gemeinderat, als sie die Jahresrechnung 2018 vorstellte. Zum zweiten Mal hintereinander wurde im Verwaltungshaushalt kein Geld erwirtschaftet, das dann für Investitionen hätte verwendet werden können. Stattdessen mussten 340 000 Euro aus den Rücklagen entnommen werden und vom Vermögens- an den Verwaltungshaushalt zurücküberwiesen werden, um den Fehlbetrag zu decken.

Weiterlesen mit dem Plus+ Paket

Dieser Inhalt ist älter als 30 Tage und steht daher nur Abonnenten mit einem Plus+ Abo zur Verfügung.
Jetzt ab 0,99 € testen

„Intensive Sparmaßnahmen und Optimierung der Ausgaben konnten den Einbruch bei den Gewerbesteuern auf der Einnahmenseite nicht kompensieren“, so Quenzer. Auch für die Zukunft sei eine Entspannung im Verwaltungshaushalt nicht in Sicht. Gerade im Unterhalt der Liegenschaften seien mangels eigenen Bauhofs und daraus resultierender Fremdvergabe Kostensteigerungen zu erwarten.

Um eine Zukunftslösung gehe es bei der Wasserversorgung mit Blick auf Haushalte und Löschwasser. Weitere Aufgaben stünden beim Kanalkataster und dem Überprüfen der Kanalisation an. „Die Aufgaben werden nicht weniger, durch die angespannte Lage der Finanzierung des Verwaltungshaushalts allerdings immer schwieriger“, mahnte Kämmerin Quenzer.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Positiv ist der niedrige Schuldenstand in Höhe von 350 000 Euro, was einer Pro-Kopf-Verschuldung von 220 Euro entspricht. Größte Investitionen 2018 waren der Brückenbau in der Grottenau (390 000 Euro), Grundstückskäufe (55 000 Euro) und Darlehenstilgung (30 000 Euro).

Auf Antrag von Verkehrsreferent Peter Häußler wurde die Verkehrsproblematik an der Kreuzung von Kötzer Straße, Leipheimer Straße, Günzburger Straße und Weißenhorner Straße behandelt. Häußler konnte es nicht fassen, dass die intelligente Ampellösung, die der ehemalige Leiter des Straßenbauamts Ehmke vorgeschlagen hatte, nun vom Tisch sei und wieder wertvolle Zeit verloren gehe. „Was soll ich machen, wenn ich jetzt vom Straßenbauamt die Aussage bekomme, dass dieser Vorschlag ein Schmarrn sei und man jetzt eine Ampel für alle Straßen favorisiere?“, entgegnete Bürgermeister Sauter. Auf Wunsch des Gemeinderats wird die Verwaltung einen Vertreter des Straßenbauamts zur Sitzung einladen.

Auch Gemeinderat Werner Mayer hatte einen Antrag gestellt. Er plädierter zum wiederholten Mal zum Schutz der Schulkinder den Schulweg nach Wasserburg entlang der Sportplätze nicht nur mit einem Verkehrsschild, sondern mittels Pfosten zu sperren. „Die Sicherheit der Kinder hat Priorität!“, sagte Mayer. Immer häufiger wird der Schulweg verbotswidrig von Autofahrern als Abkürzung genutzt. Einstimmig beschloss der Gemeinderat an der Flurgrenze, kurz nach dem SCB-Fußballplatz vom Bauhof Kötz mindestens drei Pfosten anbringen zu lassen. Vorher werden betroffene Landwirte informiert.

Keine Einigung gab es beim Thema Bauhof Kötz. Für Bürgermeister Walter Sauter ist ein gemeinsamer VG-Bauhof die Zukunftslösung: „Kötz baut, vermietet dann an die VG und Bubes-heim partizipiert.“ Dritter Bürgermeister Gerhard Sobczyk konterte: „Wir haben einen Beschluss, der dies ablehnt. Wir wollen zuerst die Kosten sehen.“ Aktuell ist ein Gutachten bei einem Büro in Arbeit, das genau diese Kosten ermittelt. Mit 8:5 Stimmen wurde die Entscheidung vertagt. Man wartet auf das Gutachten.

Schlecht bestellt ist es zurzeit um das kleine Gängele, das seit über 60 Jahren die Gartenstraße fußläufig mit der Günzburger Straße verbindet. Der schmale Weg führt über drei Privatgrundstücke. Einer von ihnen sperrte den Weg und schaltete für Verhandlungen mit der Gemeinde einen Rechtsanwalt ein. Auch die Gemeinde ihrerseits wird sich nun anwaltlichen Rat über ihre Rechte holen. „Gewohnheitsrecht“ könnte das Stichwort sein, auch wenn der Weg nie öffentlich gewidmet wurde.

Das Grüngut im Container auf dem Friedhof wird künftig drei Mal im Jahr von der Firma Gröger entsorgt, Kostenpunkt 855 Euro. Für die Bestandsanalyse von Wasserhaus und Brunnen muss die Gemeinde 8060 Euro an das Ingenieurbüro Degen bezahlen. Wasserwirtschaftsamt und Gesundheitsamt hatten die Untersuchung gefordert. (sawa)

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren