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Landkreis Günzburg

04.12.2020

Bücher können doch nicht mehr ausgeliehen werden: So waren die Pläne im Kreis Günzburg

Die Bücherei bietet wieder Veranstaltungen an.
Bild: Gönül Frey (Archiv)

Plus Bayerns Kunstminister Bernd Sibler ermöglichte eine kontaktlose Leihe in Büchereien trotz Corona-Einschränkungen. Darauf wurde auch im Kreis Günzburg reagiert. Doch jetzt ist alles anders.

Der Leihverkehr bayerischer Büchereien bleibt erlaubt, sofern die gängigen Schutz- und Hygienemaßnahmen eingehalten werden. Bayerns Kunstminister Bernd Sibler übermittelte jetzt das Ja der Staatsregierung in München zum Konzept der kontaktlosen Leihe. Konkret führte Sibler aus: „Alle Bücherliebhaber können nach wie vor Bücher aus ihren Bibliotheken ausleihen. Lediglich die Präsenznutzung ist vorübergehend nicht möglich.“ Die Stadtbüchereien in Günzburg und Krumbach arbeiten derzeit an tragfähigen Konzepten, um ihren Mitgliedern diesen Service demnächst anzubieten.

Seit 1. Dezember und vorerst bis 10. Januar müssen im Rahmen staatlicher Pandemie-Eindämmungsstrategien auch Büchereien für den Publikumsverkehr schließen. Zunächst blieb allerdings ungewiss, ob Inhaber eines Büchereiausweises Medien aus dem Präsenzbestand leihen dürfen, sofern eine kontaktfreie Übergabe ermöglicht wird.

Die Büchereien in Günzburg und Krumbach arbeiten an Konzepten

Dass sich die beiden Bücherei-Leiterinnen Angelika Gathemann-Schnelle (Günzburg) und Birgit Fleiner (Krumbach) über die neue Rechtssicherheit freuen, versteht sich von selbst. Für beide geht es nun darum, detaillierte Pläne für eine sichere Abholung und Rückgabe der Medien zu entwickeln.

Grundsätzlich wird der Vorgang laut Fleiner so ablaufen: „Der Interessent sucht sich seine Wunschmedien aus und übermittelt seine Bestellung per Mail oder am Telefon. Dann machen wir einen Termin aus und der Leser kann die Büchertasche unter Ausschluss einer direkten Begegnung im Eingangsbereich unserer Bücherei abholen.“ Vermutlich werden die Krumbacher den Umfang jeder Bestellung auf zehn Medien begrenzen. Inhaltlich ähnlich hatte sich Gathemann-Schnelle bereits einige Tage vorher für den jetzt eingetretenen Fall geäußert.

In Leipheim gibt es sogar bereits einen Lieferservice

Einschränkend fügt Fleiner hinzu, dass sich dieses Angebot allein an Besitzer einer aktiven Leserkarte richtet. Neuanmeldungen seien derzeit nicht möglich, da sie einen unmittelbaren Kontakt voraussetzen.

Unterdessen bietet die Stadtbücherei in Thannhausen bereits Büchertaschen zum Abholen an. Es geht sogar noch komfortabler: Die Stadtbücherei im Kantorhaus in Leipheim hat einen Lieferservice eingerichtet. Zusätzlich stehen Bücherfreunden die Online-Medienangebote einzelner Büchereien beziehungsweise von Büchereiverbünden wie Lesen Online Nordbayern (www.leo-nord.onleihe.de) oder Onleihe Schwaben (www.schwaben.onleihe.de) zur Auswahl.

Aktualisierung vom 19. Dezember 2020: Ab sofort dürfen Büchereien die erst vor wenigen Tagen eingeführte kontaktlose Ausleihe nicht mehr anbieten. Die Möglichkeit der Abholung bei an sich geschlossenen Geschäften würde den Sinn und Zweck der Schließung aller für den täglichen Bedarf verzichtbaren Geschäfte konterkarieren, so das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit und Pflege. Die Büchereien müssen somit vorläufig bis zum 10. Januar schließen.

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