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Ichenhausen-Kötz

20.03.2015

Bündnis will Osttrasse ausbremsen

Eine Resolution für die Osttrasse der B16 Ichenhausen-Kötz soll am Montag im Günzburger Kreistag beschlossen werden. Das hat Kritiker der Ostumgehung auf den Plan gerufen. Das Bündnis Mensch und Natur aus Kötz kritisiert die Trasse, die zu 94 Prozent durch "unberührte Natur" verlaufen würde. Das Foto zeigt den Bereich Ichenhausen.
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Eine Resolution für die Osttrasse der B16 Ichenhausen-Kötz soll am Montag im Günzburger Kreistag beschlossen werden. Das hat Kritiker der Ostumgehung auf den Plan gerufen. Das Bündnis Mensch und Natur aus Kötz kritisiert die Trasse, die zu 94 Prozent durch "unberührte Natur" verlaufen würde. Das Foto zeigt den Bereich Ichenhausen.

Vor der Debatte im Kreistag über eine Resolution zur B16 Ichenhausen-Kötz hat sich eine weitere Bürgerinitiative gemeldet. Sie kritisiert die Zerstörung der Natur

Die Debatte am Montag im Günzburger Kreistag dürfte spannend werden. Nicht etwa, weil aller Voraussicht nach die Kreisumlage erhöht und der Haushalt verabschiedet wird. Das wichtigste Thema ist die Resolution der Kreisräte für die umstrittene B16-Osttrasse, die Ichenhausen und Kötz entlasten soll. Die Bundesstraße, so der Wille der Kommunalpolitiker, soll im vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplanes bleiben. Deshalb haben die Freien Wähler einen Antrag für eine Resolution eingebracht, der zunächst allgemeiner Art war und jetzt eindeutig für den Bau der Osttrasse formuliert werden soll (wir berichteten). Dies hat die Gegner der Ostumgehung auf den Plan gerufen.

Anfang der Woche machten die „Bürgerinitiative gegen B16-Ost“ aus Ebersbach und Kötz sowie die „Initiative Zukunft Ichenhausen“ gegen die Osttrasse mobil. Unter anderem stellten die Kritiker dabei auch die Kostenschätzung des staatlichen Bauamts Krumbach für die Ostumgehung infrage. Denn die gut zehn Kilometer lange Osttrasse würde nicht 38,3 Millionen Euro kosten, sondern 70,4 Millionen Euro, behauptet die Bürgerinitiative. Vor der Kreistagssitzung am Montag in Breitenthal hat sich nun auch das „Bündnis Mensch und Natur“ aus Kötz gemeldet und die kurzfristige Entscheidung für die Osttrasse heftig kritisiert. Bekanntlich hat das Bundesverkehrsministerium die Westtrasse, für die sich alle beteiligten Kommunen ausgesprochen hatten, im Juli des vergangenen Jahres völlig überraschend aus Naturschutz- und Kostengründen aufgegeben.

Bündnis-Vorsitzender Dr. Günter Jost sagt: „Durch die kurzfristige Entscheidung pro Osttrasse halten wir die Untersuchungen im Bereich Naturschutz und die Auswirkungen auf die Natur und die Menschen in den betroffenen Gebieten für völlig unzureichend.“ Das Bündnis fordert, die Trasse hinsichtlich Verträglichkeit für Mensch, Landschaft, Umwelt und Natur unter den gleichen Prämissen wie die ursprüngliche Westtrasse zu untersuchen. Bei der Planung für die teils dreispurige Osttrasse, die zu 94 Prozent durch „unberührte Natur“ verlaufe, stehe der gesamtwirtschaftliche Nutzen und nicht die Entlastung der verkehrsgeplagten Menschen in Kötz und Ichenhausen im Vordergrund, sagt Jost. Die Waldsiedlung werde regelrecht eingekesselt, Ebersbach durch die nur 100 Meter entfernte Umgehung stark belastet. Die Stadt Ichenhausen erhalte bei dieser Variante nur eine Entlastung von 31 Prozent, sagt der Vorsitzende.

Parolen wie „Ostumgehung oder nichts“, wie sie von Kommunalpolitikern verwendet würden, schürten nur Ängste. Jost fordert die Rückkehr zu einem „vernünftigen Entlastungsstraßenkonzept“. Der Verein Bündnis Mensch und Natur werde entschlossen gegen eine Osttrasse kämpfen. „Wir werden uns gegen die Zerstörung unserer schwäbischen Heimat mit allen juristischen und politischen Mitteln zur Wehr setzen“, kündigt der Bündnisvorsitzende an.

Die neue B16 baut der Bund. Angesichts der vielen Straßenbauprojekte und der knappen Mittel dürfte ein Votum des Günzburger Kreistags aber durchaus Gewicht haben. Im Wirtschaftsbeirat des Landkreises gab es zuletzt eine nahezu einstimmige Empfehlung, dass die Resolution für die Ostumgehung beschlossen werden soll. Jost glaubt nicht, dass dies bereits eine Vorentscheidung für den Ausgang der Debatte im Kreistag ist: „Ich denke, dass die Entscheidung offen ist.“

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