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Rathaussturm

14.02.2015

Bürgermeister muss für „Vergehen“ büßen

Bürgermeister Holzinger wurde bei der Machtübernahme durch die Narren nicht nur entmachtet, sondern auch gefesselt, „geteert“ und gefedert.
Bild: Neuhäusler

In Haldenwang übernehmen Narren die Macht und lassen nicht mit sich spaßen

Am Gumpigen Donnerstag hat die Faschingsgesellschaft Haldenwanger Gaudi unter der Führung von Präsident Rudi Wolf das heimische Rathaus gestürmt und entmachtete dabei Bürgermeister Georg Holzinger. Dieses „historische“ Ereignis wurde anschließend von Gemeinderat, Verwaltungsangestellten und Fasnachtsverein bei Bütt, Sketchen und gemeinsamem Spiel gefeiert. Zum Schluss gab es für Bürgermeister Holzinger und Bauamtsleiterin Sabine Ritter-Kinzer eine „böse“ Überraschung.

Bevor Bürgermeister Holzinger den Rathausschlüssel an das Haldenwanger Prinzenpaar Marina I. und Jonas Fabien I. übergeben musste, wurde er von Präsident Wolf vor das Narrengericht ge-bracht. Weil Holzinger und Ritter- Kinzer im vergangenen Fasching die Jacken des Elferrates heimlich weggeschlossen hatten, wurden sie dazu verurteilt, beim diesjährigen Starkbierfest des Fasnachtvereins am 28. Februar als Schankwirt beziehungsweise Bedienung tätig zu sein. Mit „So isch recht!“ und „So a Schand“ wurde das Urteil vom anwesenden Narrenvolk kommentiert und gutgeheißen.

Mit Hio-Rufen und Beifallsstürmen wurde dann der ehemalige Zweite Bürgermeister Peter Stempfle für eine gelungene Büttenrede gefeiert. Er löste damit eine Wette aus seiner aktiven Amtszeit ein. Sich selbst und seine ehemaligen Gemeinderatskollegen auf die Schippe nehmend, erinnerte er daran, wie der Gemeinderat von Haldenwang als einziger im Landkreis „gegen den attraktiven und sinnvollen Flexibus“ gestimmt hatte und er sieht es als „verquer“, dass inzwischen „wegen der dämlichen Frauenquote“ gleich drei Frauen im Gemeinderat sitzen. Für seine Feststellung „Mit Frauen als kommunale Wächter, wird unsere Politik nur insgesamt schlechter!“ wurde er von der anwesenden Weiblichkeit mit „So a Schand, so a Schand!“ Rufen abgestraft. Er hatte dafür eine versöhnliche Erklärung: „Ich hab ganz einfach ein bisschen übertrieben, und dieses Gedicht rein nach dem Frohsinn geschrieben.“ Dann setzte Stempfle noch eins drauf und entpuppte sich überraschend als versierter Unterhalter am Klavier. Er spielte Hits von Udo Jürgens und alle sangen begeistert mit.

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Von keinem Erfolg gekrönt war anschließend die Demonstration eines zukunftsweisenden Pflegekonzepts in einem möglichen Haldenwanger Seniorenheim. Der Gemeinderat sucht nämlich derzeit nach Ideen, Senioren in der Gemeinde zu halten. „Altenpflegerin“ Granz bereitete die in Nachtgewändern auftretenden vier Senioren Hans Porzel, Gottfried Schuster, Manfred Gutknecht und Ernst Granz (alle Mitglieder der Theatergruppe Konzenberg) auf das Zubettgehen vor.

Hände waschen, Zähne putzen mit gemeinsamem Gurgelwasser und andere Pflegemaßnahmen erfolgten auf Kommando und Pfiff. So ist es verständlich, dass am Schluss niemand der Aufforderung nachkam, sich für dieses Altenheim einzuschreiben. Beim Spiel „Rathausmaler“, in dem teils schwierige und abstrakte Begriffe zu malen und zu raten waren, setzte sich der Gemeinderat gegen Verwaltungsangestellte und Faschingsgesellschaft durch.

Mit der Überreichung einer Urkunde an Präsident Wolf, ausgestellt vom Bund Deutscher Karneval Jugend für besondere Verdienste im Jugendbereich und übergeben durch den Jugendwart der Haldenwanger Gaudi, Knut Berlin, und dem Austausch von Orden schien der Abend für alle eigentlich überaus vergnüglich zu enden.

Doch Präsident Wolf kündigte noch eine Überraschung an: Für das schwere „Vergehen“ aus dem Vorjahr wurden Holzinger und Ritter- Kinzer von Präsident, Elferrat, Prinzenpaar und Garde mit Toilettenpapier gefesselt, mit Sahne geteert und gefedert. (neu)

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