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Landkreis Günzburg

13.06.2019

Bürgermeister unterschreiben für mehr Hochwasserschutz

Gruppenfoto nach den Unterschriften (untere Reihe von links): Daniel Mayer (Balzhausen), Peter Walburger (Ursberg), Hans Reichhart senior (Jettingen-Scheppach), Konrad Barm (Burgau), Roland Kempfle (Burtenbach). Obere Reihe (von links): Robert Hartinger (Münsterhausen), Landtagsabgeordneter Alfred Sauter, Thomas Wörz (Offingen), Georg Schwarz (Thannhausen), Bauminister Hans Reichhart, Andreas Rimböck, Leiter des Wasserwirtschaftsamtes Donauwörth.
Bild: Till Hofmann

Die Finanzierungsvereinbarung für das Burgauer Auffangbecken ist unter Dach und Fach. Was bedeutet das für die Mindeltalgemeinden?

Es ging ein wenig zu wie beim Brezelbacken am Montagmittag im Großen Sitzungssaal des Burgauer Rathauses. Eine Hälfte des Ratstisches besetzten acht Bürgermeister von Offingen bis Balzhausen. Die Reihenfolge der Rathauschefs war dabei wichtig. Die Herren aus den Mindeltalgemeinden wurden so platziert, dass ihre Reihenfolge identisch war mit der Unterschriftenreihung in der vorliegenden Finanzierungsvereinbarung. 19 Mal unterschrieben die Bürgermeister. Zwei Ausfertigungen durfte jeder Bürgermeister für sich behalten. Die übrigen drei der insgesamt 19 Exemplare verblieb beim Wasserwirtschaftsamt Donauwörth.

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Eine trockene Angelegenheit - das ist das Ziel

Wenn sich beinahe ein Viertel aller Landkreis-Bürgermeister mittags trifft, dann hat das Thema, mit denen sich die Kommunalpolitiker beschäftigen, durchaus Gewicht: Hochwasserschutz – und das nicht nur punktuell. Wenn das manchem als eine trockene Angelegenheit erscheint, kann das in diesem Fall durchaus als Lob gewertet werden. Denn genau darauf zielen alle Bemühungen der vertretenen Kommunen und des Wasserwirtschaftsamtes ab: dass es trotz eines ernst zu nehmenden Hochwassers trocken bleibt in den Privathäusern der Menschen und in den Gewerbegebieten, die in der Nähe der Mindel liegen. Im Landkreissüden geht es in dem betroffenen Gebiet auch noch um die Hasel.

Das meiste Geld wird in und um Burgau verbaut

Die Kosten für den gesamten Mindeltal-Hochwasserschutz taxiert das Wasserwirtschaftsamt auf über 100 Millionen Euro. Der Löwananteil – 61 Millionen Euro – wird in Burgau in zwei Phasen verbaut. Zunächst einmal ist geplant, dass in der 10000-Einwohner-Stadt das Rückhaltebecken gebaut wird – und das möglichst ab dem Jahr 2021. Die Kosten dafür belaufen sich auf 21 Millionen Euro. Das Geld muss Burgau nicht allein aufbringen. Und da wird es dann schon ein wenig komplexer: Örtliche Schutzmaßnahmen übernimmt der Freistaat zur Hälfte, die anderen 50 Prozent kommen von der jeweils betroffenen Kommune. Unter die Rubrik „Überörtliche Maßnahmen“ fällt etwa ein Drittel des Burgauer Rückhaltebeckens, das ein wichtiger Baustein im Gesamtkonzept ist. Der Freistaat zahlt 70 Prozent der anfallenden Kosten. Und die übrigen drei Zehntel muss nicht nur Burgau aufbringen; das tun alle acht Kommunen in einer Art Solidargemeinschaft, wenn man so will.

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Wer übernimmt welchen Anteil?

Da die Stadt Burgau aber den größten Nutzen aus dem Bauwerk zieht, ist hier die finanzielle Belastung auch am größten. Allerdings war der „Nutzen“ bei der Aufteilung der Investitionssumme keine Rechengröße. Eingang in die Berechnungen hat die jeweilige Fläche einer Kommune gefunden, die durch den Schutz nun kein Überschwemmungsgebiet mehr ist. Die an der Mindel gelegenen Städte und Gemeinden teilen sich die überörtlichen Kosten des Burgauer Auffangbeckens wie folgt auf: Burgau übernimmt 42,2 Prozent, dann folgen Thannhausen (25,1), Münsterhausen (10,1) und Jettingen-Scheppach (10,0). Alle übrigen liegen unter zehn Prozent (Offingen 8,2, Burtenbach 3,0); Balzhausen (0,9) und Ursberg (0,5) unter einem Prozent.

2030 ist keine belastbare Jahresangabe

Das Wasserwirtschaftsamt hofft, dass der Hochwasserschutz an der Mindel im Landkreis Günzburg bis 2030 komplett wirksam sein kann. Eine belastbare Zahl sei das allerdings nicht, sagt Maximilian Hartmann, der für die Bauprojekte der Behörde zuständig ist. Die Zeitdauer hänge sehr davon ab, ob und wie viele Rechtsmittel von Betroffenen im Zuge des Verfahrens eingelegt werden. Burgaus Bürgermeister Konrad Barm hält es für beachtlich, wie hier die Kommunen gemeinsam agieren – und das im Zusammenspiel mit Landespolitikern wie Alfred Sauter und Hans Reichhart, die sich in München für die Region stark machten. Für das Rückhaltebecken spart Burgau seit drei Jahren: 4,5 Millionen sind bislang beieinander. Phase eins wird die Stadt um die acht Millionen Euro kosten.

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