Newsticker

Trotz steigender Infektionszahlen: Kliniken halten wenige Intensivbetten frei
  1. Startseite
  2. Lokales (Günzburg)
  3. Buntes Stadtfest ja, Krach- und Sauffest nein

04.06.2009

Buntes Stadtfest ja, Krach- und Sauffest nein

Günzburg Das Guntiafest soll nicht zu einem Krach- und Sauffest verkommen, sondern ein lebendiges, buntes Stadtfest bleiben. Das hat sich die Stadt Günzburg als Veranstalter auf die Fahnen geschrieben. Aus diesem Grund wird bei der 32. Auflage des Guntiafestes, die am Wochenende 27./28. Juni, über die Bühne geht, einiges neu sein. Brandweinhaltige Alkoholika wie Schnaps und Gespritzte dürfen nicht mehr im Freien verkauft werden. In der Nacht zum Sonntag ist bereits um 2 statt um 3 Uhr Schluss und es wird ein professioneller Sicherheitsdienst in der Altstadt nach dem Rechten sehen.

Vergangenes Jahr hatte es beim Guntiafest so manche Alkoholleiche und Beschwerde über Musiklärm gegeben. Brennpunkt war das sogenannte "Bermuda-Dreieck" am östlichen Ende der Hofgasse (wir berichteten). Daraufhin setzten sich Stadt, Vereine und Polizei zusammen, um zu überlegen, was verbessert werden kann oder geändert werden muss. Das Aktionsbündnis beschloss konkrete Schritte. "Wir wollen insbesondere den zunehmenden Alkoholmissbrauch bei Jugendlichen eindämmen", sagt der städtische Ordnungsamtsleiter Helmut Stammer. "Fälle aus der jüngeren Vergangenheit gibt es genug, auch in unserem Landkreis. Irgendwo müssen wir anfangen, das zu bremsen." Deshalb sollen Gastwirte und Betreiber von Stehbars angehalten werden, keine "harten" Alkoholika im Freien zu verkaufen. Die Abgabe von Sekt oder Wein sei hiervon nicht betroffen. Nicht alle finden diese Regelung gut, erfuhr unsere Zeitung. Manche Gastwirte halten sie für einen "Witz". Gäste fühlen sich bevormundet.

Sicherheitsdienst, Polizeistreifen und Ordner im Einsatz

"Auf Freischankflächen ist eine Abgabe von brandweinhaltigen Getränke verboten", ergänzt der Günzburger Polizeichef Ernst Maguhn. Die Polizei werde beim Guntiafest verstärkt im Einsatz sein, um zu überwachen, ob die Bestimmungen des Jugendschutzgesetzes eingehalten werden. Die Stadt hat angekündigt, dass sie einen Sicherheitsdienst beauftragen werde. Auch die Vereine würden Ordner abstellen, so Stammer.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

"Einen Meter Schnaps zum halben Preis" oder "Happy-Hour für jeden Gespritzten": Solche Angebote sind nach Meinung der Veranstalter unerwünscht. Stattdessen habe niemand etwas dagegen, wenn die Besucher - es werden rund 10 000 erwartet - bei einem Gläschen Bier, Prosecco oder bei Nichtalkoholischem plaudern und feiern. Stammer weiß natürlich auch von so manchen Unverbesserlichen, die Hochprozentiges mitbringen und sich in kurzer Zeit - teilweise noch vor Festbeginn und außerhalb der Festzone - "zuschütten". "Wir werden auf solche Leute achten und gegebenenfalls jemand mit ,Seegang' und klapperndem Rucksack ansprechen", so der Amtsleiter. Gerade der harte Alkohol verursache bei dem einen oder anderen einen derartigen Rauschzustand (mit allen seinen Folgen), wie man ihn mit Bier allein nie erreichen würde.

Wie Stammer betont Polizeichef Maguhn, dass solche Ausfallerscheinungen glücklicherweise die Ausnahme seien. "Die Masse verhält sich vernünftig und im Rahmen", so Maguhn.

Gefeiert werden darf in der Nacht zum Sonntag, 28. Juni, nur noch bis 2 Uhr. Die Sperrzeit wird um eine Stunde vorverlegt. "Der Lärm ist eine Riesenbelastung für die Anwohner in der Innenstadt. Das muss so nicht sein", sagt der Inspektionsleiter. Es sei lediglich eine "gewisse Personenzahl", die länger als 2 Uhr bleibt. Die Masse sei um diese Zeit bereits nach Hause gegangen, hätten die vergangenen Jahre gezeigt. Noch eine Neuerung: Weil am Samstagnachmittag erfahrungsgemäß wenig los ist, wird der Startschuss für das Guntiafest in diesem Jahr erst um 16 Uhr fallen. "Weiterer Bericht Seite 32

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren